Tod im Hotelbett

Starb Surf-Held Irons an einer Überdosis Methadon?

Der große Rivale von Kelly Slater litt am Denguefieber und starb in einem Hotelzimmer. Doch es gibt Gerüchte über eine Überdosis Methadon.

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Der dreimalige Weltmeister im Surfen, der Amerikaner Andy Irons, ist im Alter von 32 Jahren gestorben.

Video: Reuters
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Der dreimalige Surfweltmeister Andy Irons ist im Alter von 32 Jahren gestorben. Angestellte eines Hotels in Dallas fanden den Hawaiianer am Dienstag leblos im Bett seines Zimmers. Irons, der Surflegende Kelly Slater Paroli bieten konnte und einer der Stars der Szene war, litt am Denguefieber, einer Virusinfektion, die durch einen Mückenstich übertragen wird. „Andy war mehr als bloß ein dreimaliger Champion. Er war ein Held für Millionen von surfenden Kindern und auch für Erwachsene“, sagte Dave Prodan von der Profivereinigung ASP. Irons hinterlässt seine schwangere Frau Lyndie Dupuis.

Der US-Amerikaner hatte geplant, vergangenes Wochenende bei einem Wettkampf in Puerto Rico anzutreten, sagte seine Teilnahme wegen gesundheitlicher Probleme jedoch ab und machte sich auf den Heimweg nach Kauai/Hawaii. Beim Zwischenstopp am Montag in Dallas ging es ihm bereits so schlecht, dass er nicht weiter flog, sondern im Flughafenhotel eincheckte. Dort fand ihn das Personal am nächsten Morgen.

Spekulationen über die wahre Todesursache kamen bereits kurze Zeit später auf. Der „Honululu Star Advertiser“, eine Zeitung aus Irons Heimat, berichtete über eine mögliche Überdosis Methadon. Das Medikament soll neben dem Bett des Surfers gefunden worden sein. Es kann als Ersatz für Heroin oder starkes Schmerzmittel verwendet werden. Freunde des 32-Jährigen wehren sich gegen die Gerüchte über ein Drogenproblem. Die Zeiten, in denen Irons kaum eine Party ausließ, sollen vorbei gewesen sein.

Irons selbst hatte einmal von seinen „inneren Dämonen“ gesprochen. „Wenn ich das Surfen nicht hätte, würde ich mich selbst zerstören“, sagte er. Irons habe jedoch den inneren Frieden gefunden, sich auf sein Kind gefreut, berichten Kollegen wie Koby Abberton. Eine Obduktion soll nun Aufschluss über die Todesursache geben.

Seinen letzten Sieg hatte der Hawaiianer am 3. September auf Tahiti gefeiert. Nicht einmal dem neunmaligen Weltmeister Kelly Slater (38) ist bisher gelungen, was Irons schaffte: Er triumphierte als einziger bei jedem Wettkampf der ASP-Welttour. „Einige Dinge, die Andy auf dem Surfbrett tat, waren unglaublich“, sagte Mark Occhilupo, Weltmeister von 1999. „Ich erinnere mich da an einen Tag, als er eine 30 Fuß hohe Welle nahm – und niemand anders traute sich.“


"Andy war immer einer meiner Lieblingssurfer"

Irons hatte sich 1998 erstmals für die ASP-Welttour qualifiziert. Im Jahr 2002 errang er – in Abwesenheit von Kelly Slater – seinen ersten Weltmeistertitel. Die Folgejahre waren geprägt von der Rivalität und den Duellen der beiden Ausnahmesurfer. Als Slater nach vier Jahren Pause 2003 auf die Tour zurückkehrte, hatte er in Irons erstmals einen ebenbürtigen Konkurrenten. Und der Mann aus Hawaii besiegte ihn 2003 und 2004, dann holte sich Slater seinen siebten Titel. „Ob ich das in der Vergangenheit zugeben wollte oder nicht: Andy war immer einer meiner Lieblingssurfer“, sagte Slater nach Irons Tod. „Er hat mich zu einem besseren, stärkeren und konzentrierteren Wettkämpfer gemacht.“

Ihre Rivalität hatten sie in den vergangenen Jahren beigelegt. „Mittlerweile ist es cool. Ich würde sagen, ich bin ein bisschen reifer geworden“, sagte Irons 2009, als er nach Rang 14 im Jahr zuvor eine Auszeit von der Welttour nahm: „Ich war nahe am Ausbrennen.“ 2010 feiert er sein Comeback.