VfL Wolfsburg

Magath kommt aus dem Kaufrausch nicht heraus

| Lesedauer: 3 Minuten

Foto: dpa / dpa/DPA

Kurz vor dem Ende der Transferperiode geht Felix Magath auch mit dem VfL Wolfsburg auf Shopping-Tour und erinnert damit an Schalker Zeiten.

Felix Magath läuft im Sommerschlussverkauf wieder zu Hochform auf. Gut eine Woche vor Ende der Transferperiode lässt der Trainer und Geschäftsführer von Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg kein Schnäppchen liegen und erinnert in seinem Kaufrausch an seine Schalker Zeit, als er unter anderem durch eigenwillige Transfers viel Kredit bei den Fans verspielt hatte.

Ein wenig scheint Magath jedoch aus den Schalker Erfahrungen gelernt zu haben. Zumindest seinen Spielern gegenüber erklärte sich der Turbo-Shopper am Dienstag. „Ich habe ihnen gesagt, dass ich grundsätzlich mit allen arbeiten will. Aber wenn es nicht läuft - und der Fall ist jetzt eingetreten - werden neue Spieler geholt“, sagte der 58-Jährige, dessen Team in der Liga nach zwei Pleiten in drei Spielen fast einen Fehlstart hingelegt hat.

Am Montagabend vermeldete der Klub die Verpflichtung der Abwehrspieler Sotirios Kyrgiakos und Hrvoje Cale. Das sind inklusive der vier Nachwuchsspieler die Neuzugänge Nummer 13 und 14. Eine weitere Verpflichtung ist so gut wie perfekt. Der Brasilianer Chris, jahrelang in Diensten von Eintracht Frankfurt und zuletzt vereinslos, ist so gut wie da. Der Medizincheck fand schon statt. „Er ist zehn Jahre in der Bundesliga und hat immer überzeugt“, sagte Magath über den Defensivallrounder. Nach jüngsten Meldungen aus Italien ist der VfL auch an dem 31 Jahre alten brasilianischen Stürmer Amauri von Juventus Turin interessiert.

Auffallend ist, dass Magath vor allem gestandene Profis vom Abstellgleis anderer Klubs verpflichtet. Erst holte er Hasan Salihamidzic und Thomas Hitzlsperger, die bei ihren letzten Engagements kein Glück hatten. Jetzt Kyrgiakos und Chris, die Kritiker eher als Auslaufmodelle ansehen. „Natürlich könnte ich auch eine junge Mannschaft entwickeln. Das habe ich bei früheren Vereinen schon gemacht“, betonte Magath am Dienstag: „Die Situation hier in Wolfsburg ist eine andere. Wir wollen unbedingt in den Europapokal. Und dieser Schritt scheint für einige junge Spieler noch zu groß zu sein.“

Auch die Tatsache, dass er in Schalke mit seinen Transfers Schiffbruch erlitt und vorzeitig gehen musste, schreckt Magath nicht ab. Als Schalke-Coach Magath zum Ende der vergangenen Winterpause noch Angelos Charisteas und Ali Karimi geholt hatte, war der Bruch mit den Fans nicht mehr zu kitten. Zuvor hatte der Vize-Weltmeister von 1986 in anderthalb Jahren bei den Königsblauen rund 40 Spieler geholt und 30 aussortiert.

Auch in Wolfsburg will es Magath nicht nur bei Einkäufen belassen. Einige Profis des aktuellen Kaders sollen aussortiert werden. Dabei spielen große Namen keine Rolle. Erster Kandidat ist weiter Manndecker Simon Kjaer, den Magath-Vorgänger Dieter Hoeneß für zwölf Millionen Euro geholt hatte.

Kjaer findet bei den „Wölfen“ nicht zu seiner Form und steht beim AS Rom auf der Wunschliste. Den Weggang von Diego will Magath beschleunigen. Der Brasilianer wurde zuletzt freigestellt, darf nun nicht mit den Profis der „Wölfe“ trainieren und soll sich ganz auf die Suche nach einem neuen Verein konzentrieren.

( sid/jr )