Fußball

Lahm rät schwulen Fußballern vom Outing ab

Er selbst habe keine Berührungsängste mit homosexuellen Fußball-Kollegen, sagt Philipp Lahm. Dennoch hält der Kapitän der Nationalelf ein Outing für unangebracht.

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Nationalelf-Kapitän Philipp Lahm hat schwulen Profi-Fußballern davon abgeraten, sich zu outen. „Für denjenigen, der es tut, würde es sehr schwer werden“, sagte der Abwehrspieler des Fußball-Rekordmeisters Bayern München der Illustrierten „Bunte“. Seiner Einschätzung nach würde ein offen schwuler Fußballer Schmährufen ausgesetzt sein. „Es ist schade, aber Schwulsein ist im Fußball – anders als in Politik und Showgeschäft – immer noch ein Tabuthema.“ Er selbst habe aber „keinerlei Berührungsängste“ mit Homosexuellen, weshalb ein schwuler Mannschaftskollege für ihn kein Problem wäre, sagte der 27-Jährige.

Seit einigen Monaten wird die Debatte über ein mögliches Outing schwuler Fußballer mit zunehmender Intensität geführt. So rieten Nationaltorwart Manuel Neuer und Nationalstürmer Mario Gomez im Laufe der gerade beendeten Saison schwulen Berufskollegen zum Outing und sahen darin anders als nun Lahm kein Problem.

Lahms Sichtweise widerspricht auch der des DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, der sich ebenfalls für ein Outing ausgesprochen und diesen Spielen die Hilfe des Verbandes zugesagt hat. „Ich würde es mutig finden und begrüßen, wenn sich ein Bundesliga-Spieler outen würde. Er hätte auch die Unterstützung des DFB und von mir“, sagte Zwanziger im März. Ob jemand seine sexuelle Ausrichtung öffentlich mache, müsse aber jeder für sich selbst entscheiden.

Es gab in der Vergangenheit wiederholt Medienberichte, in denen einzelne Spieler von ihrer Homosexualität erzählten – bisher wollte aber jeder dieser Spieler aus Sorge um seine weitere Karriere anonym bleiben.