"Auszeit"

Rehhagel, mach für Ballack bei Löw den Kretzschmar!

Stefan Kretzschmar macht es vor: Mit Telefonanrufen bei alten Freunden kann man große Probleme einfach lösen. Zeit, dass auch andere Initiative ergreifen.

Foto: Getty Images / Getty Images/Getty

Stefan Kretzschmar weiß immer einen Ausweg. Das war früher so, als er als Linksaußen den Ball von den unmöglichsten Positionen aus ins Tor warf, und das ist auch heute noch so.

Vor dem entscheidenden Relegationsduell der Leipziger Handballspieler, deren Aufsichtsrat Kretzschmar ist, kamen dem 38-Jährigen Zweifel, ob sein Drittligaklub den Zweitligaverein Dessau wirklich würde besiegen können. Kretzschmar griff daraufhin zum Hörer und rief in seiner Vergangenheit an, besser gesagt in Montpellier und Hamburg.

Dort hoben die früheren Profis Joel Abati (41) und Goran Stojanovic (43) ab und sicherten ihrem alten Weggefährten Hilfe zu. Pünktlich zur Relegation standen die beiden Herren in kurzen Hosen in der Halle, 60 Minuten später war Leipzig aufgestiegen, so einfach geht das.

Aus Gründen der Unterhaltung ist dringend zu wünschen, dass Kretzschmars Modell der Problembewältigung Schule macht. Vielleicht fallen Bodo Illgner ja die entscheidenden Argumente ein, die seinem früheren Kölner Mitspieler Horst Heldt fehlen, Manuel Neuer doch noch zum Bleiben auf Schalke zu überreden.

Und auch Michael Ballack würde sich wohl über einen Anruf seines ersten Trainers Otto Rehhagel bei Joachim Löw freuen, in dem der Otto dem „Jogi“ Michaels Qualitäten noch einmal klarmacht. Ballack könnte auch seinen alten Mittelfeldkumpel Torsten Frings bitten, doch womöglich würde Löw dann sofort wieder auflegen.

Auch Jose Mourinho könnte in Madrid Unterstützung gebrauchen, auch wenn er das nie zugeben würde. Den Machtkampf mit Real-Sportdirekor Jorge Valdano hat er zwar gewonnen. Da die Entmachtung eines Klubidols im Klub selten gut ankommt, sollte der Portugiese nun schleunigst den Kretzschmar machen. Problem: Mourinho hat kaum Freunde.