Bundesliga

Nur Lasogga schürt Hoffnung beim Hamburger HSV

Der HSV hat trotz einer Niederlage beim FSV Mainz 05 die Relegation erreicht. Die Mainzer stehen im Europacup, aber es gibt Wirbel um Trainer Thomas Tuchel.

Foto: Alex Grimm / Bongarts/Getty Images

Mirko Slomka richtete den Blick nach dem letztlich bedeutungslosen 2:3 (1:1) des Hamburger SV beim FSV Mainz 05 bereits auf die Abstiegsrelegation gegen den Zweitliga-Dritten, die Mainzer Freude über die bevorstehende Europa-Reise wurde durch Rücktrittsgedanken von Thomas Tuchel getrübt. Nach Angaben von FSV-Manager Christian Heidel will der 40 Jahre alte Erfolgstrainer trotz eines bis Sommer 2015 gültigen Kontraktes freiwillig hinwerfen.

„Thomas hat uns vor geraumer Zeit darum gebeten, seinen Vertrag vorzeitig aufzulösen. Diesem Wunsch haben wir nicht entsprochen“, berichtete Heidel. „Vor vier Wochen hat er in einem Gespräch gesagt, dass er 2014/15 keine Mannschaft trainieren möchte und von seinem Posten zurücktreten will. Fakt ist momentan, dass wir den Vertrag nicht auflösen möchten und nicht auflösen werden. Verträge sind in aller Regel dafür da, dass sie eingehalten werden. Wir sind im Gespräch, wie es weitergeht“, erklärte Heidel.

Zu möglichen Gründen für eine Auszeit des Erfolgstrainers, der die Mainzer zum dritten Mal in ihrer Vereinsgeschichte nach 2005 und 2011 in einen internationalen Wettbewerb führte, wollte sich Heidel nicht äußern. Tuchel wich nach einer zünftigen Party mit Bierduschen allen Fragen nach seiner Zukunft aus und kündigte für diesen Sonntag eine detaillierte Stellungnahme an.

Am Abend schürte Lothar Matthäus Spekulationen über einen Wechsel Tuchels zu Zweitliga-Aufsteiger RB Leipzig. „Tuchel, Ralf Rangnick und Dietrich Mateschitz haben sich schon vor einem Jahr getroffen. Da hat man bestimmt nicht über die Zusammensetzung eines Getränks gesprochen“, sagte der Rekordnationalspieler: „Tuchel und Rangnick kennen sich schon seit Langem aus gemeinsamer Zeit in Ulm und Stuttgart. Da besteht Kontakt. Es gibt Gerüchte, dass der Kontakt wieder ein bisschen mehr aufgenommen worden ist. Das heißt: Thomas Tuchel nach Leipzig, Alexander Zorniger nach Salzburg.“

Laune der HSV-Fans blieb gut

Keinen Grund zu überschwänglicher Freude sahen auch die Verantwortlichen des HSV, obwohl die Hamburger dank der Niederlagen der Rivalen aus Nürnberg und Braunschweig die Saison mit 27 Punkten auf dem 16. Tabellenplatz beendeten. In der Relegation kann der Bundesliga-Dino nun doch noch den ersten Abstieg in der Vereinsgeschichte verhindern. „Jetzt gilt es, sich topp vorzubereiten“, sagte Slomka. Die Rettung auf den Relegationsplatz sei nur ein „kleiner Schritt, und das große Ziel haben wir weiterhin vor Augen, nämlich den Klassenerhalt“, sagte Slomka, den die Niederlage am Rhein „sehr geärgert“ hat: „Mit den klaren Ergebnissen von den anderen Plätzen haben wir vielleicht nicht mehr das Engagement gezeigt. Darüber werden wir reden müssen.“

Vor 34.000 Zuschauern trafen Pierre-Michel Lasogga in der zwölften Minute und Ivo Ilicevic (84.) für die keineswegs enttäuschenden Hamburger. Elkin Soto (7.) nach einem katastrophalen Abwehrfehler von Heiko Westermann, Yunus Malli (65.) und Shinji Okazaki (82.) erzielten die Tore für Mainz.

„Wir werden alles geben, um in Liga eins zu bleiben“, sagte Torschütze Pierre-Michel Lasogga im TV-Sender Sky. Die Mannschaft müsse im ersten Spiel am 15. Mai zu Hause versuchen, „das Ding zu machen“, meinte er.

Die Laune der HSV-Fans, die schon nach einer Stunde „Niemals Zweite Liga“ skandierten, blieb dennoch bis zum Schluss gut. HSV-Sportdirektor Oliver Kreuzer war danach in Gedanken schon in der Relegation: „Als Erstligist bist du natürlich Favorit. Wir müssen dieser Favoritenrolle gerecht werden und den Klassenerhalt sichern.“