Mit deutlichen Worten und einer Kritik an der heutigen Medienkultur hat Mats Hummels seine Aussagen nach den jüngsten Partien von Borussia Dortmund verteidigt. „Die Messlatte, was ein Skandal sein soll, ist erstaunlich niedrig geworden“, sagte der Verteidiger bei der Pressekonferenz der deutschen Nationalmannschaft vor dem EM-Qualifikationsspiel in Dublin gegen Irland.

Hummels hatte nach der 1:5-Schlappe bei Meister Bayern München am Sonntag erneut Kritik an seinen Mitspielern geübt. „Ich weiß nicht, wieso sie die Bälle so ohne Druck spielen konnten, das ist tödlich“, hatte Hummels nach den langen Pässe der Bayern, die zu zwei Gegentoren führten, erklärt. Schon nach den Spielen bei 1899 Hoffenheim (1:1) und gegen Aufsteiger Darmstadt 98 (2:2) hatte Hummels deutliche Worte in der Öffentlichkeit gefunden.

Sportdirektor Michael Zorc zeigte dafür wenig Verständnis: „Ich wäre froh, wenn Mats als Kapitän mit gutem Beispiel voran gehen würde, auch was die Kategorie Selbstkritik angeht.“

Hummels weist Kritik von sich

„Ich habe mit keinem Wort eine Grenze überschritten. Ich habe keine unlauteren Worte benutzt, sondern lediglich auf einen taktischen Fehler hingewiesen“, sagte Hummels. Zudem habe er sich auch aus der Kritik nach den Partien gegen Darmstadt (2:2) und in München (1:5) nicht selbst ausgenommen. „Das wurde nicht geschrieben. Das hätte nicht reingepasst in die Story“, meinte der Dortmunder.

Unterstützung bekam Hummels von Bundestrainer Joachim Löw. „Ein Kapitän kann diese Art von Kritik äußern. Das waren klare Worte, aber nicht gegen einzelne Spieler“, sagte Löw. Auf die Stimmung bei der DFB-Auswahl habe das Thema keine Auswirkung gehabt. Am Vortag hatten Hummels’ BVB-Kollege Ilkay Gündogan und Bayern-Verteidiger Jérôme Boateng Hummels in Schutz genommen. Ein klärendes Gespräch mit Dortmunds-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke steht laut Hummels noch aus.

dpa/joe