Die Vorbereitung ist vorbei, jetzt zählt‘s: Am Mittwoch (18 Uhr) starten die deutschen Handballerinnen in Stuttgart gegen Island in ihre Mission Heim-WM. Weitere Vorrundengegner sind Uruguay (Freitag/18 Uhr) und Serbien (Sonntag, 18 Uhr/ alle bei sporteurope.tv). Für Hauptrunde und Viertelfinale geht es weiter nach Dortmund. In Rotterdam, bei Co-Gastgeber Niederlande, stehen die Medaillenspiele an. Da will das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch (51) dabei sein. Der Traum von der ersten WM-Medaille seit Bronze 2007 lebt auch bei ihm.

Herr Gaugisch, Sie wissen schon, wie es sich anfühlt Weltmeister zu werden – zumindest als Vater und Co-Trainer. Ihr Sohn Kalle hat vor Kurzem mit der U17 die WM gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

Markus Gaugisch: Dankeschön! Ja, es war eine extrem spannende Zeit für ihn. Im Juli Silber beim European Youth Olympic Festival, jetzt der Sieg im WM-Finale gegen Ägypten. Als Trainer und Vater freue ich mich unfassbar für ihn. Aber ich bin auch super froh über die Entwicklung der Mannschaft, weil man sieht, was kontinuierliche Arbeit ausmacht – das macht als Trainer viel Spaß. Und als Papa kann ich einfach voll emotionaler Freude sein.

Gelingt Ihnen das gut, gleichzeitig Vater und Trainer zu sein?

Das ist manchmal nicht so leicht. Ein Handballspiel schaue ich leider längst nicht mehr wertfrei. Da läuft im Kopf einfach diese Taktik-Maschinerie. Aber den Moment in der Halle in Casablanca habe ich schon sehr genossen. Und es ist ja völlig klar: Auch wenn Kalle das Finale mit seinem Team verliert, ist er immer mein Sohn, den ich immer unterstützen werde. Trotzdem ist es wichtig, ansprechen zu können, was nicht gut gelaufen ist. Es geht dann um die Sache und nicht um die Person.

Gibt es dann zu Hause auch mal Reibereien?

Ja, klar, das bleibt nicht aus. Aber das ist ja auch normal. Und es ist gut, sich zu reiben, zu lernen, eigene Sichtweisen zu vertreten und sich zu behaupten. Ich finde es auch super, wenn mal ein Impuls kommt, der nicht meiner Meinung entspricht und über den man dann gemeinsam diskutiert. Das gilt für die Familie wie für das Trainerteam. Das entwickelt und bringt einen weiter. Wir haben da einen ganz guten Umgang gefunden.

Ihre Frau ist ehemalige Handballerinnen, auch Ihre Kinder spielen: Gibt es bei Ihnen zu Hause überhaupt noch ein anderes Thema als Handball?

(lacht) Tatsächlich nicht wirklich. Abschalten ist nicht so meins, da tue ich mich schwer. Das war aber schon immer so. Und meine Familie kennt das nicht anders. Ich bin ja auch schon lange im Handball tätig.

Gaugisch lernte unterschiedliche Handballwelten kennen: Vorbild Skandinavien

Sie waren selbst Profi, haben Jugend-, Männer- und Frauenteams gecoacht. Seit 2022 sind Sie Bundestrainer der deutschen Handballerinnen. Was haben Sie aus den unterschiedlichen Welten mitgenommen?

Ich habe sehr viel gelernt, weil es auch natürlich Unterschiede gibt. Die sind nicht nur geschlechtsspezifisch, denn jede Gruppe ist verschieden. Es ist wichtig, offen zu sein und zu versuchen, so viel wie möglich wahrzunehmen. Bei den Männern ist es – würde ich jetzt so in der Nachbetrachtung sagen – häufig so, dass sie Dinge einfach erstmal machen. Und wenn es schiefgeht, geht es eben schief, dann rennen wir eben gegen die Wand und probieren danach was Neues aus. Im weiblichen Bereich wird mehr reflektiert. Da wird vorher die Frage gestellt: Warum machen wir das? Was soll dabei rauskommen? Ich habe schon das Gefühl, dass sie mehr hinterfragen. Und dann diskutieren wir auch mal. Ich habe da natürlich auch keine ultimative Wahrheit, es ist nur meine Wahrnehmung. Es gibt in Deutschland nicht so viele Trainer, die auf dem High-End-Niveau schon Männer und Frauen trainiert haben. Da ist es interessant, sich mit den Skandinaviern auszutauschen.

Hier wird auch mal diskutiert: Bundestrainer Markus Gaugisch mit seinen Spielerinnen.
Hier wird auch mal diskutiert: Bundestrainer Markus Gaugisch mit seinen Spielerinnen. © Marco Wolf/dpa | Marco Wolf

Da ist es bereits etabliert?

Ja, da gibt es mehrere, die sowohl mit Männer- als auch mit Frauenteams international erfolgreich waren. Da ist das gar keine Diskussion, das Standing des weiblichen Bereichs ist da ein ganz anderes. In Deutschland schwingt immer ein bisschen mit, es sei ein Rückschritt, wenn man aus dem Männer- in den Frauenbereich wechselt.

Kann Deutschland davon also was lernen?

Ich denke schon. Der umfassende Blick auf den Handball ist sehr wertvoll. In Deutschland kämpfen wir mit historisch gewachsenen Vorurteilen. Da würde ich mir mehr Offenheit wünschen, dass mehrere Trainer zwischen den Bereichen wechseln. Es geht bei dem, was wir tun, immer um die Qualität. Darum, eine Gruppe so gut wie möglich zu machen. Das sind Sachen, die nicht geschlechtsspezifisch sind.

Gaugisch muss auch Themen jenseits des Feldes moderieren

Wie kam der Schritt für Sie damals?

Das war eine Sache, die mit hundertprozentiger Überzeugung aus dem Bauch kam. Es war für mich eine neue Möglichkeit, eine andere Klientel, eine andere Zielsetzung. Das fand ich sofort spannend und wollte diese Erfahrung machen.

Als was sehen Sie sich heute: Jugend-, Männer-, oder Frauentrainer?

Ganz einfach: Handballtrainer. Taktik ist nicht männlich oder weiblich. Man führt die gleichen Gespräche. Aber natürlich muss ich mir aufgrund der athletischen Voraussetzungen ein paar Dinge anders überlegen. Wie spiele ich ein Zwei gegen Zwei? Wie viel Raum kann eine Frau mit einem Schritt überwinden? Aber das sind technische, individualtaktische Lösungen und nicht kollektiv-taktische Sachen.

Sie haben sich in Ihrer Zeit bei der Nationalmannschaft auch vielen Themen abseits des Spielfelds stellen müssen: Angefangen mit einem Fall des Machtmissbrauchs durch einen Vereinstrainer beim BVB zur Zeit Ihrer Amtsübernahme. Was hat das mit Ihnen gemacht?

Alles, was mit physischer, psychischer oder sexualisierter Gewalt zu tun hat – das sind Themen, die es nicht geben darf. Das ist alles falsch und schlimm. Und deshalb ist es beispielsweise sehr wichtig, dass beim DHB-Bundestag vor ein paar Tagen ein Safe Sport Code verabschiedet wurde. Das gilt aber nicht nur für den Sport. Jeder Vorfall hat auch einen negativen Effekt auf die vielen, tollen Ehrenamtler, die ihre Freizeit opfern und so gute Arbeit mit Kindern und Jugendlichen leisten. Ich möchte für sie eine Lanze brechen. Sie halten das gesellschaftliche Leben an vielen Stellen am Leben. Auch für sie ist der Safe Sport Code hoffentlich eine Hilfe.

Ein anderes Thema, das gesellschaftlich immer mehr Aufmerksamkeit erfuhr, war der Umgang mit Müttern in der Nationalmannschaft.

Ja, wir hatten mit unserer Torhüterin Dinah Eckerle ja auch eine Mama im Team. Das sollte ein ganz selbstverständliches Thema sein. Frauen, die Familien gründen wollen, bekommen Kinder. Das ist im normalen Arbeitsleben abseits des Profisports auch so. Und wenn Handball ihr Beruf ist, muss man schauen, welche Möglichkeiten es gibt, das unter einen Hut zu bringen. Aus meiner Sicht ist das ein ganz wichtiges Thema, mit dem man sich beschäftigen muss. Wir reden da auch im Team drüber. Wenn eine Spielerin zu mir kommt und sagt, dass sie schwanger ist, freue ich mich auch riesig für sie – das Menschliche steht da komplett im Vordergrund. Es ist ein normaler Prozess, der aber natürlich im Leistungssport noch nicht so normal gehandelt wird, wie es sein sollte. Um wieder zu der Topleistung zu kommen, braucht es eben Zeit. Und die muss vernünftig begleitet sein. Als Klub und Verband sollte man da offen sein.

Ludwigsburg-Skandal hatte auch auf das Team Effekte

Ein Thema, das vom Klub- in den Nationalmannschaftshandball schwappte, war die Pleite von Topverein HB Ludwigsburg, sechs DHB-Spielerinnen waren betroffen.

Ja, das hat uns allen einen Stich versetzt. Ich war dort selbst drei Jahre als Trainer tätig, ich kenne ja auch die ganzen Schicksale außerhalb des Spielfelds. Man spricht immer über die Spielerinnen, für die das auch katastrophal war, aber wer redet über das Trainerteam? Die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle, die alle plötzlich keinen Job mehr hatten? Die Fans, die viel auswärts mitgereist sind und denen ein Stück Lebensinhalt wegbricht? Das ist ein sehr komplexes Thema.

Wie haben Sie Ihre Spielerinnen auffangen können?

Wir haben viele Gespräche geführt. Das hatte mitten in der Vorbereitung auf eine Heim-WM auch massiven Einfluss auf uns. Die Situation war luxuriös: Wir hatten einen Block aus sechs eingespielten Spielerinnen, die nicht nur täglich auf Topniveau trainiert haben, sondern auch regelmäßig in der Champions League internationales Level gespielt haben. Sie mussten sich im Sommer alle neue Vereine suchen, in einem neuen Umfeld zurechtkommen. Das war ein Worst Case.

Haben Sie nun das Gefühl, die Nebenschauplätze geschlossen zu haben und den vollen Fokus auf die WM richten zu können?

Es war schon noch Thema in vergangenen Lehrgängen. Es ist auch meine Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, dass die Spielerinnen ihre Topleistung abrufen können. Ich habe jetzt aber ein sehr gutes Gefühl. Wir haben gute Trainingseinheiten und Lehrgänge gehabt, viel investiert. Ich nehme auch die Spielerinnen sehr fokussiert wahr. Die Stimmung ist gut: Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielerinnen, die einen jugendlichen Spirit reinbringen. Das macht viel Spaß.

Wie funktioniert denn der Austausch zwischen diesen Gruppen?

Ich erwarte von jeder Spielerin, dass sie Eigenverantwortung übernimmt. Aber es ist auch Aufgabe der Erfahrenen, ihre Erfahrung weiterzugeben. Daran können beide Seiten wachsen und davon profitieren. Ich finde es auch gut, wenn mal eine der Spielerinnen klar benennt, wenn was mal nicht läuft. Wenn zu wenig Zug im Training ist, dann ist es mir egal, ob da eine Jahrgang 2000 oder 1990 auf den Tisch haut. Dann muss es auch mal scheppern. Wichtig ist, dass es auch da immer um die Sache geht. Wir haben schließlich alle das gleiche Ziel: Wir wollen gemeinsam erfolgreich sein. Und das funktioniert nicht nur mit Harmonie.

Gemeinsam sind sie stark: Die deutschen Handballerinnen gehen mit zwei Vorbereitungssiegen in die Handball-WM.
Gemeinsam sind sie stark: Die deutschen Handballerinnen gehen mit zwei Vorbereitungssiegen in die Handball-WM. © Marijan Murat/dpa | Marijan Murat

Wie gelingt es Ihnen, auf die einzelnen Charaktere einzugehen?

Das ist ein lebenslanges Lernen. Aber man bekommt schon ein Gefühl dafür, wer wie reagiert. Zu wissen, dass Leute unterschiedlich ticken, hilft einem immer.

Ein Team, viele Spielerinnen-Typen: Aber ARD und ZDF sind erst spät dabei

In Ihrem Kader haben Sie bewusst auf unterschiedliche Spielerinnen-Typen gesetzt.

Genau. Da ist zum Beispiel unsere Torhüterin Katharina Filter, die in ihrem Verein Topleistungen in der Champions League gezeigt hat. Oder Viola Leuchter, die als Jahrgang 2004 noch unglaublich jung ist, aber schon Olympische Spiele erlebt hat. Von null auf 100 quasi. Sie ist eine besondere Spielerin. Überhaupt haben wir viele verschiedene Qualitäten. Nina Engel ist eine Eins-gegen-Eins-Maschine, Emily Vogel ist in überragender Form, Xenia Smits strahlt eine unheimliche Spielfreude aus. Alina Grijseels ist ein absolutes Handball-Brain, die es wie kaum eine andere versteht, ein Spiel zu steuern. Das sind alles unterschiedlich Typen, aber das ist genau die Stärke: Wir kommen nicht über die eine Spielerin, wir haben in der Breite eine hohe Qualität. Und ich hoffe, dass sie bei der Heim-WM in der jeweiligen Situation auch ihre unterschiedlichen Stärken einbringen können.

Daumen hoch: BVB-Spielerin Alina Grijseels ist das Gehirn der deutschen Handballerinnen.
Daumen hoch: BVB-Spielerin Alina Grijseels ist das Gehirn der deutschen Handballerinnen. © Marijan Murat/dpa | Marijan Murat

Bei einer Heim-WM dürfte die Motivation besonders hoch sein. Sehen Sie das Turnier auch als Chance, den Frauenhandball sichtbarer zu machen?

Man muss schon sagen: Das Zugpferd für Handball in Deutschland sind die Männer. Das will ich auch gar nicht negativ bewerten. Wir versuchen, uns drumherum besser zu positionieren und die Sichtbarkeit zu erhöhen. Der Verband tut wirklich viel dafür, vor allem mit unserer Bewegung „Hands up for more“. Aber die Bubble ist letztlich schon begrenzt. In Skandinavien ist das ganz anders: Die gesellschaftliche Wahrnehmung ist eine andere, von Sport allgemein, aber auch von Sportlerinnen. Du bist jemand, wenn du Handballerin in der Nationalmannschaft bist. Aber da hat die Liga auch eine ganz andere Präsenz, die Spiele laufen alle im frei empfangbaren Fernsehen. Da bleibt dann eher mal jemand hängen.

In Deutschland soll die WM erst ab dem Viertelfinale bei ARD und ZDF laufen.

Ich verstehe, dass das nicht einfach ist mit den Übertragungsrechten. Aber natürlich hätten die Spielerinnen es bei einer Heim-WM verdient, dass sie komplett zu sehen sind. Sie trainieren genauso hart, keine geht weniger in den Kraftraum als beispielsweise ein Julian Köster. Auch wenn sie noch studieren oder Berufen nachgehen: Sie sind zu 100 Prozent Leistungssportlerinnen. Sie haben tolle Geschichten zu erzählen – ich bin da selber teilweise erstaunt, was ich noch über sie lerne. Sie nehmen sich bei all dem aber nicht so wichtig.

Eine sehr professionelle Einstellung.

Handball ist ihr Beruf. Wenn sie das nicht so leben würden, wäre ihr Hobby eben nur das: ein Hobby.

10.000 Zuschauer in Dortmund – und dann gegen ein Topteam

Und mit Hobbysport kommt man nicht zur Weltmeisterschaft, spielt gegen die besten Mannschaften der Welt. Tun Sie sich schwer damit, ein klares Ziel zu formulieren?

Nein, ich tue mich nicht schwer. Für uns als Mannschaft ist das Ziel, dass wir eine High-End-Leistung in Dortmund bringen.

Die Abwehr liefert: Xenia Smits (links) und Nina Engel stoppen einen Schweizer Angriff.
Die Abwehr liefert: Xenia Smits (links) und Nina Engel stoppen einen Schweizer Angriff.© Marijan Murat/dpa | Marijan Murat

In der Westfalenhalle werden die deutschen Hauptrundenspiele und ein mögliches Viertelfinale ausgetragen. Die Partien sind fast ausverkauft, es werden rund 10.000 Zuschauer erwartet. Was erhoffen Sie sich von dieser Kulisse?

Das wird etwas Besonderes, so ein großes Publikum ist bei uns im Frauenhandball nicht alltäglich. Aber wir haben letztes Jahr bei einem Testspiel gegen Brasilien schon einmal erlebt, was für eine Power diese Halle hat. Dazu die große Historie der Spielstätte. Und: Das Handballpublikum kennt seine Aufgabe. Das kann ein Magiefaktor sein.

Getragen vom Publikum müssen dann die Spielerinnen abliefern.

Jede kennt ihre Aufgabe, ihre Rolle. Wir als Trainerteam müssen sie dahinbringen, ihre Bestleistung abliefern zu können. Alles andere ergibt sich dann: Wenn wir schlecht spielen, kommen wir nicht weiter, dann haben wir keine Chance auf Rotterdam, wo das Halbfinale stattfindet. Aber selbst wenn wir gut spielen, ist es nicht garantiert.

Wenn Sie das Viertelfinale erreichen, ist ein Duell mit einer Topnation quasi unausweichlich.

Das ist richtig. In unserer Turnierhälfte wären das Norwegen oder Schweden – sie haben sich über Jahre als Weltspitze etabliert. Ihre Spielerinnen stehen bei den besten Klubs der Welt unter Vertrag. Unser Ziel ist es also, da eine Topleistung abzuliefern. Erreichen wir unser Ziel, können wir unseren Traum verwirklichen.

Noch bis April 2026 Bundestrainer – und dann?

In den Niederlanden um die Medaillen einer WM zu spielen, wäre der Höhepunkt Ihrer bisherigen Arbeit als Bundestrainer. Ihr Vertrag läuft noch bis April 2026. Gibt es schon Pläne, wie es danach für Sie weitergeht?

Für mich zählt erstmal das, was jetzt kommt. Da setze ich all meine Energie drauf. Danach muss man sehen, welche Seite was will. Dann muss man sprechen und eine Entscheidung treffen. Ich habe da noch keine Sekunde dran gedacht, spüre auch keine Zukunftsangst.

Wäre es für Sie ein Leichtes, wieder in Ihren Job als Lehrer zurückzukehren? Aktuell sind Sie ja beurlaubt.

Für mich wäre das überhaupt kein Problem. Mir gefällt es, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Mir hat das viel Spaß gemacht, morgens in die Schule zu gehen, diesen ganzen Trubel zu haben. Aber aktuell bin ich unheimlich gern Bundestrainer. Es macht mir saumäßig Spaß, Handball zu leben, im Handball zu arbeiten. Diese Herausforderung ist brutal geil, aber ich genieße es, auch woanders eine Challenge finden zu können.

Und ehrenamtlich könnten Sie ja immer noch Handballtrainer sein…

(lacht) Das geht immer. In meinem Heimatverein habe ich das auch gemacht. Gefühlt ist die Bereitschaft, ins Ehrenamt zu gehen, nicht mehr so groß wie früher. Das ist sehr schade, aber einfach eine gesellschaftliche Entwicklung seit Corona. Social Media trägt einen Teil dazu bei. Und natürlich hätte der Trainerjob an sich auch mehr Wertschätzung verdient. Jeder, der sich in diesem Bereich engagiert, investiert unheimlich viel, das wird zu wenig gesehen.