Martinez -Deal

Bayerns Großangriff auf Dortmund kostet 65 Millionen Euro

Mit dem Transfer des Spaniers Javier Martinez werden die deutschen Nationalspieler Schweinsteiger, Müller und Kroos unter Druck gesetzt.

Bayern München lässt sich den Großangriff auf Borussia Dortmund 65 Millionen Euro kosten: Der deutsche Fußball-Rekordmeister rüstet sein Starensemble nach zwei titellosen Jahren weiter mächtig auf, um endlich wieder die nationale Vorherrschaft des BVB zu brechen.

Nach dem immer noch nicht offiziell bestätigten Bundesliga-Rekordtransfer von Europameister und Wunschspieler Javier Martinez von Athletic Bilbao in Höhe von 40 Millionen Euro haben die Bayern für sieben neue Spieler inzwischen die zweithöchste Transfersumme der Vereinsgeschichte ausgegeben. Nur 2009 investierten die Münchner noch mehr. Damals zahlten sie für Mario Gomez, Arjen Robben und Co. rund 75 Millionen.

Präsident Uli Hoeneß erwartet im Fall Martinez in den nächsten Tagen eine endgültige Einigung: „Ich freue mich, wenn es klappen würde. Der Trainer und unser Sport-Vorstand sind überzeugt, dass er unsere Probleme löst. Sportlich ist die Entscheidung getroffen, jetzt müssen wir wirtschaftlich eine Lösung finden. Der Aufsichtsrat hat grünes Licht gegeben“, sagte Hoeneß. Die von Bilbao geforderte Summe für den 23 Jahre alten Nationalspieler sei zwar relativ hoch. Aber da Martinez sich bereit erklärt hat, beim angebotenen Fünfjahresvertrag auf insgesamt zehn Millionen Euro Gehalt zu verzichten, sei die „Sache nicht mehr ganz so schlimm“.

Außerdem habe der FC Bayern „hohe Ziele und kann sich das leisten. Dafür haben wir hier jahrzehntelang gearbeitet, dass man auch für so einen Transfer nicht in die Kreditabteilung gehen muss“, führte der frühere Bayern-Manager weiter aus. Grundsätzlich sei es aber dennoch „eine feine Sache, wenn ein Spieler einen Beitrag leistet. Das hat er offensichtlich angeboten.“

Die Verpflichtung des Spaniers setzt vor allem die deutschen Nationalspieler im Kader der Bayern unter Druck: Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos und Thomas Müller müssen mit Martinez konkurrieren. Anatoli Timoschtschuk soll offenbar schon Kontakt zu Dynamo Kiew haben.

Mit der Verpflichtung von Martinez sind die Planungen der Bayern abgeschlossen. Der defensive Mittelfeldspieler ist damit noch vor Torjäger Gomez, der 2009 für 30 Millionen Euro vom VfB Stuttgart gekommen war, der teuerste Spieler der Münchner Vereinsgeschichte und der Bundesliga. „Ich habe mich immer für den Spieler stark gemacht. Ich weiß, welche Qualitäten er besitzt“, sagte Trainer Jupp Heynckes, einst selbst Trainer in Bilbao und Intimkenner des spanischen Fußballs.

Martinez war am Mittwochabend noch für Athletic in einem Testspiel in Spanien im Einsatz. Er wurde allerdings nach 45 Minuten ausgewechselt, duschte und fuhr dann mit seinem Privatauto wortlos davon. Nach Dante (Borussia Mönchengladbach/5 Millionen Euro), Torhüter Tom Starke (1899 Hoffenheim/ablösefrei), Mario Mandzukic (VfL Wolfsburg/13), Xherdan Shaqiri (FC Basel/12), Claudio Pizarro (Werder Bremen/ablösefrei) und Mitchell Weiser (1. FC Köln/0,5) ist der Spanier der siebte Neuzugang beim Champions-League-Finalisten. Für Sport-Vorstand Matthias Sammer ist Martinez „ein hochinteressanter Spieler“ mit „unglaublich viel Entwicklungspotenzial.“ Und Entwicklung werden die Bayern brauchen, um Dortmund angreifen zu können.