Selbst die Protagonisten hatten leichte Schwierigkeiten mit dem Stehvermögen. Fast in Spielfilmlänge führte die Deutsche Eislauf-Union (DEU) in Berlin interessierte Zuhörer einmal quer durch die weite Welt des deutschen Eiskunstlaufs. Ohne Werbeunterbrechung. Weshalb Robin Szolkowy ebenso wie Bundestrainerin Viola Striegler zwischendurch mal eben kurz verschwinden mussten.

Zehn Paare sind das Ziel

Vor allem Szolkowy stand im Mittelpunkt der Ausführungen. Seit gut einem Jahr hat der fünffache Paarlauf-Weltmeister seine Karriere beendet und die Seiten gewechselt. Als Honorartrainer arbeitet der Chemnitzer mit russischen Paaren, steht bei den Weltmeisterschaften Ende März bei den EM-Dritten Jewgenija Tarasowa und Wladimir Morosow an der Bande. Jetzt wird sich der 35-Jährige auch für den deutschen Verband engagieren. Szolkowy soll neue Nachwuchspaare zusammenstellen und die Koordination an allen Trainingszentren in Deutschland übernehmen. „Robin ist ein Glücksfall, er ist mit seiner Erfahrung eine Bereicherung“, sagte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf. Optimistisches Ziel ist es, bis zum Sommer vielleicht zehn neue Paare zu benennen. „Ich will etwas Gutes für Deutschland hinbekommen. Ich habe ein gutes Repertoire, wo ich auf gewisse Sachen zurückgreifen kann“, sagte Szolkowy.

Zuschüsse bis zu 10.000 Euro

Ebenso präsentierte der Verband ein Top-Team bis zu den Winterspielen 2018. Angeführt von dem EM-Sechsten Peter Liebers werden sieben Sportler besonders gefördert. Erfolgsabhängig kann der Jahreszuschuss bis zu 10.000 Euro betragen. Neu ist auch, dass die DEU mit Sportlern und Trainern individuelle Erfolgsziele formulieren will, bei deren Erreichen zusätzliche Mittel freigegeben werden. Leistung soll über finanzielle Anreize generiert werden. Neue Wege will der klamme Verband ebenso in der Trainingswissenschaft und im Veranstaltungsbereich gehen. „In der Trainerausbildung müssen wir zulegen“, sagte Dönsdorf. Mit professionell organisierten Veranstaltungen will die DEU mehr Einnahmen generieren.

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