Bei der Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Spiele kann Berlin auf den Rückhalt seiner Profivereine bauen. Wie die „Initiative Berliner Proficlubs“ am Dienstagnachmittag in einer Medienrunde mitteilte, unterstützen die sechs großen Vereine Union Berlin, Hertha BSC, Eisbären, Alba, Füchse und BR Volleys das Ansinnen, in den 2040er-Jahren Olympische Spiele in der Hauptstadt auszutragen.

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Allerdings knüpften die Klubs ihr Engagement an einen Katalog aus fünf Bedingungen, den Volleys-Geschäftsführer und Berlins Olympia-Beauftragter Kaweh Niroomand gemeinsam mit Union-Präsident Dirk Zingler und Alba-Geschäftsführer Marco Baldi in der Alten Försterei präsentierten.

Darin fordern sie im Zuge der Bewerbung, dass „vor allem der Breitensport in Berlin strukturell und nachhaltig profitiert“. Zu den genannten Maßnahmen zählen die Einrichtung eines Breitensport-Fonds, ein Investitionsprogramm für Sportstätten, Sportförderung in allen gesellschaftlichen Gruppen, ein verbessertes Schulsportangebot und mehr Unterstützung für Jugendtrainer.

Ganz Berlin soll von Olympischen Spielen profitieren

Die drei Männer waren zuvor auf der Suche gewesen. Nach einem „Hebel“, nach einem „Weg“, nach einem „Ruck“. Einerseits, um die marode Sportinfrastruktur in der Stadt wieder instand zu setzen. Andererseits, um die Popularität einer Berliner Bewerbung zu steigern – denn von der sind längst nicht alle Teile der Stadt überzeugt.

„Wir sehen Olympia als einen Hebel für die Stadtgesellschaft in städtebaulicher und sozialer Sicht, im Wohnungsbau und Sportstättenbau, den wir so nicht haben“, erklärte Niroomand. Der Tenor des Trios: Von Olympischen Spielen profitierten alle Bürger der Hauptstadt und nicht nur ihre sportbegeisterten Einwohner.

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„Ob in Marzahn, Gropiusstadt oder Spandau irgendwelche Wettbewerbe ausgetragen werden, weiß ich nicht. Aber die Leute wollen wissen: Was haben wir eigentlich davon? Da muss volles Commitment dahinter sein“, betonte Baldi von Alba Berlin.

Laut Union-Präsident Zingler steige damit die Akzeptanz für das Großprojekt: „Unser Klub steht dahinter, weil wir einen Weg gefunden haben, den Nutzen des Ereignisses mit den Menschen zu verknüpfen, die vor und nach den Olympischen Spielen da sind. Das müssen wir uns stärker ins Handlungsbuch schreiben, dass die Dinge, die wir tun, bei den Menschen ankommen, die uns legitimiert haben, Dinge zu tun. Das sind die Berliner.“

Neben Berlin gibt es drei weitere Bewerber

Die Frage der Legitimation begleitet das Berliner Unterfangen von Anfang an. „Berlin kann keine Volksbefragung von oben anordnen“, stellte Niroomand klar. Stattdessen solle es „viele Dialogformate und Partizipationsformate geben“, in denen man „mit Stakeholdern und der Bevölkerung direkt“ spreche. Zudem verwies der 72-Jährige auf die Volksinitiative des Landessportbunds, die Unterschriften für eine Bewerbung sammelt.

In München, neben Hamburg und der Region Rhein/Ruhr einer der drei anderen Bewerber um die Ausrichtung der Spiele in Deutschland, findet am Sonntag ein Bürgerentscheid zu diesem Thema statt. Laut Niroomand sei der in jedem Fall erkenntnisreich: „Sollte das positiv ausgehen, ist das ein gutes Signal, das von einer wichtigen Stadt in Deutschland ausgeht.“

Kritik am DOSB

Dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) vier Bewerber auf nationaler Ebene gegeneinander antreten lässt, stößt in der Berliner Runde auf Kritik. „Ich finde es schade, dass das Verfahren so ist wie ist es. Der eigentliche Wettbewerb ist international. Ich fände es schon gut, wenn die entsprechenden Gremien sich mal Gedanken machen, ob es nicht ein intelligenteres Verfahren gibt“, ließ Baldi wissen.

Zustimmung bekam er von Zingler: „Ich finde es total schade, dass wir in unserem Land im nationalen Wettbewerb Verlierer erzeugen. Es wird mehr Verlierer als Gewinner geben.“

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Dennoch zeigte sich das Triumvirat der Sport-Macher überzeugt vom möglichen Gastgeber Berlin. „Wenn Deutschland sich bewirbt, dann doch ganz sicher mit der Stadt Berlin. Berlin ist die Stadt mit der größten Strahlkraft“, betonte Zingler.

Politik für Olympia

Baldi erhofft sich durch die Olympia-Bewerbung gar eine Initialzündung für ganz Berlin. „Wie könnte hier mal ein Ruck durch die Stadt gehen? Hinter welcher Idee kann man die Menschen versammeln? Da fällt mir nicht viel außer Olympia ein“, so der Alba-Manager.

Zumindest die politischen Entscheidungsträger wähnen die Klubs weiter auf ihrer Seite. „Ich kann mich weder über den Regierenden Bürgermeister, noch über die Innensenatorin beschweren. Ich glaube, die Unterstützung der Politik haben wir“, gab Niroomand an. Doch er weiß, dass noch viel Überzeugungsarbeit wartet.