Überall in der Welt herrscht erhöhte Alarmbereitschaft. Doch bei den Prominenten hat sich die Sensibilität noch nicht unbedingt durchgesetzt: Trotz weiterhin bestehenden Verdachts auf eine Schweinegrippe-Infektion ist Basketball-Superstar LeBron James bei den Cleveland Cavaliers ins Training zurückgekehrt.
Er riskiert damit im unglücklichsten Fall eine Ansteckung der Mit- und Gegenspieler. Der wertvollste Spieler der vergangenen Saison der populärsten Basketball-Liga der Welt, der NBA, reiste mit seinem Team auch zu den Testspielen am Freitag bei den San Antonio Spurs und am Samstag bei den Dallas Mavericks des deutschen Topspielers Dirk Nowitzki.
James, der früh als eines der größten Talente der USA gefeiert wurde, machte die Verlierertruppe der Cleveland Cavaliers seit 2003 zur ernst zu nehmenden Größe. Er soll seit 2006 für einen Fünfjahresvertrag etwa 80 Millionen Dollar bekommen. James war in armen Verhältnissen ohne Vater aufgewachsen. Er hat sich nach frühzeitiger Lobpreisung als kommender Star schon manche Extravaganz geleistet hat.
Tatsächlich herrscht in den USA viel weniger Alarm um die Erkrankung als in Deutschland, wo gerade die Republik Sinn und Unsinn der bald zur Verfügung stehenden Impfungen diskutiert. Beim Länderspiel der USA in Mexiko-Stadt im Azteken-Stadion vor hunderttausend Zuschauern trat der US-Fußballer Landon Donovan neulich mit dem H1N1-Virus an.
Als das nach dem Abpfiff bekannt wurde, weiteten sich die Folgen rasch bis nach Deutschland aus: Die Bundesligaklubs Hannover 96 und Borussia Mönchengladbach verordneten ihren amerikanischen Gastarbeitern Steven Cherundolo und Michael Bradley, Donovans Mannschaftskameraden, im August eine viertägige Zwangspause. Gleiches widerfuhr den beiden Profis Jan Rosenthal und Vinicius, die Cherundolo zwischenzeitlich getroffen hatten.
Dass der Klub auf Nummer sicher ging, stellte sich später als übertriebene Panik heraus: Tatsächlich angesteckt hatte sich keiner der Fußballer. Die Deutsche Fußball-Liga vertraut in den Fragen, wann und für wie lange derartige Quarantänen aus Vorsicht vor Ansteckungen verhängt werden, ganz allein den zuständigen Vereinsärzten.
Während es im deutschen Fußball wegen der Schweinegrippe noch nicht zu Spielabsagen bei den Profis kam, fielen von der Regionalliga abwärts schon mehrfach Partien aufgrund der Auswirkungen der Krankheit aus. Der US-Star Donovan hingegen war bereits eine Woche nach dem Spiel in Mexiko-Stadt erneut in der amerikanischen Liga für seinen Verein Los Angeles Galaxy angetreten.
Ob der Basketball-Star James und seine beiden Mitspieler Darnell Jackson und Coby Karl, die auch Grippe-Symptome auf weisen, tatsächlich mit dem H1N1-Virus infiziert sind, war bisher nicht abschließend geklärt. Am Mittwoch allerdings hatte der Olympiasieger James auf seinen Einsatz in Clevelands Testspiel gegen die Washington Wizards (104:109) wegen seiner Erkrankung verzichtet.
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