Kanu

Capousek soll Briten für Olympia fit machen

Der deutsche Kanu-Erfolgstrainer Josef Capousek wird wie 2008 in Peking die Gastgeber auf die Olympischen Spiele vorbereiten. Der 63-Jährige unterschrieb diese Woche einen Vertrag beim britischen Verband. Die deutschen Kanuten führte er bei sechs Sommerspielen zu insgesamt 17 Goldmedaillen.

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Die deutsche Trainerlegende der Kanuten, Josef Capousek, feiert sein Comeback Der 63-Jährige wird von April an seine Wahlheimat Duisburg mit Marlow bei London tauschen, dem britischen Olympiazentrum für Kanuten, Ruderer und Tennisspieler. Am Montag unterschrieb er dort seinen Cheftrainer-Vertrag. Er soll die britische Mannschaft auf der Olympiastrecke der Eaton-Universität für die Londoner Spiele 2012 vorbereiten. „Für mich ist das jetzt die achte Olympia-Vorbereitung“ sagte Capousek Morgenpost Online. Vergangene Woche war er in Marlow, wo er neben dem Verband, auch die Trainer und die Mannschaft näher kennenlernte. Er habe ein „tolles Klima vorgefunden. Die sind jung, versiert und haben Biss. Auf diese Herausforderung freue ich mich“.

Die Briten holen sich mit Capousek den erfolgreichsten und erfahrensten deutschen Bundestrainer. Er verhalf den deutschen Kanuten bei sechs Olympischen Spielen zu 17 Gold-, neun Silber- und fünf Bronzemedaillen. 2004 warb ihn China ür seine Pekinger Spiele 2008 als Nationaltrainer an. Er sollte ihre international unbekannten Kanuten, die in Athen ihre erste Goldmedaille holten, weltweit wettbewerbsfähig machen. Capousek wurde einer von rund 60 international renommierten Trainern, die sich die Chinesen für 21 Disziplinen teuer einkauften, um auch dort, wo sie traditionell sportlich schwach waren, möglichst viel zu gewinnen. Wie bei den meisten anderen Trainern ging es auch bei Capousek am Ende nicht gut aus. Chinas Erwartungen in die ausländischen „Wundertrainer“ waren viel zu hoch gesetzt.

Nachdem er die Mannschaft dreieinhalb Jahre vorbereitet hatte, setzte ihn der Kanuverband sieben Wochen vor Beginn der Spiele vor die Tür. Angeblich hätten die Leistungen seiner Schützlinge nachgelassen. Er hätte sie nicht so weit gebracht, dass sie Edelmetall garantieren könnten. Die Begründungen wirkten wie ein Vorwand. Capousek war offenbar zu oft und zu vielen Sportfunktionären mit undiplomatischem Verhalten und unkonventionellen Methoden auf die Füße getreten. „Es gab immer wieder Differenzen um unterschiedliche Trainingskonzepte oder darum, wer das Sagen bei der Auswahl der Athleten und der Beurteilung ihrer sportlichen Leistungen hat“ erinnert er sich.

An seinen Leistungen konnte der Verband allerdings wenig aussetzen und trennte sich daher gütlich von ihm. Denn der deutsche Trainer hatte Chinas Kanuten und Canadier bei internationalen Wettkämpfen überraschend gut aussehen lassen. Zudem hatten sich noch nie so viele Kanusportler Chinas für die Olympischen Spiele qualifizieren können. Das fiel auch den Briten auf. Sie holten ihn nun wieder aus seinem geliebten Duisburg weg, „zu meinen nächsten Olympischen Spielen diesmal nach London.“