Werder Bremen

Neue Verträge für Manager Allofs und Trainer Schaaf

Werder einigt sich mit seinem Führungsduo Klaus Allofs und Thomas Schaaf auf Vertragsverlängerungen und träumt vom Titel. Wolfsburg versinkt im Abstiegskampf.

Das letzte Heimspiel vor Weihnachten geriet zu einem perfekten Tag für Werder Bremen. Auf dem Feld machten die Spieler das zuletzt erlittene 1:4-Debakel beim FC Bayern wett und gewannen ihrerseits gegen den VfL Wolfsburg mit 4:1 (2:0). Abseits des Platzes klärten die Verantwortlichen die sportliche Zukunft des Klubs. Sie einigten sich mit Trainer Thomas Schaaf und Sportdirektor Klaus Allofs weitestgehend auf Vertragsverlängerungen.

Nach Informationen von „Morgenpost Online“ ist sich Werder mit Schaaf komplett einig, mit Allofs gibt es nur noch einige kleinere Details zu klären. Beide Personalien sollen möglichst noch vor der Winterpause bekannt gegeben werden. Allofs und Schaaf arbeiten seit 1999 gemeinsam bei Werder, ihre Verträge laufen im Sommer kommenden Jahres aus. Offiziell wollte sich Allofs am Samstag nach dem Spiel nicht zu den Verhandlungen äußern.

Seit Mitte Oktober hatten die Gespräche zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Willi Lemke und Allofs gestockt. Der Manager wies Lemkes Vertragsentwürfe mehrmals zurück, weil diese unter anderem zu drastische finanzielle Einschnitte beinhaltet hatten. Nun ist der Machtkampf wohl beendet. Nachdem offenbar ein Teil von Allofs’ Forderungen an den Aufsichtsrat des Klubs erfüllt wird, scheint der 55-jährige zur Einigung bereit. Die Verhandlungen mit Schaaf waren offensichtlich unkomplizierter.

Ganz im Gegensatz zur Anreise der nur 200 Kilometer entfernt lebenden Gästefans. Wolfsburg mag nicht die meisten Anhänger der Bundesliga haben, zu Beginn des Spiels war der Gästeblock aber doch auffallend leer. Schuld war eine Pferdeherde. Die Tiere nahmen ihr Mittagessen auf einem Gleis ein und waren einfach nicht zu vertreiben. Und so mussten rund 800 Anhänger über Hamburg reisen und erreichten das Stadion mit einer Viertelstunde Verspätung.

Insofern war es ausgesprochen höflich von den Spielern, den Nachzüglern nichts vorzuenthalten. Das Spiel begann eigentlich erst in der 18. Minute. Dann aber gleich mit einem Tor. Einen Freistoß von Lukas Schmitz konnte Torhüter Diego Benaglio nicht festhalten. Manndecker Sokratis nutzte dies zum 1:0 (18.).

Und schon waren sie wieder dahin, die Bemühungen des Felix Magath. Hatte sich der Trainer in den Vorwochen ja eher despotisch gegeben und den einen oder anderen Spieler aussortiert, versuchte er der Krise diesmal mit Teamgeist zu begegnen. Zum Bowling hatte er seine Männer geschickt. Die Medizinbälle also gegen noch schwerere Kugeln getauscht. „Das alles sind Maßnahmen, die das Miteinander fördern und sich auch in Leistung ummünzen lassen“, sagte Magath vor Anpfiff. Im Spiel war er nach einer halben Stunde schon wieder so sauer, dass er alle Spieler der Reservebank zum Warmlaufen schickte.

Den Kollegen war dies nicht Warnung genug. Zunächst hatten sie noch Glück, als Florian Trinks den Ball aus fünf Metern in den Himmel schoss wie eine Silvesterrakete (39). Fünf Minuten später aber machte es Claudio Pizarro besser. Zwei Haken, ein Flachschuss, und es stand 2:0 für Werder. „Wolfsburg war nicht gut, das hat uns den Job einfach gemacht“, sagte Pizarro später. Gefragt, ob Werder Meister werden könne, antwortete er: „Es ist alles drin für uns.“

Es ist kein Wunder, dass der Peruaner vor Selbstvertrauen strotzt. Zwölf Tore hat er in dieser Saison erzielt. An 18 von 29 Werder-Treffern war er direkt beteiligt. In solcher Form kann auch einem 33-Jährigen niemand verdenken, wenn er sich noch einmal mit großen Herausforderungen beschäftigt. Inter Mailand soll Pizarro kaufen wollen. „Ja, ich habe daran Interesse, Werder zu verlassen“, sagte Pizarro unter der Woche „Morgenpost Online“. Er denke sogar über einen Wechsel im Winter nach: „Ich bin für alles offen.“ Allofs sieht das natürlich anders. Einen Abschied im Januar könne er ausschließen, sagte der Sportdirektor. Damit wird das Thema aber kaum beendet sein.

Als gesichert darf dagegen gelten, dass Magath die Sorgen seines Bremer Kollegen gern hätte. Was seine Mannschaft am Samstag in Bremen bot, glich einer Kapitulation. Abwehrschnitzer, Stellungsfehler, Ballverluste – die Wolfsburger lieferten die ganz große Show des Rumpelfußballs. Als herausragend schlecht präsentierten sich dabei Hasan Salihamidzic und Abwehrmann Marcel Schäfer, der sich bei den nächsten Gegentoren veralbern ließ. Zunächst traf Markus Rosenberg mit einem Flachschuss zum 3:0 (55.), dann Marko Arnautovic nach Vorarbeit von Pizarro (71.).

Immerhin sorgte jener Schäfer mit seinem Ehrentreffer in der 86. Minute dafür, dass das Endergebnis seiner Mannschaft noch schmeichelte. Für Bremen war nämlich deutlich mehr drin als ein 4:1. „Was wir defensiv haben, ist einfach zu schwach“, zürnte Magath und kündigte eine neuerliche Shoppingtour an: „Wir werden sehen, was auf dem Transfermarkt möglich ist.“

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