Schwach in Leverkusen

Magaths Wolfsburger haben noch viel Arbeit vor sich

Bei der Niederlage in Leverkusen enttäuschte das Team von Felix Magath total. Den Spielern des VfL Wolfsburg steht eine anstrengende Länderspielpause bevor.

Am Ende stand eine ernüchternde Erkenntnis. Weit mehr als das 1:3 (0:1) bei Bayer Leverkusen sorgte Felix Magath der Auftritt seines VfL Wolfsburg am Rhein. „Unverständlich, dass wir mit dem Ausgleich einen Gang zurückgeschaltet haben“, sagte der Trainer. „Wir sind nicht stabil genug, gegen eine Spitzenmannschaft zu bestehen, die gut drauf ist.“

Die Sätze des obersten Befehlshabers beim niedersächsischen Klub wirkten am Wochenende geradewegs so wie das eilige Schwenken mit der weißen Fahne. Angetreten waren sie in Wolfsburg vor der Saison immerhin mit dem Wunsch, durch das von Magath runderneuerte Team wieder in der Liga vorzupreschen, vielleicht sogar noch einmal so eine famose Saison hinzulegen wie 2008/2009, als der VfL am Ende die Meisterschaft gefeiert hatte.

Nach nur acht Spieltagen bedarf es nun einer Kurskorrektur. Mit lediglich drei Siegen steht Wolfsburg auf Rang 13, besonders auswärts tritt die Schwäche der Mannschaft deutlich zutage: Vier Niederlagen in Serie bei 3:13 Toren stehen für den VfL in der Fremde zu Buche. Und noch weiß Magath offenbar keinen Ausweg aus der Misere.

Fahrlässig, naiv und schläfrig

In Leverkusen hätte es auch leicht zu einem Desaster kommen können. Allein Torwart Diego Benaglio stemmte sich lange gegen die Niederlage und verhinderte mit einigen Paraden Schlimmeres. „Wir hätten noch fünf, sechs Tore machen müssen“, sagte Robin Dutt, Leverkusens Trainer, nach der Partie – und übertrieb damit keineswegs. Wolfsburg hatte die erste Hälfte fahrlässig, naiv und schläfrig absolviert, sich nach dem Gegentreffer von Gonzalo Castro (14.) kurz aufgerafft, war durch Mario Mandzukic sehenswert zum Ausgleich gekommen (59.) – um dann wieder in alt bekannte Verhaltensmuster zu verfallen.

Dass der Gegentreffer von Eren Derdiyok zum 1:2 (65.) auch noch eines Marke „Tor des Jahres“ war, passte zum verkorksten Auftritt der Gäste. „Wir hatten dann nicht mehr die Moral, um noch mal dagegen zu gehen“, gestand Magath – und war froh, dass er lediglich noch den dritten Gegentreffer durch Stefan Kießling (85.) hatte mitansehen müssen.

Dass er von der Bank aus schon bald wieder Schöneres beobachten darf, mag der Trainer dieser Tage selbst nicht glauben. Es mangele innerhalb der Mannschaft noch „an Harmonie, an Sicherheit und an Selbstvertrauen“, sagte er. „Das müssen wir uns noch erarbeiten.“ Doch die Frage nach dem Wie muss durchaus erlaubt sein. Denn erst krempelte Magath seine Mannschaft mit elf Abgängen, zwölf Neuen und Ausgaben von 21,4 Millionen Euro komplett um . Dann schickte er in acht Ligaspielen sieben unterschiedliche Anfangsformationen aufs Feld. Die Chance, sich zu finden, hatten die VfL-Profis bislang nur bedingt.

Da kommt die zweiwöchige Punktspielpause offenbar ganz gelegen. Zwar muss Magath wegen der Länderspiel-Abstellungen auf etliche Akteure wie etwa Torhüter Benaglio verzichten. Aber dem Rest kann er noch einmal verdeutlichen, worauf es ankommt. Es dürften anstrengende Tage werden. „Wir haben jetzt genügend Zeit, weiter hart zu arbeiten“, sagte Linksverteidiger Marcel Schäfer. „Wir müssen vor allem mehr Konstanz in unser Spiel bekommen.“