Relegation

1. FC Union steigt in die Bundesliga auf

Im Relegationsrückspiel reicht dem 1. FC Union ein 0:0 gegen den VfB Stuttgart zum erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga.

Akagi Gogia (l.) and Sebastian Polter (r.) feiern den Aufstieg.

Akagi Gogia (l.) and Sebastian Polter (r.) feiern den Aufstieg.

Foto: Stuart Franklin / Bongarts/Getty Images

Berlin.  Freudentaumel in der Alten Försterei: Der 1. FC Union hat das Wunder vollbracht und den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga geschafft. Im Relegationsrückspiel kam die Mannschaft von Trainer Urs Fischer zu einem schwer erkämpften 0:0. Im Hinspiel hatten die Eisernen ein 2:2 geholt - und gewann aufgrund der mehr geschossenen Auswärtstore diese Relegation. Union steigt zum ersten Mal in die Bundesliga auf und ist insgesamt der 56. Bundesligist. Der VfB Stuttgart dagegen muss den dritten Abstieg hinnehmen.

1. FC Union in der Bundesliga: Das wollen Sie wissen

Michael Müller (Berlins Regierender Bürgermeister, SPD): „Gratulation an die Eisernen! Der 1. FC Union hat den lange ersehnten Aufstieg mehr als verdient und zusammen mit seinen treuen Fans über Jahre dafür gekämpft. Glückwunsch an Mannschaft, Trainer, Vereinsführung und Fans. Sie alle stehen zusammen dafür, dass Union auch abseits vom Platz weit über Berlin hinaus bekannt ist und geschätzt wird. Die Fußballstadt Berlin darf sich endlich wieder über Lokalderbys zwischen Hertha und der Union freuen.“

Dirk Zingler (Präsident 1. FC Union): „Ich fasse es gar nicht. Ich bin seit 40 Jahren in diesem Verein. Wir haben auf dieses eine Spiel gewartet, haben darauf hingearbeitet. Die Leute sind heute so glücklich, das haben sie sich so verdient.“

Thomas Hitzlsperger (Vorstand Sport VfB Stuttgart): „Gratulation an Union. Union hat 180 Minuten Vollgas gegeben, sind in die Zweikämpfe gegangen. Bei uns hat es nicht gereicht. Wir sind mit anderen Erwartungen in die Saison gestartet.“

Urs Fischer (Trainer 1. FC Union): „Ein ganzer Verein hat ein Jahr alles dafür gemacht, so ein Aufstieg braucht viele Hände, das ist ein gemeinsamer Erfolg. In der ersten Halbzeit hatten wir unsere Probleme. In der zweiten Hälfte waren wir mutiger, hatten auch Torchancen.“

Nico Willig (Trainer VfB Stuttgart) „Union steigt verdient auf, sie haben eine tolle Saison gespielt, wir eine katastrophale. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt. In der zweiten Hälfte hat Union Oberwasser bekommen, uns ist der Saft ausgegangen. Und nach den beiden Pfostenschüssen ist das Ding auch verdient Richtung Union gegangen.“

Oliver Ruhnert (Geschäftsführer Union): „Die Leute hier haben sich so danach gesehnt, es ist ein geiles Gefühl, das den Leuten hier zu schenken.“

Union feiert nach Aufstieg lange Partynacht: "Einfach geil"

Sebastian Andersson (1. FC Union): Ich weiß nicht, was ich fühle, es ist unglaublich. Wir haben heute wieder einen großen Kampf geliefert.

Michael Parensen (1. FC Union): „Was wir geleistet haben in dieser Saison, was wir an Chancen in dieser Saison vergeben haben, was wir reingehauen haben, auch heute - das ist Wahnsinn. Es gehört viel dazu und man braucht auch Glück.“

Unions Aufstieg ist ein Gewinn für Berlin

22.30 Uhr Bierdusche für Urs Fischer, den Aufstiegstrainer des 1. FC Union.

22.25 Uhr Positiv besetzter Platzsturm im Stadion an der Alten Försterei. Die Union-Fans fluten den Platz.

Endstand 1. FC Union - VfB Stuttgart 0:0

90.+5: Die letzte Minute läuft

90.+2’: Michael Parensen kommt für Zulj, der letzte Wechsel bei Union.

90.+1 Gelbe Karte für Union-Verteidiger Marvin Friedrich.

90.’: Nachspielzeit: fünf Minuten

89.’: Union-Torwart Gikiewicz mit einer starken Parade nach einem Pavard-Schuss, Eckball Stuttgart.

86.’: Freistoß für Union, links versetzt 20 Meter vom Stuttgarter Tor: Zulj schaufelt den Ball … anderthalb Meter neben das Tor.

81.’: Zweiter Union-Wechsel: Gogia ersetzt Abdullahi.

75.’: Union fehlt nur noch eine Viertelstunde bis zum Bundesliga-Aufstieg.

71.’: Gelbe Karte für den Stuttgarter Hübener nach einem taktischen Foul gegen Prömel.

67.’: Diesmal ist Abdullahi frei durch und spitzelt den Ball im Fallen an Torwart Zieler vorbei - und trifft erneut den Pfosten.

65.’: Union kann doch Torgefahr: Abdullahi zieht aus 13 Metern ab - der Ball prallt vom rechten Pfosten zurück ins Feld.

63.’: Erstmals Konfusion im Stuttgarter Strafraum: Der Unioner Prömel nimmt den Ball nicht sauber an, verwirrt dadurch Torwart Zieler, Ascacibar bekommt den Ball nicht weg, Zieler ist sich nicht sicher, ob er ihn in die Hand nehmen darf und drischt ihn Richtung Eckfahne.

56.’: Aufregung im Union-Strafraum, der VfB fordert einen Elfmeter. Richtig ist: Nachdem er in einem Luftduell war, springt der Ball dem Unioner Grischa Prömel vo hinten an die Hand - Schiedsrichter Dingert bekommt vom Videoassistenten ins Ohr gesagt: kein strafbares Handspiel - weiter geht’s.

53.’: Endlich mal ein Union-Abschluss, Prömel schießt aus spitzem Winkel, der Ball ist leichte Beute für VfB-Torwart Ron-Robert Zieler.

51.’: Gelbe Karte für den Unioner Manuel Schmiedebach nach einem Foul an Akolo.

50.’: Nach wie vor Pyros im VfB-Block.

46.’: Die zweite Hälfte läuft, Stuttgart jetzt mit Torjäger Mario Gomez für Gonzalez.

Der Anpfiff zur zweiten Hälfte verzögert sich, weil Anhänger beider Mannschaften Pyrotechnik zünden.

Pausenstand 1. FC Union - VfB Stuttgart 0:0

45.’: Nachspielzeit vier Minuten.

45.’ Der Stuttgarter Zuber zirkelt den Ball aus 20 Metern aufs Union-Tor, Torwart Gikiewicz lenkt den Ball um den Pfosten.

35.’: Stuttgart erneut mit einem Torabschluß, Genter schießt aus 16 Metern - Union-Torwart Gikiewicz in die Arme.

31.’: Die Hausherren spielen mit viel Einsatz, bekommen aber keine Ruhe in ihr Spiel und bauen bisher keinen Druck vor dem VfB-Tor auf.

29.’: Der Stuttgarter Akolo realisiert nicht, wie frei er vor dem Union-Tor steht, so wird sein Kopfball leichte Beute für Union-Torwart Gikiewicz.

24.’: Badstuber hat einen Cut über der rechten Augenbraue, spielt mit einem weißen Turban weiter. Kabak ist mit blauem Turban unterwegs.

19.’: Holger Badstuber und Kabak stoßen beim Kopfballduell zusammen, beide VfB-Innenverteidiger tragen eine Platzwunde am Kopf davon und müssen behandelt werden.

10.’: Der Freistoß von Dennis Aogo landet im Netz von Union - doch dann tritt der Videobeweis in Aktion. Schiedsrichter Dingert ahndet den Einsatz des Stuttgarters Gonzales, der im Fünfmeter-Raum Union-Torwart Gikiewicz behindert hat - kein Tor.

9.’: Ungeschicktes Foul vom Unioner Ryerson am eigenen Strafraum, Freistoß für den VfB aus 18 Metern.

4.’: Eckball für den VfB, im Fallen schießt der Stuttgarter Kabak, Union-Torwart Gikiewicz kann retten - gleich eine wichtige Parade zum Anfang.

1. Minute: Union hat Anstoß, das Relegationsrückspiel läuft

20.25 Uhr Pyro-Irrsinn im Gäste-Block des VfB - Rauchschwaden ziehen durchs Stadion.

20.05 Uhr Die Union-Fans sind guten Mutes … siehe Spruchband:

19.45 Uhr Die Aufstellungen: 1. FC Union: Gikiewicz - Ryerson , Friedrich , F. Hübner , Reichel - Schmiedebach - Prömel , Zulj - Abdullahi , Hartel - Andersson.

Damit tauscht Trainer Urs Fischer gegenüber dem Hinspiel auf zwei Positionen: Anstelle von Kapitän Trimmel (Gelb-Sperre) und Parensen (sitzt zunächst auf der Bank) sind Ryerson und Hübner neu im Team.

VfB Stuttgart: Zieler - Pavard , Kabak , Badstuber , Aogo - Ascacibar , Gentner - Akolo , Zuber - Donis , Gonzalez.

VfB-Trainer Nico Willig nimmt vier Wechsel vor, lässt aber erneut Ex-Nationalspieler Mario Gomez auf der Bank.

19.40 Uhr Vor dem Stadion haben sich viele Union-Fans versammelt. Einige stärken sich mit Bratwurst, Boulette und Bier. Die Anhänger sind ehrfürchtig und hoffnungsvoll zugleich. Wie Silvio W. (31) der für die Partie aus Hamburg angereist ist: „Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass Union gewinnen könnte. Das wäre ein historischer Sieg.“ Am meisten würde er sich „über einen Platzsturm freuen.“ Sollte Union gewinnen, kann er aber nicht lange feiern – um Mitternacht muss er zurück nach Hamburg.

19.30 Uhr Der Mannschaftsbus des 1. FC Union ist im Stadion an der Alten Försterei angekommen ...

19.25 Uhr Weitere Prominenz erscheint, die dabei sein will beim Relegationsrückspiel: Steffen Baumgart, ebenfalls ein Ex-Unioner, der als Trainer des SC Paderborn die Saison ein Pünktchen vor Union abgeschlossen hat - und deshalb als Zweiter der Zweiten Liga direkt in die Bundesliga aufgestiegen ist. Auch er wird herzlich begrüsst. Kurz dahinter erscheint Robert Harting, Olympiasieger mit dem Diskus, und bekennender Union-Anhänger.

19.15 Uhr Am S-Bahnhof Köpenick strömen die Fans im Minutentakt aus den Zügen. Der Schlachtruf lautet: „Union, Union“. Dort steht auch schon die Bundespolizei bereit.

19.05 Uhr Vor Ort ist Steven Skrzybski (26 Jahre), der viele Hände schütteln musste. Der Offensivspieler aus dem Union-Nachwuchs war im vergangenen Sommer zu Bundesligist FC Schalke gewechselt. Aber beim wichtigsten Spiel der jüngeren Vereinsgeschichte, drückt Skrzybski den ehemaligen Kollegen live auf der Tribüne die Daumen.

18.45 Uhr Die S-Bahn nach Köpenick ist voller Union-Fans. Am S-Bahnhof Köpenick stehen viele, die noch eine Karte suchen. So auch Janek Speight, 31, aus Mitte. Er hält das Pappschild hoch für einen Freund, der keine Karte für das ausverkaufte Spiel mehr bekommen hat. Was den Spielausgang angeht, ist er optimistisch: „Ich war letzte Woche schon in Stuttgart dabei, das war ein sehr gutes Spiel. Und heute ist alles drin.“ Sollte Union gewinnen, kann er lange feiern – er hat morgen frei.

18.30 Uhr Das Stadion an der Alten Försterei mit der Kapazität von gut 21.000 Plätzen ist seit Wochen ausverkauft.

18.20 Uhr Die Partie, in der es um den letzten verbleibenden Platz in der Bundesliga geht, wird von Schiedsrichter Christian Dingert aus Gries geleitet. Im Videobus, der im Umfeld des Stadions geparkt ist, sitzt als Videoassistent Guido Winkmann.

18.15 Uhr Auch wenn der VfB Stuttgart als Favorit dieser Relegation gilt: Der 1. FC Union will Geschichte schreiben. Mit dem 2:2 im Hinspiel haben sich die Eisernen eine starke Ausgangsposition erarbeitet.