Die Bundespolizei will das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und England am Sonnabend in Berlin mit besonderer Wachsamkeit begleiten.
„Wir bereiten uns darauf vor, dass es ein Fußballspiel von besonders hohem Interesse ist“, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Berlin. „Sicherlich spielen die Ereignisse in Brüssel eine Rolle.“
Bei den Terroranschlägen in der belgischen Hauptstadt waren am Dienstag mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt. „Grundsätzlich ist es so, dass wir zusätzliche Einsatzkräfte einsetzen.“ Eine Größenordnung nannte er nicht.
Im Fokus: Bahnhof Zoo, Alexanderplatz, Olympiastadion
Als große Anlaufstellen im Fokus stünden etwa der Bahnhof Zoo, der Alexanderplatz und natürlich das Olympiastadion. „Dann muss man natürlich gucken: Wo steigen viele Menschen um?“
Die Bundespolizei habe sich mit dem Land Berlin über Sicherheitsmaßnahmen verständigt. „Wir haben alle Einsatzkräfte noch einmal sensibilisiert“, sagte der Sprecher mit Blick auf Kontrollen oder auch abgestellte Taschen.
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Gewerkschaft der Polizei: Keine Absage nötig
Eine Absage des Länderspiels ist aus Sicht des Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nicht notwendig. „Solange es aufgrund der Lagebeurteilung keine Hinweise auf einen Anschlag gibt, gibt es keinen Grund, das Spiel abzusagen“, betonte GdP-Chef Oliver Malchow am Donnerstag in Berlin.
„Die Zielrichtung von Terroristen ist es ja nicht, sich gegen den Fußball auszusprechen, sondern Unruhe und Angst in die Bevölkerung zu tragen“, sagte Malchow. Mit Blick auf das Länderspiel erklärte er: „Ich gehe davon aus, dass die Gefährdungslage unverändert ist.“
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Henkel: "Wir beobachten die islamistische Szene sehr genau"
Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte der Zeitung "Die Welt", die Sicherheitsbehörden würden die islamistische Szene sehr genau beobachten. "Eine Herausforderung ist dabei, dass der relevante Personenkreis sehr dynamisch wächst. Vor allem im salafistischen Bereich, dem derzeit etwa 710 Personen angehören. Davon rechnen wir etwa 360 dem gewaltorientierten Teil zu", sagte Henkel.
Mehr als 100 Berliner seien in das Kriegsgebiet in Syrien und im Irak gereist, davon sei knapp die Hälfte zurückgekehr. "Diese Gruppe stellt für die Sicherheitsbehörden das größte Problem dar, weil wir es hier häufig mit brutalisierten Menschen zu tun haben, die Erfahrung im Umgang mit Kriegswaffen haben", so Henkel.
"Berliner mit wachen Augen für ihre Umgebung"
Nach den Anschlägen von Paris habe sich das Meldeaufkommen bei der Berliner Polizei deutlich erhöht. "Das ist ein gutes Zeichen, weil es zeigt, dass die Berlinerinnen und Berliner ein waches Auge für ihre Umgebung haben", so Henkel.
Mit der Islamistenhochburg Molenbeek sei die Situation in Berlin nicht vergleichbar, sagte Henkel. "Dass es ganze Wohnviertel gibt, die von Islamisten dominiert werden und als Brutstätte für den Terror dienen, ist hier nicht der Fall. Wir haben aber auch bekannte Treffs und Moscheevereine, in denen die Szene zusammenkommt, und auf die haben wir ein Auge", so Henkel.
















