Die Bundespolizei will das Fußball-Länderspiel zwischen Deutschland und England am Sonnabend in Berlin mit besonderer Wachsamkeit begleiten.

„Wir bereiten uns darauf vor, dass es ein Fußballspiel von besonders hohem Interesse ist“, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Berlin. „Sicherlich spielen die Ereignisse in Brüssel eine Rolle.“

Bei den Terroranschlägen in der belgischen Hauptstadt waren am Dienstag mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen, Hunderte wurden verletzt. „Grundsätzlich ist es so, dass wir zusätzliche Einsatzkräfte einsetzen.“ Eine Größenordnung nannte er nicht.

Im Fokus: Bahnhof Zoo, Alexanderplatz, Olympiastadion

Als große Anlaufstellen im Fokus stünden etwa der Bahnhof Zoo, der Alexanderplatz und natürlich das Olympiastadion. „Dann muss man natürlich gucken: Wo steigen viele Menschen um?“

Die Bundespolizei habe sich mit dem Land Berlin über Sicherheitsmaßnahmen verständigt. „Wir haben alle Einsatzkräfte noch einmal sensibilisiert“, sagte der Sprecher mit Blick auf Kontrollen oder auch abgestellte Taschen.

Nationalelf trainiert in Berlin

Nationalelf trainiert in Berlin - Jogi Löw verschnupft?

Jogi Löw ist mit der Nationalelf in Berlin und sieht nicht durchweg begeistert aus.
Jogi Löw ist mit der Nationalelf in Berlin und sieht nicht durchweg begeistert aus. © REUTERS | HANNIBAL HANSCHKE
Seine deutsche Fußballnationalmannschaft ist zum Training im Amateurstadion von Hertha BSC eingetroffen.
Seine deutsche Fußballnationalmannschaft ist zum Training im Amateurstadion von Hertha BSC eingetroffen.© REUTERS | HANNIBAL HANSCHKE
Am Sonnabend geht es im Berliner Olympiastadion gegen England. Ein Klassiker,...
Am Sonnabend geht es im Berliner Olympiastadion gegen England. Ein Klassiker,...© Bongarts/Getty Images | Matthias Kern
...der in diesem Fall unter besonderem Polizeischutz steht. Trotz der Anschläge in Brüssel soll die Partie stattfinden.
...der in diesem Fall unter besonderem Polizeischutz steht. Trotz der Anschläge in Brüssel soll die Partie stattfinden.© REUTERS | HANNIBAL HANSCHKE
Die Spieler scheinen die Lage entspannt zu nehmen.
Die Spieler scheinen die Lage entspannt zu nehmen.© REUTERS | HANNIBAL HANSCHKE
Joachim Löw und Mannschaftskapitän Bastian Schweinsteiger sprechen beim Aufwärmen, während...
Joachim Löw und Mannschaftskapitän Bastian Schweinsteiger sprechen beim Aufwärmen, während...© dpa | Christian Charisius
...die anderen Spieler noch lässig plaudern.
...die anderen Spieler noch lässig plaudern.© dpa | Christian Charisius
Dann legt Trainer Löw sich ins Zeug und zeigt, was er...
Dann legt Trainer Löw sich ins Zeug und zeigt, was er...© Bongarts/Getty Images | Matthias Kern
...am Ball so drauf hat.
...am Ball so drauf hat.© dpa | Annegret Hilse
Torwarttrainer Andreas Köpke (l), die Assistenztrainer Thomas Schneider (r) und Marcus Sorg stehen nur rum, und auch...
Torwarttrainer Andreas Köpke (l), die Assistenztrainer Thomas Schneider (r) und Marcus Sorg stehen nur rum, und auch...© dpa | Annegret Hilse
...Teammanager Oliver Bierhoff scheint den Trainer nicht zufrieden zu stellen.
...Teammanager Oliver Bierhoff scheint den Trainer nicht zufrieden zu stellen.© Bongarts/Getty Images | Matthias Kern
Der Bundestrainer gibt sich ein wenig verschnupft.
Der Bundestrainer gibt sich ein wenig verschnupft.© REUTERS | HANNIBAL HANSCHKE
Kopflos im Training?
Kopflos im Training?© REUTERS | HANNIBAL HANSCHKE
Nein, Mario Götze hängte sich rein.
Nein, Mario Götze hängte sich rein.© REUTERS | HANNIBAL HANSCHKE
Bei Bayern steht er in der Kritik, doch das sollte hier kein Thema sein.
Bei Bayern steht er in der Kritik, doch das sollte hier kein Thema sein.© REUTERS | HANNIBAL HANSCHKE

Gewerkschaft der Polizei: Keine Absage nötig

Eine Absage des Länderspiels ist aus Sicht des Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nicht notwendig. „Solange es aufgrund der Lagebeurteilung keine Hinweise auf einen Anschlag gibt, gibt es keinen Grund, das Spiel abzusagen“, betonte GdP-Chef Oliver Malchow am Donnerstag in Berlin.

„Die Zielrichtung von Terroristen ist es ja nicht, sich gegen den Fußball auszusprechen, sondern Unruhe und Angst in die Bevölkerung zu tragen“, sagte Malchow. Mit Blick auf das Länderspiel erklärte er: „Ich gehe davon aus, dass die Gefährdungslage unverändert ist.“

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Henkel: "Wir beobachten die islamistische Szene sehr genau"

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sagte der Zeitung "Die Welt", die Sicherheitsbehörden würden die islamistische Szene sehr genau beobachten. "Eine Herausforderung ist dabei, dass der relevante Personenkreis sehr dynamisch wächst. Vor allem im salafistischen Bereich, dem derzeit etwa 710 Personen angehören. Davon rechnen wir etwa 360 dem gewaltorientierten Teil zu", sagte Henkel.

Mehr als 100 Berliner seien in das Kriegsgebiet in Syrien und im Irak gereist, davon sei knapp die Hälfte zurückgekehr. "Diese Gruppe stellt für die Sicherheitsbehörden das größte Problem dar, weil wir es hier häufig mit brutalisierten Menschen zu tun haben, die Erfahrung im Umgang mit Kriegswaffen haben", so Henkel.

"Berliner mit wachen Augen für ihre Umgebung"

Nach den Anschlägen von Paris habe sich das Meldeaufkommen bei der Berliner Polizei deutlich erhöht. "Das ist ein gutes Zeichen, weil es zeigt, dass die Berlinerinnen und Berliner ein waches Auge für ihre Umgebung haben", so Henkel.

Mit der Islamistenhochburg Molenbeek sei die Situation in Berlin nicht vergleichbar, sagte Henkel. "Dass es ganze Wohnviertel gibt, die von Islamisten dominiert werden und als Brutstätte für den Terror dienen, ist hier nicht der Fall. Wir haben aber auch bekannte Treffs und Moscheevereine, in denen die Szene zusammenkommt, und auf die haben wir ein Auge", so Henkel.