Holtwick/Semmler

Berlins Beach-Duo gewinnt erstmals einen Grand Slam

Manch einer hatte sie schon abgeschrieben, doch nun gewinnen Katrin Holtwick und Ilka Semmler das historische deutsche Finale in Gstaad. Zum Siegerscheck verhalf dabei aber auch Konkurrenz aus dem Ausland.

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Katrin Holtwick und Ilka Semmler haben das historische deutsche Finale beim Grand-Slam-Turnier der Beachvolleyballer in Gstaad (Schweiz) gewonnen. Im Kampf um Gold setzte sich das Berliner Duo gegen die Vize-Weltmeisterinnen Karla Borger und Britta Büthe (Stuttgarr) 24:22, 21:16) durch und feierte damit den größten Erfolg seiner Karriere.

Erstmals seit Einführung der World Tour der Frauen 1992 standen sich in den Alpen zwei deutsche Teams in einem Endspiel gegenüber. Laura Ludwig und Kira Walkenhorst (Hamburg) hatten Anfang Mai in Shanghai für den deutschen Premierensieg bei einem Grand Slam auf der World Tour gesorgt.

Im Finale mussten Holtwick und Semmler bei kühlen Temperaturen in Durchgang eins einen Rückstand aufholen und Satzbälle abwehren, ehe sie sich den Satzvorteil sicherten. Anschließend erspielten sie sich über einen 13:7-Vorsprung ein 20:14 und nutzten ihren dritten Matchball. „Es sind so viele Emotionen, das ist Wahnsinn. Ich könnte die ganze Zeit weinen und schreien“, jubelte Holtwick. Auch Semmler strahlte bei der Siegerehrung über das ganze Gesicht: „Das ist so verrückt. Wir hatten ein paar schlechte Wochen und wollten unbedingt zurückkommen. Das haben wir eindrucksvoll geschafft.“

Kuhglocken als Siegergeschenk

Bei EM auf Sardinien (Rang neun) und beim Heim-Turnier in Berlin hatten Holtwick/Semmler nach Verletzungsproblemen enttäuscht. Doch danach hatten sie in Berlin starke Trainingspartnerinnen zu Gast. Die Argentinierinnen Gallay/Klug und Bawden/Clancy aus Australien aus Kanada sorgten für internationales Flair im Trainingsalltag. „Wir hatten eine sehr gute Trainingszeit“, berichtete Trainer Tilo Backhaus.

Und die hat sich nun ausgezahlt: Holtwick/Semmler erhielten neben den obligatorischen Kuhglocken für die drei besten Teams eine Siegprämie von 57.000 Dollar (41.900 Euro), Borger/Büthe dürfen sich über 43.000 Dollar (31.600 Euro) Preisgeld freuen.

Bei den Männern verpasste das deutsche Top-Duo Jonathan Erdmann und Kay Matysik zuvor den dritten Platz. Die an Nummer zwölf gesetzten Berliner mussten sich im kleinen Finale den US-Amerikanern Nicholas Lucena und Ryan Doherty 19:21, 16:21 geschlagen geben, durften sich aber mit einer Prämie von 24.000 Dollar (17.600 Euro) trösten.