Rekordtransfer

Martínez kommt für 30 Millionen Euro zum FC Bayern

Zunächst hatte Matthias Sammer noch eine Einigung bestritten, nun ist der Deal offenbar perfekt: Wunschspieler Martínez kommt an die Isar.

Zunächst hatte Matthias Sammer eine Einigung noch bestritten, später war der Rekordtransfer dann doch perfekt: Bayern München hat Wunschspieler Javier Martínez verpflichtet. Laut „Bild”-Zeitung hat der deutsche Fußball-Rekordmeister den 23 Jahre alten spanischen Nationalspieler von Athletic Bilbao für fünf Jahre unter Vertrag genommen. Die Ablöse, die die Bayern letztendlich bezahlen, liegt bei 30 Millionen Euro.

Bilbao kommt zwar auf die im Vertrag von Martínez festgeschriebene Summe in Höhe von 40 Millionen. Der defensive Mittelfeldspieler verzichtet in München aber auf jeweils zwei Millionen Euro Jahresgehalt, um den Transfer zu ermöglichen. Martinez ist damit neben Torjäger Mario Gomez, der 2009 vom VfB Stuttgart gekommen war, der teuerste Spieler der Münchner Vereinsgeschichte.

„Ich habe mich immer für den Spieler stark gemacht. Ich weiß, welche Qualitäten er besitzt“, sagte Trainer Jupp Heynckes bei Sport1, ohne den Transfer zu bestätigen: „Mein Stand ist der, dass noch nichts in trockenen Tüchern ist.“

Martínez war am Mittwochabend für Bilbao noch in einem Testspiel in Spanien im Einsatz. Er wurde allerdings nach 45 Minuten ausgewechselt, duschte und fuhr dann mit seinem Privatauto ohne Angabe von Gründen davon.

Der siebte Neuzugang für den FCB

Nach Dante (Borussia Mönchengladbach/5 Millionen Euro), Torhüter Tom Starke (1899 Hoffenheim/ablösefrei), Mario Mandzukic (VfL Wolfsburg/13), Xherdan Shaqiri (FC Basel/12), Claudio Pizarro (Werder Bremen/ablösefrei) und Mitchell Weiser (1. FC Köln/0,5) ist Martínez der siebte Neuzugang beim Champions-League-Finalisten.

Noch wenige Stunden zuvor hatte Sammer erklärt, dass der Europameister zwar „ein hochinteressanter Spieler ist. Klar ist aber auch, dass das Verhältnis Sport und Wirtschaft passen muss. Erst wenn wir einen Weg finden, dass er bei uns nicht der Rekordtransfer wird, dann wird er für uns wieder interessant. Stand heute ist das nicht der Fall“, hatte der Sport-Vorstand noch Meldungen dementiert, wonach sich der FC Bayern mit Athletic Bilbao auf 33 Millionen Euro verständigt habe.

Grundsätzlich, so Sammer, „vertrauen wir unserer Mannschaft total. Es gibt da noch unglaublich viel Entwicklungspotenzial. Wir haben viele Spieler, die am Anfang einer großen Laufbahn stehen.“

Sammer kann sich längere Zusammearbeit mit Heynckes vorstellen

Vor dem Ende seiner Karriere steht Heynckes. Doch Sammer kann sich sogar eine noch längere Zusammenarbeit mit dem 67-Jährigen vorstellen. „Warum denn nicht? Fakt ist, dass der Vertrag bis 2013 läuft. Aber ich habe noch nie gehört, dass ein Vertrag nicht erweitert werden kann“, sagte Sammer im SID-Interview.

Deshalb mache er sich derzeit auch „gar keine Gedanken“ über einen Nachfolger. Zuletzt war schon einmal spekuliert worden, dass Barcelonas Erfolgscoach Pep Guardiola Heynckes beerben könnte.

Heynckes wollte sich bisher auch noch nicht zu seiner Zukunft äußern. „Ich habe ihm gesagt, dass ich bei seiner Vita, bei seiner Erfahrung, bei seiner Persönlichkeit, auch nichts mehr von einer zeitlichen Grenze hören möchte. Da blockieren wir uns nur“, betonte Sammer, der die Zusammenarbeit einmal mehr als „absolutes Vertrauensverhältnis“ lobte.

Der 44-Jährige weiß aber auch, dass es „manchmal ein schmaler Grat“ ist, dass der Trainer seine Arbeit nicht als Einmischung versteht: „Deshalb versuche ich auch eindeutig zu signalisieren, dass für die Belange der Mannschaft alleine der Trainer zuständig ist. Aber die Konstellation muss sich natürlich auch bewähren, wenn es mal schwierig und kritisch wird.“

Sammer: „Wir kennen unseren Auftrag”

Allzu kritisch soll es beim FC Bayern nach zwei titellosen Jahren jedoch nicht werden. Die Ziele müsse er deshalb „gar nicht benennen. Es muss jeder spüren, was wir wollen. Wir kennen unseren Auftrag und die Sehnsüchte unserer Fans. Wir sollten ihnen vermitteln, dass wir in aller Konsequenz daran arbeiten“, sagte Sammer.

Dafür brauche man „klare Strukturen und Hierarchien. Ohne ist Erfolg nicht möglich. Die Mannschaften, die Welt- und Europameister wurden, hatten immer klare Führungsstrukturen. Aber wir haben doch lange Zeit gar nicht mehr zugelassen, dass ein Spieler anders war. Wie lange haben wir denn auf die Müllers, Badstubers, Götzes oder Özils gewartet? Das sind die Freigeister, die Kreativen, die den Unterschied in einer Mannschaft ausmachen können.“

Die Führungsspieler Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Manuel Neuer nahm Sammer besonders in die Pflicht: „Der Geist des FC Bayern muss auch auf sie wirken. Sie müssen lernen, ein Bündnis für diesen Verein einzugehen. Sie müssen sich respektieren, sie müssen sich akzeptieren im Interesse des Vereins. Sie haben ein wichtige Aufgabe, die Mannschaft als verlängerter Arm des Trainers auf und neben dem Platz zu führen, sogar mit zu erziehen.“