Zwei Doppelpacks

"Robbery" schießt Bayern wieder an die Spitze

Das kongeniale Duo "Robbery" hat den FC Bayern zurück in die Erfolgsspur gebracht. Doch trotz des Sieges gegen Bremen liegt noch viel Arbeit vor den Münchnern.

Der erste Bayern-Sieg in der Bundesliga seit fast einem Monat war gerade einmal eine Minute alt, als in der Münchner Arena noch einmal Jubel aufbrandete. Auch in Mönchengladbach war nun Schluss, Borussia Dortmund hatte bei der dortigen Namenscousine nur 1:1 gespielt - und die Bayern waren wieder Tabellenführer.

„Für den FC Bayern ist es von größter Bedeutung, oben an der Tabellenspitze zu sein“, sagte Coach Jupp Heynckes nach dem verdienten 4:1 (1:0)-Sieg gegen Werder Bremen, der dazu beigetragen habe, „dass meine Grippe bald wieder vorbeigeht“. Die Bayern sind wieder Erster - und fühlen sich nach längerer Krankheit wieder gesund.

Das 2:3 beim 1. FSV Mainz 05 habe „Nerven gekostet“, gab Heynckes zu. Und so schleppten sich seine Profis lange uninspiriert und matt über den Rasen. Zwei Lichtblicke von Franck Ribery, die der Franzose zu seinen Saisontreffern Nummer sieben und acht nutzte (22./77.), sowie der starke Arjen Robben brachten aber den ersten Sieg nach zuletzt zwei Liga-Niederlagen.

Robben kommt nach einer Stunde

Mit Robbens Einwechslung (60.) fanden die Bayern die zuvor schmerzlich vermisste Leichtigkeit. Mit zwei verwandelten Foulelfmetern (69./83.), seinen ersten beiden Saisontoren, belohnte sich der Niederländer selbst - und verdiente sich einige Lobeshymnen.

„Als er kam, haben wir besser ins Spiel gefunden und mehr Druck ausgeübt“, sagte Kapitän Philipp Lahm. Heynckes betonte: „Mit Arjens Einwechslung war noch mehr Potenzial auf dem Platz. Ich bin froh, dass er so cool geblieben ist und beide Elfmeter verwandelt hat.“

Robben sei endlich beschwerdefrei und zeige „aufsteigende Form“. Für das abschließende Gruppenspiel in der Champions League bei Manchester City am Mittwoch käme Robben „von Anfang an“ in Frage. Und das, betonte Heynckes, sei „neben dem Sieg von größter Bedeutung, denn das heißt, dass wir bis zur Winterpause mit Arjen planen können“.

Bis dahin stehen neben der aus Sicht der Münchner bedeutungslosen Partie in Manchester noch Liga-Spiele beim VfB Stuttgart und gegen den 1. FC Köln sowie das Achtelfinale im DFB-Pokal bei Zweitligist VfL Bochum an. Erst bei weiteren Siegen in den abschließenden drei Begegnungen, meinte Lahm, sei „das Tief überwunden“. Nicht nur der Spielführer hatte gesehen, dass „immer noch nicht alles war, wie wir uns das vorstellen“.

Heynckes lobte zwar, die Mannschaft habe „eine klasse Reaktion gezeigt“ und bewiesen, „dass sie intakt ist“. Außerdem sei die „Balance zwischen Offensive und Defensive“ wieder besser gewesen als noch beim 0:1 gegen Dortmund oder in Mainz. Doch: Auch der Trainer musste eingestehen, dass die Bayern lange „nicht so schwungvoll und attraktiv gespielt“ hatten wie noch bis zum Frühherbst.

Dass sich das nicht im Resultat spiegelte, lag auch an Bremen, das sehr viel Glück hatte, dass es die Begegnung nicht zu Acht beenden musste. Nur Aaron Hunt sah nach grobem Foul an Toni Kroos Rot (81.).

Nachsichtiger Schiedsrichter

Auch Claudio Pizarro hätte nach seinem Ellbogenschlag in die Magengrube von Holger Badstuber (41.) vorzeitig duschen gehen müssen, doch Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) wertete die Aktion rätselhafterweise nicht als Tätlichkeit. Deshalb droht dem früheren Münchner auch keine nachträgliche Sperre.

Dass auch Andreas Wolf am kommenden Samstag gegen den VfL Wolfsburg dabei sein darf, war ebenso der Nachsicht Meyers geschuldet, der Wolf vor dem ersten Elfmeter nach einem Foul an Thomas Müller nicht die erforderliche zweite Gelbe Karte und also nicht Gelb-Rot zeigte.

Den Bayern war's egal: Es reichte auch so zum ersten Heimsieg gegen Bremen seit sechs Jahren. Daran änderte auch das zwischenzeitliche 1:1 von Markus Rosenberg (52.) nichts mehr.

"Bayern nie gefordert"

„Es gab eine ganze Menge, das nicht so geklappt hat. Wir haben Bayern nie gefordert oder in Not gebracht“, konstatierte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Wie Manager Klaus Allofs kritisierte er namentlich aber nur Hunt.

„Dumm und unnötig“, fand Schaaf dessen Foul, Allofs meinte: „Solche Platzverweise und die damit verbundenen Sperren können wir uns nicht erlauben. Ich muss von einem Spieler, der Führungsspieler sein möchte, erwarten, dass er sich besser unter Kontrolle hat.“ Bis zur Winterpause muss Werder ohne Hunt die Forderung Schaafs umsetzen und „ein anderes Bild abgeben“.