Interesse aus Turin

Angebot abgelehnt – HSV lässt Elia nicht zu Juve

Der Hamburger SV hat alle Spekulationen um einen Wechsel des Niederländers Eljero Elia zum italienischen Rekordmeister Juventus Turin offiziell beendet.

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Das Fax aus Italien traf am späten Dienstagabend in der Geschäftsstelle des HSV ein. Frank Arnesen las es in aller Ruhe durch, informierte Vereinsboss Carl-Edgar Jarchow und warf den Bogen Papier dann in den Papierkorb. Juventus Turin hatte in schriftlicher Form den Wunsch geäußert, Eljero Elia zu verpflichten und eine Ablösesumme in Höhe von acht Millionen Euro geboten. „Darauf habe ich gar nicht erst reagiert“, berichtete der Hamburger Sportdirektor am Mittwochmorgen und betonte, dass sich der italienische Rekordmeister weitere Offerten sparen könne: „Ich sage es ganz klar: Wir werden Elia nicht abgeben. Wirtschaftlich besteht keine Notwendigkeit. Dieser Spieler nimmt einen wichtigen Platz in unseren Planungen ein. Es gibt also keinen Anlass, darüber nachzudenken.“

Noch vor der Trainingseinheit, die um zehn Uhr begann, traf sich Arnesen mit Elia zu einem Gespräch unter vier Augen. „Ich wollte seine Meinung dazu hören, ehe wir öffentlich Stellung beziehen“, sagte das Vorstandsmitglied und betonte, dass der 24-Jährige keinesfalls auf eine Freigabe gedrängt habe: „Eljero hat mir versichert, dass er sehr gern beim HSV ist. Er sieht die Chance, in Hamburg etwas aufzubauen.“ Arnesen hatte sich schon vor einigen Wochen während des Trainingslagers in österreichischen Zillertal mit Elia unterhalten. „Da haben wir darüber philosophiert, was wir gemeinsam erreichen wollen – und daran hat dieses Angebot von Juventus Turin nichts geändert.“

In der Tat wirkte Elia völlig unaufgeregt. Er trainierte, schrieb fleißig Autogramme und ließ sich mit den Kindern aus der HSV-Fußballschule fotografieren. Dann trat der niederländische Nationalspieler vor die Reporter, um allen Spekulationen ein Ende zu setzen: „Frank Arnesen hat mir gesagt, dass sie mich nicht abgeben. Und ich habe ihm gesagt, dass ich nicht vorhabe, Hamburg zu verlassen. Es geht mir ja gut hier. An dieser Einstellung würde sich nur dann etwas ändern, wenn der HSV den Wunsch hat, mich zu verkaufen.“

Zudem verriet Elia, dass ihm Arnesen nicht den Weg zu einem europäischen Topklub versperren würde, sollte ein entsprechendes Angebot eingehen: „Diese Zusage habe ich: Wenn jetzt Chelsea oder Arsenal Interesse hätten, dann würden wir darüber sprechen.“ Der Vizeweltmeister stellte fest, dass Juventus Turin diesen Glanz derzeit nicht ausstrahle. „Natürlich ehrt es mich, dass der größte Verein in Italien um mich wirbt. Aber auch dort wird eine neue Mannschaft aufgebaut. In der aktuellen Situation wäre es für mich kein Schritt nach vorn, vom HSV zu Juventus zu wechseln. Sportlich ist das auf einem Level.“


Auch Juventus enttäuschte zuletzt

Ebenso wie die Hamburger hat auch Turin eine enttäuschende Saison hinter sich, beide Traditionsklubs hechelten der Spitzengruppe in ihren Ligen hinterher und verpassten die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb. Elia erzählte, dass er selbst mit keinem Vertreter von Juventus gesprochen oder sogar verhandelt hätte: „Meine Aufgabe ist es, mich zu 100 Prozent auf den HSV zu konzentrieren. Alles andere, was in diesem Geschäft dazu gehört, ist Sache meines Beraters. Ich bin mit den Gedanken nur bei meinem Team.“

Italienische Medien berichteten am Mittwoch, dass Juventus weiter um Elia kämpfen und der HSV-Führung noch in dieser Woche ein verbessertes Angebot – dann im zweistelligen Millionenbereich – unterbreiten wolle. Auch dieses würde jedoch in Arnesens Papierkorb landen, bekräftigte der Sportdirektor: „Das Thema ist erledigt. Wir sagen: Schluss, Elia bleibt. Das hat auch nichts mit Pokern zu tun, wir wollen kein Theater. So hat Eljero Ruhe und unser Vertrauen.“