Bye Bye Arsenal, Ciao Inter! Nach einem tagelangen Verhandlungsmarathon ist der Wechsel von Weltmeister Lukas Podolski vom 13-maligen englischen Fußball-Meister FC Arsenal zum 18-maligen italienischen Champion Inter Mailand endlich perfekt.
Noch vor dem prestigeträchtigen Derby d'Italia zwischen Meister Juventus Turin und Inter heute Abend (21 Uhr) gaben die Mailänder und Arsenal offiziell bekannt, dass Podolski zunächst mal bis zum Saisonende an den Tabellenelften der Serie A ausgeliehen wird. Am Nachmittag absolvierte Podolski, für den Arsenal angeblich nur 600.000 Euro Leihgebühr erhält, mit seinen neuen Kameraden das Abschlusstraining. Bereits am Sonnabend hatte der gebürtige Pole den obligatorischen Medizincheck erfolgreich bestanden.
„Jetzt bin ich Teil des glorreichen, weltbekannten Inter Mailand“, schrieb Podolski bei Instagram: „Ich bin dankbar für das Vertrauen, das der Klub in mich hat. Ich werde versuchen, es mit starken Leistungen zurückzuzahlen.“ Der Angreifer dankte besonders seinem neuen Trainer Roberto Mancini, der ihm die Entscheidung „sehr leicht“ gemacht habe. Podolski schloss mit einem Blick in die Ahnengallerie der Nerazzurri: „Ich hoffe, eines Tages in einer Reihe mit Klublegenden wie Ronaldo, Zanetti, Klinsmann, Brehme und Matthäus zu stehen.“ Bei Inter wird Podolski die Nummer 11 auf dem Trikot tragen, wie auch Karl-Heinz Rummenigge, der in den 80er Jahren 42 Tore für Inter erzielte.
Laut Mancini wird Podolski bereits heute auf der Inter-Bank sitzen. Für einen Startelfeinsatz im neuen Trikot sei es noch zu früh, „da er längere Zeit nicht über die volle Distanz gespielt hat“. Wie ein Heilsbringer wird der achte deutsche Profi in den Inter-Reihen bereits gefeiert. „Podolski, was für ein Wahnsinn“, titelte die Gazzetta dello Sport und sein neuer Coach Mancini twitterte hocherfreut: „Willkommen bei Inter, Podolski.“
Klinsmann traut ihm viel zu
Auch die deutschen Inter-Legenden Lothar Matthäus, Andreas Brehme und Jürgen Klinsmann, die gemeinsam mit den Nerazzurri 1991 den UEFA-Cup gewannen, trauen „Prinz Poldi“ bei dessen Neustart eine Menge zu.
Der ehemalige Bundestrainer Klinsmann glaubt, dass Podolski schnell eine wichtige Rolle bei den Lombarden bekleiden wird. „Er macht aus wenigen Chancen seine Tore, ist abgebrüht, liest das Spiel voraus und kann sich dort schnell akklimatisieren“, sagte der aktuelle US-Coach der Bild. Inter müsse „so schnell wie möglich nach oben, um sich für Europa zu qualifizieren“, sagte Klinsmann: „Ich hoffe, Poldi hilft ihnen dabei.“
Auch DFB-Ehrenspielführer Matthäus, der sich in den vergangenen Tagen mit Podolski öffentlich gezofft hatte, schlug zu Wochenbeginn versöhnliche Töne an. „Podolski könnte das neue Gesicht bei Inter werden“, sagte Matthäus Sport Bild Plus. Der 53-Jährige schränkte jedoch ein: „Ein richtiger Anführer auf dem Platz ist Podolski aber sicherlich nicht. Dennoch muss er mehr Verantwortung übernehmen. Beim FC Bayern und zuletzt beim FC Arsenal war er schnell nur Mitläufer.“
Ungeachtet dessen ist Brehme davon überzeugt, dass der Kölner Volksheld Podolski auch schnell die Herzen der Inter-Fans erobert und die gute deutsche Tradition beim Football Club Internazionale fortsetzt. „Inter hat einen großen Stürmer gekauft. Lukas wird der Mannschaft helfen, er ist ein intelligenter Spieler, der auf dem Spielfeld seine Qualitäten zeigt und mehrere Rollen übernehmen kann“, sagte der WM-Held von 1990 dem Corriere dello Sport.
Podolski selbst strotzt trotz seiner zuletzt schwierigen Monate in London offenbar vor Selbstvertrauen. „Ich will meinen Beitrag dazu leisten, dass Inter zurück in die Champions League kehrt und wir vorher in der Europa League gewinnen“, hatte der 121-malige Nationalspieler bereits bei seiner umjubelten Ankunft am Freitag in Mailand erklärt. Dort hatte er sich bereits mit schwarz-blauem Inter-Schal und Mancini ablichten lassen. Der lobte ihn nun erneut: „Er hat eine tolle Karriere und wird uns sehr helfen.“
Interesse an Shaqiri und Lavezzi
Der italienische Traditionsclub, nach einer bislang enttäuschenden Saison nur Tabellenelfter in der Serie A, hofft mit Podolski noch einmal in den Kampf um die internationalen Plätze eingreifen zu können. Schon gegen Rekordmeister Juve will der Club Punkte dafür einfahren. „Es wird eine harte und schwere Partie“, sagte Mancini. „Um zu gewinnen, müssen wir ein wirklich perfektes Spiel zeigen.“
Neben Podolski will sich der Club im Winter weiter verstärken und ist laut Medienberichten auch an Xherdan Shaqiri vom FC Bayern München und Ezequiel Lavezzi von Paris St. Germain interessiert. „Er ist ein junger Spieler, der sicherlich zu uns passen würde“, lobte Mancini den Schweizer Nationalspieler. Aber Mancini hat auch Bedenken: „Lavezzi und Shaqiri spielen für große Clubs. Es ist sehr schwierig, sie hier zur Unterschrift zu bewegen. ”
dpa



