Nun, sicher hat jemand in JD Vance auf der Ehrentribüne einen traurigen Clown gesehen. Und das Angler-Outfit der deutschen Athletinnen und Athleten bei der Eröffnungsfeier mit Regenponcho und Fischerhut lässt nur hoffen, dass sich irgendjemand beim Entwurf wirklich gedacht hat: Och, lass uns diesmal witzig aussehen. Tja, dieser Humor erschloss sich nicht vielen, obwohl ja gerade die lustigste Jahreszeit auf ihren Höhepunkt zusteuert: Helau und alaaf, übermorgen ist Rosenmontag. Aber mit Karneval haben Italien und Olympische Spiele nicht viel am Hut.
Olympia-Kolumne: Gegen Krapfen haben Cornetto und Sfogliatelle keine Chance
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Hier in den Dolomiten gibt es zahlreiche Panifici, die vermutlich nicht an Kostüme und Kamelle denken werden, aber in ihrer Auslage Faschingsgelüste wecken. Weil ich auswärts frühstücken muss, vergebe ich den Bäckereien im Fassatal Medaillen. Goldfavorit ist derzeit das Haus Zanoner in Moena. Der Krapfen Bomba hat magische Anziehungskräfte, er ist ja die Königsdisziplin der fastnächtlichen Fettgebäcke. Köstlich gefüllt mit Marmelade, in diesem Fall mit erdbeeriger. Daneben liegend haben Cornetto und Sfogliatelle keine Chance. Sie nennen ihn Krapfen, wir kennen ihn aber auch als Berliner, Pfannkuchen, Kräbbelkes oder Puffel. Damit lässt sich morgens nichts falsch machen. Kein Wunder, dass John F. Kennedy damals zuckersüß verkündete: „Ick bin ein Berliner.“ Was wohl Donald Trump heute über sich sagen würde? Ick bin Donut, oder? Zu lange in der heißen Fritteuse gelegen und letztlich auch noch hohl von innen.
Für mich gilt: Ick bin ein Püfferkes. Eine niederrheinische Abwandlung des Krapfens, Tante Doris hat immer so leckere gemacht. Außerdem gab es mal diese Krapfengate-Affäre. Karnevalsparty, man ist jung und vorlaut, stellt sich dem Wettessen mit großen Sprüchen. Als das erste Gebäck im Mund verschwunden war, fragte der Kumpel grinsend: „Und, schmeckt der Senf?“ Der war übrigens: ein Berliner. So ein Krapfen!



