Weltklasse-Leichtathletik war angekündigt. Und die gab es auch – zweifellos. Immerhin waren mit Weitspringerin Malaika Mihambo und Kugelstoßerin Yemisi Ogunleye gleich zwei Olympiasiegerinnen beim Leichtathletik-Spektakel des Internationalen Stadionfests (Istaf) am Start. Doch was am Freitag in der Uber Arena bei der Indoor-Variante des Events ebenfalls geboten wurde, war viel Kopfschütteln.

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Das Kopfschütteln bezog sich aber nicht auf die Veranstaltung selbst. Der Übeltäter war vielmehr die elektronische Fehlstarterkennung. Die zeigte besonders beim ersten Vorlauf der Männer über 60 Meter, was sie konnte. Oder besser gesagt: was sie nicht konnte.
Istaf Indoor: Fehlstart-Chaos und genervte Zuschauer
Kaum zu glauben, aber wahr: Sechsmal ertönte der akustische Signalton, der einen Fehlstart anzeigen sollte. Sehr zum Unmut der 12.000 Zuschauer. Das unzufriedene Raunen auf den Rängen war unüberhörbar. Das zwischendurch über die Lautsprecher eingespielte Lied „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ half kaum, die angespannte Stimmung zu heben.
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Regeneration statt Rennen
Für zwei der Läufer im Vorlauf – Emmanuel Eseme (Kamerun) und Samuele Ceccarelli (Italien) – hatte die Fehlstarterkennung zudem gravierende Konsequenzen. Beide wurden aufgrund eines vermeintlich zu frühen Verlassens des Startblocks disqualifiziert. Während es bei Ceccarelli keinen Zweifel geben konnte, legte Eseme Einspruch ein. Zu Recht, wie sich später herausstellen sollte.
Zunächst wurde jedoch der zweite Vorlauf der Männer kurzerhand vorgezogen, während die Teilnehmer des chaotischen ersten Durchgangs eine Pause zur Regeneration bekamen.
Abschaltung bringt Erfolg
Um den Wettkampf nicht weiter zu verzögern, entschied sich die Organisation dafür, die Fehlstarterkennung vollständig abzuschalten. Sie sei „fehlerhaft“, wurde erklärt.
Und ohne diese funktionierte es dann plötzlich wie von selbst: Die Läufe gingen reibungslos über die Bühne. Vom Publikum lautstark gefeiert. Erleichtert konnten die Zuschauer jetzt den Abend genießen, für den sie gekommen waren: Leichtathletik auf höchstem Niveau.
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Jakub Szymanski und Jeremiah Azu glänzen
Sportlich und technisch – letzteres gleich doppelt – bot der Abend einige Höhepunkte. Der polnische Leichtathlet Jakub Szymanski sorgte über die 60 Meter Hürden für den ersten Meeting-Rekord (Bestmarke beim Istaf Indoor). Der 23-Jährige benötigte nur 7,37 Sekunden.
Der nächste Meeting-Rekord folgte im Sprint der Männer über 60 Meter: Jeremiah Azu, amtierender Welt- und Europameister aus Großbritannien, lief der Konkurrenz davon. Er erreichte das Ziel nach nur 6,47 Sekunden.

Diese Leistung bedeutete eine europäische Jahresbestleistung für den Waliser. Nach seinem Triumph erklärte Azu, dass er sich „wundervoll“ fühle. Besonders, weil seine Familie extra aus Großbritannien angereist war, um ihn in Berlin laufen zu sehen.
Enttäuschende Ergebnisse für die deutschen Olympiasiegerinnen
Zur Überraschung vieler war neben Azu auch Eseme im Finale am Start gewesen. Der 32-jährige Kameruner hatte erfolgreich gegen seine Disqualifikation protestiert. Er durfte im Finale laufen – wenn auch nicht so schnell wie der britische Konkurrent.
Für die Olympiasiegerinnen Mihambo und Ogunleye nahm der Abend kein gutes Ende. Während Mihambo im Weitsprung das Nachsehen hinter Pauline Hondema (Niederlande) hatte, wurde Ogunleye im Kugelstoßen übertrumpft. Jessica Schilder (Niederlande) stieß ihre Kugel 20,69 Meter weit. Ein weiterer Meeting-Rekord zum Abschluss des Events.







