Dallas Mavericks

Nowitzki bekommt einen Showman als Verstärkung

Showman Vince Carter steht für spektakuläre Dunkings und Testosterongeprotze. Doch hilft der 34-Jährige dem Veteranteam um Dirk Nowitzki wirklich weiter?

Foto: pa/dpa/landov

Exakt 72 Stunden benötigte Dirk Nowitzki nach seinem Titelgewinn in der NBA vor 199 Tagen, um den größten Vorteil dieses Triumphes definieren zu können: "Dadurch könnte ich bei einer der Kardashian-Schwestern landen."

Die Sternchen Kimberly, Kourtney und Khloe Kardashian verfügen über keine besonderen Fähigkeiten, behelligen die amerikanische Öffentlichkeit aber trotzdem seit geraumer Zeit mit permanenter Fernsehpräsenz. Es ist, als wären Daniela Katzenberger, Gina Lisa Lohfink und Jana Ina miteinander verwandt und würden stets gemeinsam auftreten – attraktiv, aber schwer erträglich.

Nun, n ach 196 Tagen Wartezeit , ist Deutschlands bester Basketballspieler seinem zweifelhaften Traum deutlich näher gerückt, oder besser gesagt: Der Traum ist zu ihm nach Dallas gekommen. Lamar Odom, sein neuer Teamkollege bei den Dallas Mavericks , ist mit Khloe Kardashian (27), der jüngsten aus dem Trio Infernale, verheiratet.

Begeisterter Nowitzki

Der ansonsten zurückhaltende Nowitzki reagierte begeistert auf den Zugang von den Los Angeles Lakers: "Er gehört unter den großen Spielern zu den besten Passgebern, die es in der Liga jemals gegeben hat", jubilierte der gebürtige Würzburger: "Er spielt elegant, und er kann auf vielen Positionen eingesetzt werden. Es wird Spaß machen, zusammen mit ihm zu spielen."

Das freilich liegt weniger an Odoms Frau denn am Basketballverständnis des Linkshänders, der in der nordamerikanischen Profiliga NBA bereits zweimal den Meisterring gewinnen konnte und in der vergangenen Saison als bester Ergänzungsspieler der gesamten Liga ausgezeichnet wurde. Odom ist ein verlässlicher Arbeiter und Allrounder, der zudem stark in der Defensive ist.

Sein Ex-Mitspieler Kobe Bryant trauert ihm schon jetzt hinterher: "Das ist Wahnsinn. Ich verstehe das nicht. Er hat sich den Hintern abgespielt. Es ist hart, Lamar zu verlieren." In der durch den Tarifstreit verkürzten und daher extrem hektischen Transferphase vor dem Saisonstart am 1. Weihnachtstag ist der 2,08-Meter-Mann eine der sinnvollsten Verstärkungen für das kräftig durcheinander gewirbelten Aufgebot des Meisters aus Texas.

Denn mit Tyson Chandler (New York Knicks) und Caron Butler (Los Angeles Clippers) verließen zwei Leistungsträger der vergangenen Saison die Mannschaft von Trainer Rick Carlisle. Der freute sich ebenfalls über Odoms Zusage: "Damit haben wir mit Odom, Nowitzki und Shawn Marion das beste Angreifertrio der Liga vereint." Hinzu kommt in dem achtmaligen All-Star Vince Carter ein weiterer Prominenter der NBA.

Anders als Odom ist Carter ein Entertainer par excellence; die Zuschauer in Dallas dürfen sich schon jetzt auf spektakuläre Dunkings und Testosteron-strotzende Jubelposen freuen. Ob der 34-Jährige, der seit 2009 von New Jersey nach Orlando nach Phoenix und nun nach Dallas verschoben worden ist, das komplexe und auf mannschaftlicher Geschlossenheit basierende Spiel der Mavericks aufwerten wird, ist offen.

Weitere Kandidaten

Fest steht, dass Carter seine beste Zeit vor etwa sechs Jahren an der Seite von Spielgestalter Jason Kidd erlebte – und den trifft er in Dallas erstmals wieder. Damit ist der Etat im Prinzip ausgeschöpft, gleichwohl die Mavericks weiterhin auf der Suche nach einem neuen Center sind.

Als Kandidaten gelten Dwight Howard und Samuel Dalambert, wobei Superstar Howard kaum zu finanzieren sein wird. Sacramentos Dalambert passt mit seinen 30 Jahren ohnehin besser ins Altersprofil als der 25 Jahre alte Howard.

Es ist bei aller personellen Fluktuation dennoch kein Umbruch, den die Mavericks vollziehen. Dafür bilden weiterhin zu viele alte Profis das Gerüst der Mannschaft: Kidd (38), Nowitzki (33), Odom (32), Marion (33) und Jason Terry (34). Vielmehr ist es die Fortsetzung der Strategie, die sie im Sommer zum ersten Titel geführt hat.

Verantwortung verteilt

Sie vertrauen ihrer Routine und Nowitzkis individueller Klasse. Offenbar sind sie überzeugt, dass die auf 66 Partien verkürzte Spielzeit ihnen dabei in die Karten spielt, weil die Gesamtbelastung über die komplette Saison geringer ist als sonst. Unter diesen Bedingungen soll sich das im Schnitt 34 Jahre alte Team zu einem letzten gemeinsamen Höhenflug aufschwingen.

Allerdings ist der Spielplan bis zum Play-off extrem dicht, teilweise müssen die Teams fünfmal pro Woche antreten. Den Regenerationszyklen der alten Meister kommt das kaum entgegen. Dafür ist die Verantwortung nun auf deutlich mehr Schultern verteilt denn bisher, als Nowitzki quasi im Alleingang die Spiele entscheiden musste. Aber zur Not ist da ja immer noch Lamar Odoms Frau, die Nowitzki und Kollegen von der Tribüne aus Beine machen wird.