Mit Kampfgeist und viel Glück hat der VfL Wolfsburg seinen Angstgegner 1. FC Nürnberg mit 2:1 (1:0) besiegt. Durch den dritten Heimsieg in Serie überflügelten die Niedersachsen die nunmehr seit vier Spielen sieglosen Franken am Samstag in der Tabelle der Bundesliga.

Die Nürnberger, die in den beiden letzten Jahren jeweils in der Nachspielzeit (3:2 und 2:1) in Wolfsburg gesiegt hatten, agierten lange Zeit zu passiv und konnten in der Drangperiode nach dem Ausgleich durch den eingewechselten Christian Eigler (70. Minute) die sich bietenden Chancen nicht nutzen.

Mario Mandzukic sorgte vor 27.112 Zuschauern mit seinen Saisontreffern vier und fünf für den schmeichelhaften Erfolg der Wolfsburger. Zunächst traf er nach feiner Flanke von Ashkan Dejagah per Kopf und brachte die Mannschaft von Trainer Felix Magath in Führung (24.). In der 83. Minute schließlich verwandelte er einen von Mike Frantz an Dejagah verschuldeten Foulelfmeter zum glücklichen Sieg.

Nürnbergs Torschütze Eigler war da schon nicht mehr dabei. Beim Torschuss war er von Makoto Hasebe so hart attackiert worden, dass er mit einer Fußverletzung ausgewechselt werden musste.

„Diego Benaglio hat den Sieg festgehalten“, sagte Magath. Doch nicht nur der Torhüter bekam ein Lob vom glücklichen Trainer, sondern auch die Offensive : „Das war das beste, was wir in dieser Saison gezeigt haben.“ Die Einschränkung freilich folgte prompt: „Natürlich hätten wir nach der Führung auch das zweite Tor machen können.“

Hecking stinksauer

Nürnbergs Trainer Dieter Hecking war stinksauer: „Wir haben den VfL gewähren lassen und uns in den Zweikämpfen verhalten wie Schüler. Das geht so nicht.“ Nur einer bekam von Hecking gute Noten: der Torhüter des Gegners. „Benaglio hat klasse gehalten.“

Magath überraschte mit den Bundesliga-Debütanten Bjarne Thoelke und Yohandry Orozco in der Startformation. Sie rückten für die gesperrten Stammkräfte Marco Russ und Sotirios Kyrgiakos in die Innenverteidigung. Der 19-jährige Thoelke hatte erst vor Tagen einen Profivertrag bis 2014 unterschrieben; der 20 Jahre alte Orozco aus Venezuela war vom früheren Manager Dieter Hoeneß verpflichtet worden, hatte aber noch kein Spiel im VfL-Trikot absolviert.

Bei Nürnberg ersetzte Marvin Plattenhardt den verletzten Routinier Javier Pinola. Im Tor vertrat erneut Alexander Stephan den noch verletzten Raphael Schäfer. „Wir haben nach dem Ausgleich viel Druck gemacht, konnten unsere Chancen aber nicht nutzen“, sagte Stephan. Seinen Fehler beim ersten Wolfsburger Tor beschönigte er nicht.

Mak rettet gegen Mandzukic

Stephan verschätzte sich beim Herauslaufen, hatte aber zuvor glänzend gegen den freistehenden Srdjan Lakic gerettet (22.). Der einsatzfreudige Lakic hatte in der vom VfL drückend überlegen geführten Startphase noch zwei weitere erstklassige Chancen, jeweils sehr gut von Mandzukic in Szene gesetzt (10. und 19.).

Die Nürnberger standen erwartet tief und diszipliniert, enttäuschten aber in der Offensive in der ersten Halbzeit nahezu total. Einzig die 30. Spielminute hätte der in dieser Phase einseitigen Partie eine Wende geben können.

Zunächst scheiterte Tomas Pekhart mit seinem Kopfball an Benaglio, danach traf Alexander Esswein den Pfosten. Auf der Gegenseite hatte erneut Mandzukic das 2:0 auf dem Fuß, aber Robert Mak fälschte den Schuss des sehr starken Kroaten noch zum Eckball ab (37.).

Zur zweiten Halbzeit blieb in Alexander Madlung Wolfsburgs letzte Defensiv-Stammkraft verletzt in der Kabine und wurde vom sich gut einfügenden Tschechen Jan Polak ersetzt. In der 54. Minute begann der gerade eingewechselte Nationalspieler Thomas Hitzlsperger seinen dritten Kurzeinsatz im VfL-Trikot gleich mit einer Großchance, scheiterte aber allein auf das Tor zulaufend an Stephan, der mit Fußabwehr parierte.

Nach dem verdienten Ausgleich verpasste zweimal Esswein freistehend die Chance, das Spiel zu drehen und die Franken auf die Siegerstraße zu schießen (74. und 75.). Statt dessen machte der eingewechselte Mike Frantz sogar das Unentschieden zunichte. Er foulte Wolfsburgs Besten, Dejagah, im Strafraum – den Elfmeter nutzte Mandzukic zum glücklichen Siegtreffer.

dapd/fb