Doping-Skandal

Leichtathleten setzen Präsident Sebastian Coe unter Druck

Ein Fragenkatalog des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) an den Chef des Weltverbandes dreht sich um Korruption und Doping.

Ex-Mittelstreckenläufer Sebastian Coe wird als IAAF-Chef für seine Politik kritisiert

Ex-Mittelstreckenläufer Sebastian Coe wird als IAAF-Chef für seine Politik kritisiert

Foto: Olivier Anrigo / dpa

Leipzig.  Ein Fragenkatalog an IAAF-Präsident Sebastian Coe, ein Fonds für benachteiligte Sportler und Zweifel an tiefgreifenden Reformen in Russland: Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) geht im Kampf um die Glaubwürdigkeit seiner Sportart in die Offensive.

„Wir glauben, dass wir als Mitgliedsverband verpflichtet sind, nicht auf der Zuschauertribüne die weiteren Entwicklungen abzuwarten“, sagte DLV-Präsident Clemens Prokop in Leipzig.

Besonders mit der Aufarbeitung des Doping- und Korruptionsskandals innerhalb des Weltverbandes herrscht Unzufriedenheit. Darum verschickte Prokop vor zwei Wochen einen Fragenkatalog an IAAF-Präsident Coe – und wartet noch auf Antwort.

Zweifel an Aufarbeitung der Vergangenheit

„Ein glaubwürdiger Neustart des Weltverbandes erfordert zunächst, dass die Vergangenheit glaubwürdig aufgearbeitet wird“, sagte Prokop. Daran bestehen vor allem in Bezug auf den ehemaligen IAAF-Präsidenten Lamine Diack Zweifel. Noch ist der Senegalese, der Drahtzieher des Skandals sein soll, im Gegensatz zu seinen vermeintlichen Mittätern nicht suspendiert.

Der DLV hat zudem die Einberufung eines außerordentlichen Kongresses der IAAF beantragt, dort solle das neue Council Rechenschaft darüber ablegen, welche Maßnahmen zur Aufklärung der Vergangenheit getroffen wurden und welche Erkenntnisse vorlägen.