Alles ist fast wie immer: Der Kampf um die deutsche Volleyball-Meisterschaft geht in seine entscheidende Phase, und die beiden dominanten Vereine der vergangenen 30 Jahre treffen wie üblich aufeinander. BR Volleys gegen VfB Friedrichshafen, der 15-malige Champion gegen den 13-maligen, im Klassiker seiner Sportart, im Duell, das die Fans in Deutschland herbeisehnen.

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Einen Unterschied gibt es jedoch, und der ist gravierend: Am Sonnabend (18 Uhr) wird in der Schmeling-Halle nicht die Finalserie eröffnet, so wie zwischen 2013 und 2024 elf Mal in Folge. Sondern die Halbfinalserie nach dem Modus „Best of three“.
Wird das ewige Duell nur noch zum Vorspiel?
Nach vorn gedrängt hat sich in dieser Saison die SVG Lüneburg. Die Niedersachsen haben die Bundesliga-Hauptrunde auf Rang eins abgeschlossen und erstmals den deutschen Pokal gewonnen. Sie stehen im Finale des CEV-Cups gegen Piacenza aus dem Weltmeisterland Italien. Das ewige Duell im deutschen Volleyball also nur noch ein Vorspiel?
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Klares Nein, findet Thilo Späth-Westerholt, Geschäftsführer des Klubs vom Bodensee: „Wenn Friedrichshafen gegen Berlin auf dem Papier steht, hat das für die Fans große Anziehungskraft. Für beide Vereine ist das ein großartiges Halbfinale.“ Ein klares Ja kommt dafür auf die Frage, ob nach Berlin nun auch Lüneburg am einstigen Platzhirsch vorbeigezogen sei: „Das ist so, und es ist nicht verwunderlich.“
Rivale Lüneburg kann sich die teuersten Profis leisten
Der Manager sieht die Veränderungen realistisch. „In Lüneburg wird sehr gut gearbeitet. Offensichtlich herrscht dort große Euphorie, auch bei den Sponsoren“, sagt er. Die SVG schwebt förmlich durch die Saison, die neue LKH-Arena ist mit 3200 Zuschauern meist ausverkauft. Potenzielle Geldgeber stehen Schlange, wollen Teil des Erfolgs werden. „Natürlich können sie dementsprechend ihren Kader aufbauen“, meint Späth-Westerholt. Lüneburg kommt jetzt an die Regale mit den besten und teuersten Profis heran.
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Der VfB nicht mehr. Am Bodensee wird in der Spacetech-Arena vor 1000 Fans gespielt, die angestammte, 4000 Zuschauern Platz bietende ZF-Arena musste wegen Baufälligkeit geschlossen werden. Meister war der VfB zuletzt 2015, Pokalsieger 2022.
Bei Friedrichshafen sind die goldenen Zeiten vorbei
Die Zeiten der großen Sprünge sind vorbei. „Es ist, wie es ist. Wir versuchen, das Beste daraus zu machen“, sagt der Manager. Immerhin ist das Beste immer noch gut genug, um den alten Rivalen aus Berlin zu ärgern. Zum Saisonauftakt in der Bundesliga hat Friedrichshafen 3:0 in der Schmeling-Halle gewonnen. Im Pokal-Halbfinale den Cupverteidiger mit 3:2 ausgeschaltet.
Die Mannschaft ist nicht mehr wie früher mit Stars gespickt. Aber Trainer Adam Swaczyna stehen mit dem Kanadier Jonas van Huizen ein sehr starker Außenangreifer, in Aleksa Batak ein stabiler Libero, in Tim Peter sowie Lenny Graven deutsche Nationalspieler und im 36-jährigen Montenegriner Vojin Cacic ein cleverer Mann zur Verfügung, der gegen Berlin schon oft zu besonders guter Form fand.
Das Ensemble funktioniert. Und der Trend stimmt auch: Von den vergangenen zwölf Spielen in Bundesliga und Play-off hat Friedrichshafen elf gewonnen, zehn davon 3:0. „Wir sind sehr positiv gestimmt, unsere Kurve zeigt ganz klar nach oben“, frohlockt Späth-Westerholt. Klassische Voraussetzungen für eine weitere spannende Play-off-Serie.






