Erfolgreiches Comeback

Dank Ibisevic – Hoffenheim schlägt Mönchengladbach

Der Bosnier Vedad Ibisevic stand nach langer Verletzungspause erstmals in dieser Saison in Hoffenheims Startelf – und erzielte den Siegtreffer gegen Mönchengladbach.

Er kam, sah und traf: Als Vedad Ibisevic nach seinem traumhaften Comeback in der 88. Minute unter dem gewaltigen Applaus der 30.150 Zuschauer in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena ausgewechselt wurde, lief es dem 27 Jahre alten Angreifer eiskalt den Rücken hinunter. „Das war in dem Moment ein unheimlich schönes Gefühl. Ich habe es einfach nur genossen und bin wirklich froh, das wichtige Tor geschossen zu haben“, sagte Ibisevic, nachdem er mit seinem ersten Saisontreffer für das 1:0 (0:0) von 1899 Hoffenheim gegen Borussia Mönchengladbach gesorgt hatte.

Ausgerechnet Ibisevic! Der bosnische Fußball-Nationalstürmer war wegen eines Muskelbündelrisses zuletzt acht Wochen ausgefallen und hatte erst am vergangenen Wochenende bei der 0:2-Pleite beim VfB Stuttgart als Einwechselspieler erstmals überhaupt unter dem neuen 1899-Coach Holger Stanislawski auf dem Platz gestanden.

Eine Woche später stellte ihn „Stani“ dann in die Startelf und wurde belohnt. Nach einer Flanke von Edson Braafheid stolperte Fabian Johnson mit dem Ball am Fuß im Strafraum, Ibisevic netzte den Ball dann eiskalt und in Torjägermanier (56.) zum verdienten Sieg ein. Damit beendete Ibisevic auch die Negativ-Serie der Hoffenheimer von 332 Minuten ohne Torerfolg.

„Ich freue mich, dass er nach so einer langen Verletzungspause gleich ein Tor und damit etwas für sein Selbstvertrauen gemacht hat. Vedo weiß, wo der Ball im Sechzehner hinfällt, das ist natürlich seine Stärke. Er war bei seinem ersten Spiel von Beginn an sehr eifrig und immer anspielbar. Ich glaube, er ist auf einem guten Weg“, sagte Stanislawski und drückte Ibisevic bei dem Gang aus dem Stadion noch einmal herzlich.

Auch 1899-Kapitän Andreas Beck war voll des Lobes über den bosnischen Angreifer, der in der vergangenen Saison trotz seiner acht Treffer oftmals kritisiert worden war. „Er ist ein Stürmer mit Ecken und Kanten und ist für die Gegenspieler immer unangenehm. Wir merken ja auch immer im Training, wie schwer es als Verteidiger ist, gegen ihn zu spielen. Es freut mich für Vedo sehr, dass er das Spiel entschieden hat“, sagte Beck. Und Ryan Babel betonte: „Mit so einem zentralen Angreifer sind wir als Team schwer auszurechnen.“

Dabei können sich die Kraichgauer, die mit nunmehr 16 Punkten in der Tabelle einen Zähler an die bisherige Überraschungsmannschaft aus Gladbach heranrückten, äußerst glücklich schätzen, dass Ibisevic überhaupt noch da ist. Denn kurz vor seinem mehrwöchigen Ausfall hatte er sich mit den Blackburn Rovers bereits auf einen Wechsel in die Premier League geeiningt. Doch nach der Verletzung zogen die Rovers Ende August ihr Angebot zurück. „Vor acht Wochen hatte ich tatsächlich noch ganz andere Pläne“, sagte Ibisevic am Samstag mit einem Augenzwinkern.

Während die Badener mit der Bilanz nach zehn Spieltagen von fünf Siegen, vier Niederlagen und einem Unentschieden relativ gelassen in das DFB-Pokalspiel am Dienstag gegen den 1. FC Köln gehen können, scheint bei der Borussia der Zauber der ersten Wochen verflogen. Drei Spiele ohne Sieg in Folge und nun auch noch das gefährliche Pokalspiel gegen Bremen-Bezwinger 1. FC Heidenheim vor der Brust. „Ich habe immer gesagt, dass wir nicht träumen dürfen. Wir dürfen nicht vergessen, wo wir noch vor wenigen Monaten standen. Und auch Heidenheim wird für uns eine ganz schwierige Aufgabe“, sagte Trainer Lucien Favre.