Der sich anbahnende Frühling gilt ja als perfekte Zeit, Wohnungsumzüge anzuleiern. Jeder, der das mal mitgemacht hat, weiß aber um die Problematik: Von was sollte ich mich trennen? Und mehr noch: Wohin nur mit den alten Möbeln?
Zumal mit der Einrichtung ja durchaus Erinnerungen verbunden sind. Weißt du noch, auf dem Sofa hat Tante Uschi so gern ihr Likörchen getrunken? Erinnerst du dich noch, wie Bello immer sein Winterfell auf dem Sessel hinterlassen hat?
Das Inventar sagt viel über uns aus, in gewisser Weise ist es Spiegelbild unserer Seele. Wer immer noch mit dem alten Kiefern-Kleiderschrank aus seiner ersten Wohnung umzieht, darf getrost als hoffnungsloser Nostalgiker durchgehen.
Entrümpelungsaktion nach einer gefühlten Ewigkeit
Beim Fußball-Bundesligaklub Werder Bremen haben sie dem zum Trotz eine erste Entrümpelungsaktion eingeleitet. Die Norddeutschen stehen ja schon lange im Verdacht, dass sie sich nicht so leicht von Antiquitäten auf der Trainerbank trennen können. Doch überraschten sie an anderer Stelle mit einer Nachricht. Petri Pasanen muss tatsächlich am Saisonende den Klub verlassen.
Der ewige Petri also, dieses finnische Relikt aus dem Bremer Fundus. Gefühlte 77Jahre ist er nun bei Werder. Tauchte immer mal wieder auf, wenn irgendeiner nicht konnte. Pasanen war wie ein angestaubtes Etwas, das dann aufpoliert und hervorgekramt wurde, wenn es Engpässe gab, etwa an Stehtischen.
Designer Wolfgang Joop hat vor kurzem seine erste Möbelkollektion vorgestellt, inspiriert „von der beschützenden Form der Muschel, die das Zuhause in einen Ort des Rückzugs“ verwandele, wie er sagte. In Bremen haben sie mit ihrer Einrichtung anderes im Sinn. Die Zeichen stehen auf Auszug.




