Am Abend vor dem blamablen 0:2 in der Slowakei hatte Julian Nagelsmann noch Späße gemacht. Wenn es seine Mannschaft „unfassbar emotionalisiere“, dann würde er an der Seitenlinie auch wie Kölns Lukas Kwasniok im Trikot coachen, antwortete der Bundestrainer auf die „emotionale Frage“ eines „Bild“-Reporters.

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Vielleicht hätte sich Nagelsmann am Donnerstagabend tatsächlich ein Deutschland-Trikot überstreifen müssen. Schließlich fehlte seinen Spielern in Bratislava jegliche Emotionalität. Das war zumindest die Erklärung von Nagelsmann nach dem ernüchternden Auftritt zum Auftakt der WM-Qualifikation.

DFB-Spieler auf falschen Positionen unterwegs

Die fehlenden Basics seien es gewesen, bestätigten auch Kapitän Joshua Kimmich und Torhüter Oliver Baumann. Aber ist das wirklich die alleinige Wahrheit?

Nach der dritten Niederlage in Folge – das gab es zuletzt im September 2023 unter Hansi Flick vor dessen Aus – muss sich auch der Bundestrainer die Frage gefallen lassen, ob er mit seinen Maßnahmen den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Slowakei - Deutschland
Ratlosigkeit auch auf der Tribüne bei den DFB-Verantwortlichen Andreas Rettig (v.l.), Rudi Völler und Bernd Neuendorf.© Christian Charisius/dpa | Christian Charisius

Es sind Fragen, die an die letzten Monate unter Flick erinnern. Warum stellt er seine Spieler auf Positionen, auf denen sie nicht ihre Stärken haben? Als Beispiel seien die Münchner Leon Goretzka und Serge Gnabry genannt. Goretzka irrte orientierungslos im Zehnerraum herum, während Gnabry, der laut Nagelsmann genau dort seine Stärken hat, irgendwo im rechten hinteren Halbraum erfolglos nach Bindung zum Spiel suchte.

Es war nicht das erste Mal, dass Nagelsmann seine Mannschaft mit seinen Ideen überfrachtete und sich somit vercoachte. Die Mannschaft zeigte im Spielaufbau verschiedenste Varianten, die so variabel waren, dass selbst Kimmich hinterher nicht mehr sagen konnte, auf welcher Position er eigentlich gespielt hatte.

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Nagelsmann wollte zum Start der WM-Qualifikation mit seinen Anpassungen drei Schritte nach vorne gehen. Nun muss auch er wieder schnell zu den Basics des Trainerhandwerks zurückkehren. Und dazu zählt nicht nur die Emotionalität, sondern auch ein klarer und nachvollziehbarer Matchplan.