"Lage der Liga"

Wie Manfred Amerell den Fußball beschmutzt

Den Fußball als Bühne zu missbrauchen, scheint populärer als je zuvor. Ex-Schiedsrichter Manfred Amerell bietet in dieser Hinsicht ein trauriges Beispiel.

Foto: dpa / dpa/DPA

Der Fußball wird derzeit besudelt wie selten zuvor: Von Manfred Amerell, steuerscheuen Schiedsrichtern und Idioten, die sich für Fans halten. Im DFB-Pokal knallte es in Dortmund und Frankfurt gewaltig, und nun ist ein neues Gewaltproblem in den Stadien nicht mehr wegzudiskutieren. Nachdem sich Verband, Vereine und Fans zuletzt aufeinander zu bewegten, zertrampeln tumbe Chaoten alle neu gebauten Brücken.

Doch nicht nur auf den Rängen regieren Psychopaten. Manfred Amerell, der ehemalige Schiedsrichtersprecher des Deutschen Fußball-Bundes, lungerte neulich um sechs Uhr morgens mit einem Fotografen vor dem Haus von Michael Kempter herum.

Der Täter schlägt zurück

Er wollte offenbar die Fahnder ablichten, die die Wohnung seines ehemaligen Liebhabers wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung durchsuchen wollten. Jemand drehte den Spieß um, knipste Amerell und lancierte das Foto an „Bild“. Wer die Beamten zu Kempter gelotst hatte, erzählt Amerell jedem, der es hören will: Er selbst war es natürlich. Und nicht nur Kempter hat er ans Messer geliefert, sondern die Behörden gleich mit weiterem selbst recherchierten Material versorgt, das zu diversen Razzien gegen Schiedsrichter führte. Eine sechsstellige Summe sollen sie, teilweise über Auslandskonten, am Fiskus vorbeigeschleust haben.

Der Täter schlägt also zurück. Zwar war es Amerell, der den Sexskandal auslöste , weil er als Ausbilder seine Finger (und andere Körperteile) nicht von jungen Schiedsrichtern lassen konnte. Aber nun ist er auf Rachefeldzug und will so viele Ex-Kollegen wie möglich mit in den Abgrund reißen . „Hätte Kempter nicht diese Lügengeschichten über mich erzählt, wäre es dazu nicht gekommen“, sagt er.

Es scheint populärer denn je, den Fußball als Bühne zu missbrauchen. Alle, die diesen Sport lieben, sollten sich schleunigst ans Aufräumen machen.