Während die Green Bay Packers in der Nacht zu Montag das Finale der National Football League (NFL) mit 31:25 gegen die Pittsburgh Steelers gewannen, hatte Popstar Christina Aguilera wenig zu feiern. Die 30-Jährige hatte die Ehre, vor Spielbeginn die US-Nationalhmne "The Star-Spangled Banner" zu singen, patzte dabei jedoch vor zehntausenden Zuschauern im Texas' Cowboys Stadium und Millionen zu Hause vor den Fernsehern.

Der Aussetzer der Sängerin dauerte ganze 40 Sekunden. Der Fehler passierte der fünffachen Grammy-Gewinnerin gleich zu Beginn ihres Auftritts. Anstatt „O'er the ramparts we watched were so gallantly streaming?“ wiederholte Aguilera nahezu wortgleich die frühere Liedzeile „What so proudly we hailed at the twilight's last gleaming“. Aguilera versuchte, ihren peinlichen Auftritt damit zu begründen, dass sie so ergriffen gewesen sei. Sie hoffe aber, dass ihre Liebe zu Amerika trotzdem und die wahre Seele der Hymne dennoch spürbar gewesen seien. Auf zahlreichen Internet-Plattformen von Twitter bis Facebook ergoss sich im Anschluss beißender Spott über Aguilera.

Die Darbietung der Nationalhymne beim Endspiel der US-Football-Saison zählt zu den prestigeträchtigsten Auftritten im Unterhaltungsgeschäft. Dennoch war vor Aguilera schon eine Reihe hochkarätiger Sänger an dem komplizierten Text und der anspruchsvollen Melodie von „The Star Spangled Banner“ gescheitert. So hatte Michael Bolton 2003 seinen Vortrag kurz unterbrechen und den Text von seiner Hand ablesen müssen.

Dabei kann Christina Aguilera es doch eigentlich: Zweimal sang sie die Nationalhymne während der NBA-Finals im vergangenen Jahr – zweimal gelang ihr ein fehlerfreier Auftritt. Vor dem Super Bowl hatte sie noch betont, gut mit dem Lied vertraut zu sein. „Ich habe die Hymne gesungen, seit ich sieben Jahre alt bin“, hatte Aguilera gesagt. Mit dem Auftritt werde ein Traum wahr – es wurde eher ein Albtraum.

Mit der verpatzen Hymne wandelte Aguilera auf den Spuren der deutschen Sängerin Sarah Connor. Diese leistete sich eine Fauxpas bei der Eröffnung der Münchener Allianz-Arena am 31. Mai 2005. Vor dem Spiel des Rekordmeisters Bayern München gegen eine DFB-Elf hatte die Sängerin den Text der deutschen Hymne kurzerhand in „Brüh’ im Lichte dieses Glückes“ umgedichtet. Richtig heißt es „Blüh’ im Glanze dieses Glückes“.

dapd/sid/won