Auf der Reeperbahn

Fan-Randale nach der Absage des Hamburger Derbys

In der Nacht zu Sonntag haben Fans der beiden Hamburger Klubs auf der Reeperbahn randaliert. Erst nach fünf Stunden war wieder Ruhe.

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Nach der Absage des Derbys zwischen den Fußball-Bundesligisten Hamburger SV und FC St. Pauli haben Fans in der Nacht zu Sonntag auf der Reeperbahn in St. Pauli randaliert. Zunächst kam es ab 22 Uhr zu Schlägereien zwischen Anhängern der beiden Vereine, wie der Lagedienst der Hamburger Polizei berichtete. Danach bewarfen die rund 200 Randalierer die Einsatzkräfte der Polizei mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern.

Ein Streifenwagen wurde beschädigt. Eine Hundertschaft sicherte das Gebiet um die Reeperbahn ab. Erst kurz vor 3 Uhr kehrte wieder Ruhe ein. 45 Menschen wurden in Gewahrsam genommen, eine Person vorläufig festgenommen.

Unmittelbar vor der Partie war in der HSV-Arena ein neuer Rollrasen verlegt worden. Die Arbeiten waren erst am Freitagabend abgeschlossen worden. Der HSV versicherte, dass nicht der rund 100.000 Euro teure Untergrund Schuld an der Absage trüge. Allein der Dauerregen der letzten 48 Stunden sei verantwortlich. Da auch die Prognosen für Sonntag keine Wetterbesserung versprachen, wurde die Partie abgesetzt. „Es hat ganz einfach zu viel geregnet. Da war nichts zu machen“, sagte HSV-Pressesprechen Jörn Wolf.

Mit Bestürzung nahm Lokalrivale FC St. Pauli die Absage auf. Die Mannschaft hatte am Samstagvormittag auf ihrem Übungsgelände die letzte Trainingseinheit absolviert. „Wir hätten nie damit gerechnet, dass jetzt in der schneelosen Zeit ein Spiel abgesagt werden muss“, sagte Teammanager Christian Bönig. „Ich muss jetzt jeden Spieler einzeln anrufen, um ihm die Nachricht zu überbringen.“ Der FC St. Pauli wollte das Spiel im eigenen Millerntor-Stadion auf zwei Videowänden übertragen. 12.000 Zuschauer sind erwartet worden. Die Technik muss nun wieder demontiert werden.

Die Neuansetzung des Derbys wird zu Beginn der kommenden Woche bekannt gegeben.