Man liest: „Kuckt mal, wer zurück ist?“ - „Ich habe John dazu gebracht, meine Tennis-Tasche zu tragen“ und „Ich beobachte ihn“.

Man sieht: Ein junges Paar auf Zuschauerrängen einer Sportveranstaltung, den Mann des Begehrens mit schwerer Tasche am Flughafen von Minneapolis, und eine junge, hübsche, geschminkte Frau neben dem Mann des Herzens im Auto.

Tweet des englischen „Mirror“ zu dem Rendezvous, es ist das vierte Date der beiden
Tweet des englischen „Mirror“ zu dem Rendezvous, es ist das vierte Date der beiden © BM | Twitter/Mirror Sport

So spricht wohl ein verliebter Teenie auf Instagram. Ob Eugenie Bouchard verliebt ist, wissen wir aber nicht. Sie lässt es aber zumindest ihre gut 1,5 Millionen Follower glauben, die sich offenbar nicht satt sehen können - nimmt man die gut 1600 Kommentare zu nur einem Bild als Anlass – an der (märchenhaften?) Geschichte von dem Tennis-Star, der nun schon zum vierten Mal seinen Fan datet und zumindest damit spielt, dass da mehr sein könnte als nur Freundschaft.

Wie alles begann

„Sind wir eigentlich auf einem Date“, fragt die 23-jährige Kanadierin jetzt keck und postet ein Bild von einem Dinner mit dem 21-Jährigen.

Es darf also spekuliert werden über eine märchenhafte Liason zwischen der kanadischen Tennis-Schönheit Eugenie Bouchard und ihrem größten Anhänger, dem Marketing-Studenten John Goehrke.

Alles begann im Februar 2017 mit einer Wette auf Twitter. Es lief das Super-Bowl-Finale zwischen den Atlanta Falcons und den New England Patriots, Atlanta führte scheinbar deutlich mit 28:3, als John Goehrke auf Bouchards Twitter-Account frech fragte: „Gehst du mit mir aus, wenn die Patriots doch noch den Super Bowl gewinnen?“ Bouchard antwortete kurz „Sure“ – und die Patriots gewannen noch 34:28 nach Verlängerung.

Zweites Date: Eugenie Bouchard mit ihrem Fan
Zweites Date: Eugenie Bouchard mit ihrem Fan© BM | Twitter/Genie Bouchard

Gesagt getan. Bouchard besuchte mit ihrem Fan ein Basketball-Spiel der Brooklyn Nets, postete schöne Twitter-Bilder und flötete danach: „Ich hatte Glück. Er hat mich wie ein Gentleman vom Hotel abgeholt und hat mir sogar ein kleines Geschenk mitgebracht.“ Klein? Naja: Es sollen Ohrringe von Tiffany gewesen sein.

„Schaut mal, wer mich besucht hat“

Marketing-Gag das Ganze? Auch. Eine Liaison? Vielleicht. Es durfte fortan spekuliert werden über das durchaus bemerkenswerte Verhältnis eines Tennis-Stars zu einem zugegebenermaßen sehr smart wirkenden Fan. Was später zusätzliche Nahrung erhielt. Denn im Dezember postete Bouchard mit herausgestreckter Zunge ein Bild von Goehrke und sich auf dem Sofa: „Schaut mal, wer mich besucht hat“.

Und nur ein paar Tage später sichtete die „Sun“ das Pärchen gar am Strand von Miami Beach beim dritten Date - was Bouchard übrigens bis heute nicht getwittert hat.

Zunge raus: Eugenie Bouchard
Zunge raus: Eugenie Bouchard© BM | Twitter/Genie Bouchard

Eugenie Bouchard wird das nur recht sein, denn ihre sportliche Karrriere hat zuletzt einen dramatischen Tiefflug erlebt. Sie eroberte vor drei Jahren mit Glanz und Gloria die Tennis-Welt. „Genie“, wie sich die kesse Kanadierin Eugenie Bouchard nennt, erreichte das Halbfinale bei den Australian Open und den French Open. In Wimbledon stand sie sogar im Finale, verlor jedoch deutlich gegen die Tschechin Petra Kvitova.

Auf Weltranglistenplatz 121 abgerutscht

Auch ihren bislang einzigen Titel feierte Bouchard 2014 - beim Turnier in Nürnberg. Der Lohn: Weltranglistenplatz 5 im Oktober 2014, Kanadas Sportlerin des Jahres 2014 und Aufsteigerin des Jahres beim Frauentennisweltverband WTA.

VierJahre später sieht die Welt für die 23-Jährige anders aus. Die Kanadierin ist in der Weltrangliste mittlerweile auf Rang 121 abgestürzt, schied bei ihren letzten vier Turnieren 2017 allesamt in der ersten Runde aus und scheiterte bei den Australian Open im Januar in der zweiten Runde.

Grund zur Trauer? Aber nein. „Es gibt Leute, die viel schlimmere Zeiten erleben“, sagte sie der „South China Morning Post“ in Hongkong. Und fügt an: „Ich habe trotzdem ein überragendes Leben. Ich kann nicht sagen, dass es für mich hart ist, was ich durchmache.“

Bikini-Shooting für „Sports Illustrated“

Kann man wohl so sagen. Denn da sind noch andere Zahlen: 1.5 Millionen Fans auf Facebook, 1,5 Millionen Fans auf Instagram und 1,55 Millionen Fans auf Twitter – fünfmal mehr als die ehemalige Weltranglistenerste Angelique Kerber.

Eugenie Bouchard als Bikinimodel für „Sports Illustrated“
Eugenie Bouchard als Bikinimodel für „Sports Illustrated“© BM | Twitter/HockeyNight Manitoba

Denn „Genie“ ist in den sozialen Medien sehr aktiv. Postet Livevideos aus dem Auto und vom Gym, posiert im roten Baywatch-Bikini vor einer weißen Wand und beim Golfen in Luxemburg – und musste bei einem sehr freizügigen Shooting für „Sports Illustrated“ sieben Badeanzüge innerhalb von sechs Stunden wechseln und immer lächeln, posen, auf gute Laune machen. „Das war harte Arbeit, ich war richtig erschöpft“, sagt sie anschließend.

Sie lässt eben gerne die Öffentlichkeit an ihrem Leben teilhaben. An Bikini-Shootings, Gym-Lessons - und Twitterdates. Und die Öffentlichkeit zahlt es ihr zurück. Weil ihre Fan-Romanze vor genau einem Jahr beim Super-Bowl begann, hat die veranstaltende National Football League (NFL) das ungleiche Paar tatsächlich zum Finale 2018 in Minneapolis eingeladen.

Was Bouchard natürlich fleißig postet. „Sind gerade in Minneapolis angekommen, – und es ist wirklich kalt“, fröstelt die 23-Jährige bei Minus acht Grad Celsius. Man sieht sie beim Kampf mit dem Jet-Lag (sie kommt gerade aus Taipeh, wo sie im Viertelfinale ausschied), beim Besuch des Super Saturday Night-Konzerts von Jennifer Lopez mit John Goehrke und der Kunstturnerin Aly Raisman und beim Dinner for two. „Werden die Patriots gewinnen“ fragt sie noch? - und sagt "Nein". Will jemand dagegen wetten?