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Bayern-"Baby" David Alaba macht auf Justin Bieber

David Alaba war der große Gewinner der Münchner beim Pokalerfolg gegen Ingolstadt. Aber auch außerhalb des Platzes hat der 19-Jährige einiges zu bieten.

Der Mann des Spiels wollte nur noch weg. David Alaba verzog vor Schmerzen das Gesicht und humpelte zum Stadionausgang. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern München hatte beim 6:0 (1:0) gegen den FC Ingolstadt einen Schlag auf den Knöchel bekommen – keine schlimme Verletzung, aber unangenehm. Alles andere war in den 90 Minuten optimal für ihn gelaufen.

In der zweiten Runde des DFB-Pokals hatte Bayerns Trainer Jupp Heynckes den Stammkräften wie Franck Ribery, Mario Gomez und Philipp Lahm eine Pause gegönnt, schließlich ist Ingolstadt Tabellenletzter der Zweiten Liga.

Alaba durfte auf der linken Außenbahn von Beginn an spielen – und war mit 19 Jahren nicht nur der jüngste, sondern auch beste Bayern-Profi. Mit einem Dribbling ließ er die Ingolstädter Verteidiger wie Amateure wirken (16.), überzeugte mit präzisen Pässen und schoss das 2:0 (49.).

Lob von Heynckes

„Unser Nesthäkchen“, rief der Stadionsprecher nach dem Tor in das Mikrofon. Trainer Jupp Heynckes sagte: „Ich habe heute viele Spieler eingesetzt, die in den vergangenen Wochen nicht so viele Einsatzminuten hatten. Nach 90 Minuten kann ich sagen: Es hat sich gelohnt und hat Spaß gemacht, den Jungs zuzuschauen.“

Und für Alaba gab es ein Sonderlob. „Er hat ein außergewöhnliches Talent, Engagement und Herz. David könnte in jeder Bundesligamannschaft Stammspieler sein.“ Alaba sei ein „Juwel“, er sehe in ihm „in ein, zwei Jahren einen Topspieler“, so Heynckes.

Bereits nach seiner Einwechslung beim 1:2 in der Bundesliga bei Hannover 96 hatte Alaba überzeugt und den Anschlusstreffer erzielt. Seine Stärke ist seine Vielseitigkeit: Er kann auf der linken sowie echten Außenbahn eingesetzt werden und hat auch schon als Verteidiger gespielt.

Mit 17 Jahren debütierte der Wiener in Österreichs Nationalmannschaft, in seiner Heimat gilt er als größtes Talent seiner Generation. In der vergangenen Rückrunde hatten die Bayern ihn an die TSG Hoffenheim verliehen.

Dort hat Alaba Spielpraxis gesammelt und sich entwickelt, der neue TSG-Trainer Holger Stanislawski hätte ihn sehr gern gehalten. Doch Heynckes wollte ihn unbedingt zurück nach München holen. Alaba könne eigentlich schon jetzt zur Startelf gehören. „Nur funktioniert die Mannschaft momentan nach vorne. In der Offensive sind fast alle Stamm-Nationalspieler“, so der Trainer. Die Bayern wollen ihn derzeit auf keinen Fall erneut verleihen.

In dieser Saison spielte Alaba in der Bundesliga erst einmal von Beginn an. Stammspieler ist er noch nicht – ein Teeniestar schon längst. Während seiner Zeit in Hoffenheim freundete er sich mit dem niederländischen Stürmerstar Ryan Babel an, und der verhalf Alaba zu ungeahnter Aufmerksamkeit.

Musik im Blut

Babel stellte ein Video von sich und Alaba ins Internet, auf dem Alaba auf der Autobahn fährt. Im Wagen läuft der Hit „Baby“ von Justin Bieber , und Alaba singt mit. Babel sitzt auf dem Beifahrersitz, filmt sich am Ende selbst und schüttelt lachend den Kopf. Dabei stimmt bei Alaba alles: Er ist textsicher, lächelt in die Kamera und passt auch vom Alter in die „Bravo“-Zielgruppe. Fans haben das Video bereits über 150.000 mal abgerufen.

Taktgefühl liegt in der Familie: Seine Schwester Rose (17) hat es bei der österreichischen Castingshow „Popstars“ kürzlich in die nächste Runde geschafft. Ihr Vorbild? „Mein Bruder David.“ Vater George ist Teil des Musikband „Two in One“. „Ich bin stolz auf meine Schwester“, sagt David Alaba. Vielleicht wird der nächste Internet-Hit ja ein Duett der Geschwister.