Vollmacht

Pechsteins dubioser Kontakt zu den Hells Angels

Bei einer Razzia im Rockermilieu fanden Ermittler eine Vollmacht, die es zwei Hells Angels erlaubt, das Haus von Eisschnelllauf-Star Claudia Pechstein zu betreten. Die Sportlerin hat eigenhändig unterschrieben – und schweigt.

Foto: Bongarts/Getty Images

Die fünffache Olympiasiegerin im Eisschnelllauf, Claudia Pechstein, soll Kontakte zu polizeibekannten Rockern unterhalten. Das berichtete der „Spiegel“ in seiner Online-Ausgabe. Die Sportlerin soll dem Magazin zu Folge zwei Mitgliedern der Berliner Hells Angels Nomads eine umfassende Vollmacht zum Betreten eines Grundstückes samt Schlüsseln und der Nutzung eines Pkw unterschrieben haben. Das Schriftstück soll im Zuge einer Razzia in Köpenick entdeckt worden sein.

Laut „Spiegel Online“ durchsuchte die Berliner Polizei im vergangenen Mai die Wohnung einer jungen Frau in der Köpenicker Wendenschlossstraße. Deren Freund, Christian M., sollte im Verdacht stehen, auf betrügerische Art und Weise an einen Mercedes gekommen zu sein. M. gehört dem Berliner Rockerclub Hells Angels Nomads an und soll schon mehrfach vorbestraft sein, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, schweren Raubes und räuberischer Erpressung. Die Ermittler fanden im Zuge der Durchsuchung eine Generalvollmacht, unterzeichnet von Claudia Pechstein, berichtet „Spiegel Online“.

Zutritt zum Grundstück am Scharmützelsee

Laut dem Durchsuchungsprotokoll, das „Spiegel TV“ vorliegen soll, wird Christian M. und einem weiteren Hells-Angels-Mitglied, Danilo B., der uneingeschränkte Zutritt zu einem Grundstück von Claudia Pechstein am Scharmützelsee eingeräumt. Darüber hinaus erhielten die Männer die Vollmacht über die Fernbedienung für das Grundstückstor, für die Schlüssel von Garagentor, Haustür und Alarmanlage sowie für einen Ford Focus. Sie sollen auch berechtigt gewesen sein, das Auto „uneingeschränkt zu nutzen“, zitiert das Onlinemagazin aus dem Durchsuchungsprotokoll. Das Schriftstück soll mit dem Datum des 16. Juli 2010 datiert sein.

Eine Anfrage soll Claudia Pechstein mit Verweis auf ihre Privatsphäre abgelehnt haben, so das Magazin weiter. Auch das Management der ehemaligen Olympiasiegerin war für Morgenpost Online nicht zu erreichen. In den vergangenen Tagen hatte sich Claudia Pechstein erstmals als Bahnradsportlerin im Velodrom an der Landsberger Allee versucht und erreichte bei zwei Rennen jeweils zehnte Plätze. Die Berliner Polizei erklärte auf Anfrage, diesbezügliche Ermittlungen würden nicht bei den für Rocker-Kriminalität zuständigen Kommissariaten geführt. Auch die besagte Wohnungsdurchsuchung sei nicht von Berliner Beamten durchgeführt worden.