"Auszeit"

Rummenigges Vergleich ist genetisch unhaltbar

Rummenigges Blatter-Mubarak-Vergleich steht auf wackeligen Füßen. Das liegt nicht zuletzt an den erstaunlichen Erkenntnissen Schweizer Gen-Forscher.

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Die Mumie von Tutanchamun wurde 1922 in einer Grabkammer im Tal der Könige entdeckt. Knapp 90 Jahre später entschlüsselten Schweizer Wissenschaftler nun das DNA-Profil des ägyptischen Pharaos und fanden Erstaunliches: 50 Prozent der westeuropäischen Männer weisen den gleichen Genotyp wie der Mann auf, der vor über 3000 Jahren am Nil herrschte. In Deutschland sind es 45 Prozent, in der Schweiz 50 Prozent aller Männer.

Wenn Karl-Heinz Rummenigge den Schweizer Joseph Blatter also mit einem Ägypter vergleicht , könnte dies durchaus seine Berechtigung haben. Rummenigge und sein FC Bayern äußern ja seit geraumer Zeit ihren Unmut gegen den Präsidenten des Fußball-Weltverbandes.

Blatter sei ein König ohne Reich, die Fifa ein Korruptions-Stadel, und die ganzen Länderspiele brauche niemand. In einem Interview mit dem Magazin „Bilanz“, sagte Rummenigge nun, Blatter wäre klug beraten, möglichst bald Reformen einzuleiten: „Mubarak hätte sich vor einem Jahr auch nicht vorstellen können, dass er aus dem Amt gejagt wird.“

Nun ja, Metaphern mit Regime-Führern sind gewiss nicht jedermanns Sache. Und sollte er dafür kritisiert werden, könnte Rummenigge sich nicht mal auf die Schweizer Studie berufen – dass Blatter und Mubarak tatsächlich von gleicher Art sind, ist nämlich unwahrscheinlich. Ausgerechnet die ägyptischen Männer stammen nicht von Tutanchamun ab. Weniger als ein Prozent haben den gleichen Genotyp wie der Pharao.