Lockout vor dem Ende

NBA-Start ist Nowitzkis schönes Weihnachtsgeschenk

Nach fast fünf Monaten steht der Lockout in der NBA unmittelbar vor dem Ende. Die Basketball-Stars freuen sich über ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk.

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Dirk Nowitzki konnte sein Glück kaum fassen. "Die NBA ist zurück? Großartige Nachricht", schrieb der Basketballstar bei Twitter und reagierte mit riesiger Erleichterung auf das bevorstehende Ende des Lockouts in der nordamerikanischen Profiliga . Am 25. Dezember soll der 33-Jährige mit den Dallas Mavericks endlich die Mission Titelverteidigung starten, Nowitzki darf sich schon jetzt auf ein Weihnachtsgeschenk der ganz besonderen Art freuen.

Der NBA-Champion dachte im ersten Moment aber gar nicht an sich selbst. "Ich freue mich für alle unsere Fans und die Menschen, die in und um die Arenen arbeiten", twitterte Nowitzki. Auch viele der anderen ausgesperrten NBA-Profis ließen ihrer Begeisterung im Wartestand freien Lauf. "Ich fühle mich wie meine Kinder an Weihnachten", so Superstar LeBron James. "Wenn das stimmt, wecke mich meine Mutter und meine Oma auf und weine. Bitte lass es wahr sein", schrieb der vom Bundesligisten BBC Bayreuth umworbene Kevin Durant .

Das geplante Kurzengagement des NBA-Topscorers ist damit wohl vom Tisch, Durant wird sich schon bald wieder in der Trainingshalle der Oklahoma City Thunder einfinden. Am 9. Dezember soll bei den Klubs die Vorbereitung auf die verkürzte Saison beginnen, 66 statt der üblichen 82 Spieltage sind geplant.

Zu den Details der Vereinbarung berichtete die Tageszeitung New York Times, dass der Deal unter anderem nun doch eine 50:50-Aufteilung der Einnahmen zwischen Klubs und Spielern beinhalte. Dies würde für die NBA-Profis rund 300 Millionen Dollar (225 Millionen Euro) weniger bedeuten. Zuvor wurden 57 Prozent der Klubeinnahmen an die Spieler weitergegeben.


"Eine Einigung war im beiderseitigen Interesse"

"Wir sind optimistisch, dass alles klappt und die NBA-Saison am 25. Dezember beginnt", sagte NBA-Commissioner David Stern nach den erfolgreichen Gesprächen. Spielervertreter Billy Hunter, zuvor Vorsitzender der aufgelösten Gewerkschaft NBPA, pflichtete bei: "Es war im beiderseitigen Interesse, eine Einigung zu erzielen und das Spiel zu retten."

Am "Black Friday", in den Vereinigten Staaten traditioneller Startschuss für die Weihnachtseinkäufe, erzielten die Klubbesitzer und Spieler nach 15-stündigen Verhandlungen eine vorläufige Übereinkunft. Jetzt müssen beide Seiten noch ihre endgültige Zustimmung für den neuen Tarifvertrag geben.

Dazu sind viele weitere Formalitäten zu regeln. Die NBPA müsste neu gegründet und die kartellrechtliche Klage der Profis gegen die NBA vor einem Gericht in Minnesota zurückgezogen werden. Danach könnte in einem neuen Tarifvertrag die bislang ungeklärte Verteilung der Klubeinnahmen von rund vier Milliarden Dollar (2,96 Milliarden Euro) festgemacht werden.


Rückreisewelle Richtung Nordamerika

Klappt dies, beginnt schon in den kommenden Tagen eine Rückreisewelle Richtung Nordamerika. Alle Profis, die sich wegen des Lockouts für ein vorübergehendes Engagement im Ausland entschieden hatten, kehren zurück. Das betrifft unter anderem Stars wie Tony Parker, Deron Williams, Rudy Fernandez, oder Andrej Kirilenko.

Auch Nowitzki hatte zuletzt über einen Wechsel nach Europa nachgedacht und das Training wieder aufgenommen, jetzt bleibt dem Würzburger der Trikottausch erspart. Schon in vier Wochen darf der Weltstar wohl wieder für die Mavericks auflaufen. Gleich zum Auftakt kommt es zum Wiedersehen mit Finalgegner Miami Heat. Ein echter Leckerbissen zum Jahresausklang.

Egal, wie das Spiel ausgeht, ein Feiertag steht Dallas allemal bevor. Nicht nur, weil zufällig gerade Weihnachten ist. Vor dem Spiel wird mit fast zweimonatiger Verspätung im Rahmen einer traditionellen Zeremonie endlich das Meisterbanner unter der Hallendecke aufgehängt. Nicht nur Nowitzki wird diesem Fest wie ein kleiner Junge entgegenfiebern.