Box-Trainer Wegner

"Huck soll mehr trainieren und nicht nur futtern"

Marco Huck träumt von einem Kampf gegen einen der Klitschko-Brüder. Doch sein Trainer Ulli Wegner rät verbale Zurückhaltung: "Er muss sich am Riemen reißen."

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Cruisergewicht-Weltmeister Marco Huck sieht sich vor seinem ersten Boxkampf im Schwergewicht heftiger Kritik seines Trainers Ulli Wegner ausgesetzt. „Das sieht er falsch. Er soll mehr trainieren und nicht nur futtern“, sagte Wegner zu Hucks Plan, vor dem Kampf gegen den russischen WBO-Champion Alexander Powetkin am 25. Februar in Stuttgart sein Körpergewicht von 90 auf 115 kg zu erhöhen. „Darüber will ich gar nicht reden. Sonst verliere ich meine Glaubwürdigkeit in der Fachwelt“, sagte Wegner im Interview mit dem Internetportal "Spox.com" .

Huck hatte angekündigt, dass er gegen Powetkin nur mit Körpermasse eine Chance habe. „Wenn er Powetkin besiegen will, braucht er seine Schnelligkeit“, sagte Wegner. Zudem kritisierte der 69 Jahre alte Coach die verbalen Rundumschläge seines Schützlings. „Selbstbewusst aufzutreten ist an sich gut, doch es muss etwas dahinterstecken. Er sagt manchmal Sachen, bei denen man merkt, dass er die Dinge nicht immer realistisch einschätzen kann. Marco muss sich am Riemen reißen“, sagte Wegner: „Wir müssen ein Korsett anfertigen, um seine Persönlichkeit schnellstmöglich zu formen.“

Zuletzt hatte Huck Powetkin nur als „Zwischenstation auf dem Weg zu den Klitschkos“ bezeichnet. „Ich will Powetkin schlagen, um dann gegen die beiden Brüder anzutreten. Ich bin mir sicher, dass ich beide schlagen kann“, hatte Huck gesagt.

Wegner bescheinigt Huck vor dem Kampf gegen Powetkin im Februar viel Talent. „Vom Potenzial her würde ich ihn direkt nach den Klitschkos einordnen.“ Auch begrüßt Wegner Hucks Entscheidung, vom Cruiser- ins Schwergewicht zu wechseln. „Was hat er denn zu verlieren? Die nächsten Aufgaben im Cruisergewicht wären ebenso schwer wie die in der Königsklasse.“