Indian Wells

Sabine Lisicki ist die letzte deutsche Hoffnung

Andrea Petkovic und Angelique Kerber haben in Kalifornien ihre Auftaktmatches verloren. Dagegen gelang der Berlinerin ein erster Schritt aus der Dauerkrise. Jetzt wartet eine starke Italienerin.

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Zumindest Sabine Lisicki hatte in der kalifornischen Wüste endlich einmal wieder Grund zum Lachen. Das Sorgenkind erreichte durch ihren erst zweiten Saisonsieg die dritte Runde des hochkarätig besetzten WTA-Turniers in Indian Wells, während ihre Fed-Cup-Kolleginnen Andrea Petkovic (Darmstadt/Nr. 9) und Angelique Kerber (Kiel/Nr. 13) überraschend schon in ihren Auftaktmatches auf der Strecke blieben.

Die an Position 24 gesetzte Lisicki war nach dem 6:1, 5:7, 6:4 gegen die Italienerin Roberta Vinci dann auch extrem erleichtert. „Wir haben hart gearbeitet in den letzten Wochen. Die Ergebnisse sieht mal halt nicht immer gleich. Und natürlich kommt man ins Zweifeln“, sagte die Wimbledonfinalistin von 2013, die vom früheren Davis-Cup-Spieler Christopher Kas trainiert wird.

Der Spaß am Tennis sei nach den Enttäuschungen der vergangenen Monate „zwischendurch“ weg gewesen: „Vielleicht auch durch ein bisschen Verzweiflung“, meinte Lisicki, die in dieser Saison in acht Matches sechs Niederlage kassiert hat. Die 25-Jährige trifft beim mit 5,38 Millionen Dollar dotierten Hartplatzturnier der Masters-Serie am Montag nun auf Sara Errani (Italien/Nr. 11).

Verliererin mit guter Laune

Auch die deutsche Nummer eins Petkovic, mit der Lisicki in Indian Wells Doppel spielt, hatte ungeachtet ihrer frühen Niederlage im Coachella Valley gute Laune. „Ich bin nicht mal richtig sauer, weil ich einfach so grottig gespielt habe“, sagte die Weltranglistenzehnte nach dem 3:6, 6:4, 4:6 gegen die ukrainische Qualifikantin Lesia Surenko.

Interimscoach Dirk Dier, der auch als Co-Trainer im Fed-Cup-Team fungiert, bekam von Petkovic trotzdem schon mal ein ausgezeichnetes Zeugnis ausgestellt. „Im Training habe ich so einen Riesensprung gemacht. Dann willst Du im Match halt alles gleich umsetzen“, sagte die French-Open-Halbfinalistin von 2014 über ihre teilweise überstürzten Aktionen.

Von Rückschlägen will sich Petkovic mit Blick in die Zukunft aber nicht bremsen lassen. Die 27-Jährige möchte ihr Spiel stetig weiterentwickeln. „Wenn ich nicht für immer die Nummer zehn der Welt bleiben und noch ein paar Plätze nach vorn will, dann muss das sein“, meinte die Dreisatz-Spezialistin, die künftig nicht nur über den Kampf gewinnen will: „Dafür nehme ich in Kauf, dass ich vielleicht ein Match hier und da verliere.“

Verzweifelte Angelique Kerber

Ratlos ist indes die formschwache Kerber. Beim 6:7 (6:8), 2:6 gegen die US-Amerikanerin Sloane Stephens kassierte die Kielerin bereits ihre vierte Auftaktpleite 2015. Zum Vergleich: In der gesamten letzten Saison waren es fünf. „Alles, was ich probiere, funktioniert im Moment irgendwie nicht. Und natürlich hat man das im Kopf, dass man nicht sicher ist und zweifelt, anstatt einfach zu spielen“, sagte Kerber, die jüngst nach knapp drei Jahren aus den Top Ten gefallen war.

Zuletzt war die Linkshänderin vor drei Wochen beim Turnier in Doha/Katar frühzeitig gescheitert. Daraufhin hatte sich Kerber von ihrem Trainer Benjamin Ebrahimzadeh getrennt und für die US-Tour ihren ehemaligen Coach Beltz engagiert.

Bei den Männern trifft Philipp Kohlschreiber (Augsburg/Nr. 26) im Spiel um den Sprung ins Achtelfinale von Indian Wells auf Andy Murray (Großbritannien/Nr. 4). Qualifikant Michael Berrer (Stuttgart) steht ebenfalls in der dritten Runde. Der 34-Jährige profitierte gegen Richard Gasquet (Nr. 22) beim Stand von 7:6 (8:6), 4:6, 3:1 von der Aufgabe des Franzosen und trifft nun auf Gilles Simon (Frankreich/Nr. 13) oder Malek Jaziri (Tunesien).