Gegen einen Stadionneubau für den Fußballbundesligisten Hertha BSC hat sich der Präsident des Landessportbundes Berlin, Klaus Böger, ausgesprochen. Er halte die Idee für einen Irrweg, sagte er am Dienstag im Inforadio des RBB.

Es komme darauf an, dass Produkt Hertha interessanter zu machen, nicht die Produktionsstätte.

Es müsse doch gelingen, in einer Stadt mit 3,4 Millionen Einwohnern und mit fünf Millionen Einwohnern im Einzugsbereich „die Hütte voll zu bekommen“. Böger erinnerte daran, dass das Olympiastadion, wo Hertha seine Bundesligaspiele austrägt, das einzige Stadion in Europa mit S- und U-Bahnanschluss sei.

Der Manager von Hertha BSC, Michael Preetz, hatte den Neubau eines reinen Fußballstadions in Berlin ins Gespräch gebracht. Er führte den aus seiner Sicht zu geringen Zuschauerschnitt von 45.000 pro Spiel auch auf die Atmosphäre in einem nicht voll besetzten Stadion zurück. Halbvoll wirke das riesige Stadion eher als Stimmungskiller.

Deshalb diskutiert Hertha wie schon einmal vor ein paar Jahren den Neubau eines Stadions mit 50.000 bis 60.000 Plätzen, der im Gegensatz zum Olympiastadion privat finanziert werden soll. Der Nutzungsvertrag von Hertha für das Olympiastadion läuft im Herbst 2017 aus. Eine Verlängerung gilt als sicher.

dpa