Eisschnellläuferin Claudia Pechstein hat nach ihrer Selbstanzeige Nachricht vom Weltverband ISU erhalten, dass sie künftig trotz ihrer weiterhin erhöhten Blutwerte, wegen der sie per Indizienbeweis zwei Jahre gesperrt worden war, nun unbehelligt starten darf.

Beim gemeinsamen Aufenthalt mit anderen Medaillengewinnern des Jahres in einem Robinson Club in der Türkei anlässlich der Wahl des "Champions des Jahres" kündigte Pechstein daraufhin nun eine Schadenersatzklage " auf eine astronomisch hohe Summe gegen die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) an.

500-seitige Klageschrift

Pechstein betonte aber, dass sie den Verband damit nicht zerstören will. "Die DESG muss sich dann das Geld von der ISU zurückholen, so ist nun mal der Weg. Ich wäre gern auch vor Strafgericht gegangen, um die ISU direkt zu verklagen. Aber so ist nun mal der Verfahrensweg. Wir brauchen erst einmal ein verbindliches Urteil in Deutschland, um wieder Zugriff auf die ISU zu bekommen."

Pechstein war bislang bei Prozessen in Deutschland und der Schweiz in allen Instanzen gescheitert, bemängelt aber das Fehlen einer Revision in der Sportsgerichtsbarkeit, da sie neue Beweise für eine Unschuld nirgendwo einbringen kann.

Ihre von einem Prozessfinanzierer bezahlten Anwälte bereiten nun eine über 500 Seite starke Klageschrift vor, die noch am Monatsende vor Saisonstart der Eislaufsaison öffentlich erläutert werden soll. Pechsteins Ziel ist eine vollständige Rehabilitation.

Pechstein siegessicher

Die Berlinerin, die in einem Buch von zwischenzeitlichen Selbstmordgedanken berichtet hatte, gibt sich inzwischen siegessicher: "Amanda Knox ist ein gutes Beispiel, würde ich sagen, ich habe mir die Urteilsverkündung live im Fernsehen angeschaut.

Sie saß vier Jahre im Knast und ist am Ende freigesprochen worden (wegen Mordverdachts aus Mangel an Beweisen - d. Red.). Wenn man man den Grundsatz in dubio pro reo wirklich anwendet, hat sie es verdient. So gesehen war das Urteil auch ein Sieg für mich.

Die Teilnahme an der Veranstaltung "Champion des Jahres" wurde ermöglicht mit der Unterstützung von Robinson