Beckenbauer: „Vernünftige Entscheidung“
Franz Beckenbauer hat Verständnis für die überraschende Rücktrittsankündigung von Joseph Blatter als Chef des Fußball-Weltverbands Fifa. „Es war eine vernünftige Entscheidung von Sepp Blatter. Der Druck wurde zu groß. Er wäre nie mehr zur Ruhe gekommen, ob er Schuld an den Skandalen trägt oder nicht. Das Problem der Fifa liegt in seinem System“, sagte Beckenbauer der „Bild“.
Blatter hatte nur fünf Tage nach seiner Wiederwahl am Dienstag seinen Rücktritt angekündigt und will sein Amt nur noch bis zur Wahl eines Nachfolgers bei einem außerordentlichen FIFA-Kongress weiterführen.
Michel Platini: „Schwierig, mutig, richtig“
Uefa-Präsident Michel Platini hat den Rücktritt begrüßt. „Es war eine schwierige Entscheidung, eine mutige Entscheidung, und die richtige Entscheidung“, sagte der Chef der Europäischen Fußball-Union (Uefa).
Platini hatte Blatter vor dessen Wiederwahl am Freitag wiederholt erfolglos zum Rücktritt aufgefordert und gilt als der größte Kritiker des Schweizers. Bei den Neuwahlen ist der Franzose, der erst im März als Uefa-Präsident bestätigt worden war, vielleicht sogar ein möglicher Nachfolge-Kandidat. Den Wahlkampf gegen Blatter hatte der frühere Starspieler gescheut.
Domenico Scala: „Echte Chance auf Neuanfang“
Domenico Scala, künftig die rechte Hand von Blatter, sieht eine echte Chance auf einen Neuanfang des skandalträchtigen Weltfußballverbandes. Scala sagte am Dienstag in Zürich: „Unter den gegenwärtigen Umständen ist das der verantwortlichste Weg, einen geordneten Übergang zu gewährleisten.“
Wolfgang Niersbach: „Absolut richtig“
Auch der DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat Blatters Rücktrittsankündigung begrüßt. „Das ist die Entscheidung, die absolut richtig ist, die überfällig ist“, sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. „Es ist eigentlich eine Tragik, warum er es sich selber und uns allen das nicht erspart hat, dass er das früher gemacht hätte.“ Mit dem Rücktritt seien aber nicht „alle Probleme gelöst“.
Prinz Ali bin al-Hussein: Der „richtige Schritt“
Prinz Ali bin al-Hussein hat die Rücktrittsankündigung als „richtigen Schritt“ bezeichnet. Ob der jordanische Verbandspräsident bei der Wahl auf einem außerordentlichen Kongress des Fußball-Weltverbandes erneut für das Amt des Fifa-Präsidenten bewerben wird, ließ al-Hussein bei einem Gespräch mit dem Sender CNN offen. Der 39 Jahre alte Prinz hatte nach dem ersten Wahlgang am vergangenen Freitag seine Kandidatur zurückgezogen, Blatter hatte daraufhin seine fünfte Amtszeit antreten können.
Theo Zwanzige: „Entscheidung wird dem Fußball helfen“
Der ehemalige Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), Theo Zwanziger, hat den Rücktritt begrüßt: „Die Entscheidung von Herrn Blatter wird dem Fußball helfen. Eine tiefgreifende Spaltung der Fifa konnte abgewendet werden“, sagte Zwanziger der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.
Zwanziger war bis Ende vergangener Woche als einziger deutscher Vertreter Mitglied des Fifa-Exekutivkomitees. Nach Blatters Rücktritt sieht Zwanziger nun die Chance, „eine neue, gemeinsame Grundlage zu finden.“ Domenico Scala sei dafür der richtige Mann. „Allerdings wird es Zeit brauchen. Ich rechne noch mit weiteren Enthüllungen, vor allem zu den umstrittenen WM-Vergaben“, sagte Zwanziger weiter.
Luis Figo: „Weltweite Lösung finden“
Luis Figo hat den angekündigten Rücktritt Blatter begrüßt. „Es ist ein guter Tag für die Fifa und für den Fußball“, sagte der frühere portugiesische Weltstar. Figo hatte wie der Niederländer Michael van Praag kurz vor der Wahl zugunsten des später unterlegenen Prinz Ali bin al-Hussein seine Kandidatur für den Chefposten im Weltverband zurückgezogen. „Wir sollten verantwortlich und ruhig eine gemeinsame weltweite Lösung finden, um eine neue Ära mit Dynamik, Transparenz und Demokratie in der Fifa zu starten“, forderte Figo.
Romário: „Neue Ära im Weltfußball“
Brasiliens Ex-Stürmerstar und heutige Senator Romário hat den Rücktritt als „beste Nachricht“ der vergangenen Zeit begrüßt. Dies sei der Anfang einer neuen Ära im Weltfußball, schrieb der Weltmeister von 1994 via Facebook. Alle korrupten Funktionäre der Verbände, würden ihren Sturz wie einen „Tsunami“ erleben, sagte er voraus. „Ich hoffe jetzt, das Wasser dieser großen Welle reicht aus, um all die Korruption wegzufegen, die von der größten Einheit des Fußballs (Fifa) angeführt wurde“, betonte Romário, der in den letzten Jahren zu den größten Kritikern der Fifa gehörte.
Reinhard Rauball (DFL-Präsident): „Dies ist ein guter Tag für den Weltfußball. Sepp Blatter hat der Fifa mit seinem Rücktritt einen großen Dienst erwiesen. Alle, die für eine Reform der Fifa ernsthaft eingetreten sind, sind nun gefordert, mit konstruktiven Vorschlägen zur Einheit des Fußballs beizutragen. Glaubwürdigkeit und Transparenz müssen dabei an oberster Stelle stehen. Es gilt nun, möglichst schnell inhaltlich, strukturell und personell tragfähige Lösungen für die Zeit nach Sepp Blatter zu erarbeiten und auf den Tisch zu legen. Denn klar ist auch: Mit dem Rücktritt alleine sind noch lange nicht alle Probleme gelöst.“
Vitali Mutko: Rücktritt „kam völlig überraschend“
Der Rücktritt Blatters hat auch dessen russische Freunde „überrascht“. Es sei aber „offensichtlich, dass er die Fifa schützen will und erwartet, dass die Reformen in der Organisation weitergeführt werden“, sagte Russlands Sportminister Witali Mutko, der auch im Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbands sitzt.
Gary Lineker (ehemaliger englischer Nationalspiele): „Blatter ist zurückgetreten. Ich kann es noch gar nicht glauben.“
Thomas Bach (IOC-Präsident): „Wir respektieren diese Entscheidung von Präsident Blatter sehr, zurückzutreten und den Weg für eine neue FIFA-Führung freizumachen, die die nötigen Reformen einleitet.“
Frank-Walter Steinmeier (Bundesaußenminister): „Ich habe gesagt: ein Neuanfang ist richtig. Und ich finde es gut, dass Sepp Blatter das mit seinem Rücktritt möglich gemacht hat. Die Diskrepanz zwischen den Funktionären und Fans war noch nie so groß wie jetzt. Dunkle Machenschaften und Geldgier auf der einen Seite, und Einsatz und Herzblut von Menschen, die sich gemeinnützig einsetzen, auf der anderen Seite.“
Greg Dyke (Präsident des englischen Fußball-Verbandes FA): „Großartig für den Fußball.“
Niederländischer Fußball-Verband KNVB: „Blatter tritt zurück! Dafür haben wird hart gekämpft.“
Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages): Fifa-Skandal“Das ist eine große Erleichterung. Da fällt mir der erste kleine Stein von dem ganzen Gebirge vom Herzen. Das ist ein überfälliger Schritt. Spätestens wenn der Generalsekretär in Verdacht gerät, kann Blatter nicht mehr sagen, er weiß von nichts. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Jetzt braucht es profunde Reformen von Anfang an.„
SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi: „Der Rücktritt von Sepp Blatter war überfällig“, sagte Fahimi der „Rheinischen Post“. „Ich bin froh, dass der Fifa-Chef dem unwürdigen Schauspiel der letzten Tage nun ein Ende gesetzt hat“, so die SPD-Generalin. Der Fußball-Weltverband habe jetzt die Chance zu einem echten Neuanfang – ohne Korruption, ohne Vetternwirtschaft. „Ich hoffe, dass die Fifa diese Chance auch ergreift und tatsächlich grundlegend reformiert. Denn das sollte uns der Fußball, diese schönste Nebensache der Welt, Wert sein“, sagte Fahimi. Sie forderte, dass wieder der Sport im Vordergrund stehen müsse „und nicht mehr das große Geld und das Ego alter Männer“.
SID/dpa/mim

