"Auszeit"

Mike Büskens bringt Farbe ins Spiel

Fürths Trainer Büskens parodiert Magath und beschert seinem Klub Aufmerksamkeit. Dem Image des Zweitligisten schadet dieser Farbtupfer nicht.

Foto: spVgg Greuther Fürth

Es gibt Fußballklubs in Deutschland, die lassen sich auf einen Farbton reduzieren: schnödes Grau. Nicht mal graumeliert, weil sie abgesehen vom Lokalkolorit eher wenig zu bieten haben, so wie die Spielvereinigung Greuther Fürth. Insofern dürfen sich die Oberen des Zweitligaklubs die Hände reiben ob des jüngsten Coups, auch wenn er nach eigenen Angaben noch nicht einmal beabsichtigt war.

Die Fürther können sogar witzig sein: Seit ein paar Wochen erst werben sie über Facebook für ein bunteres Image, virtuelle Freunde und neue Besucher der von Playmobil-Stadion in Trolli-Arena umbenannten Wettkampfstätte. Und wer eignet sich für eine solche Kampagne besser als ihr Übungsleiter Mike Büskens, der sich an der Seitenlinie wie Rumpelstilzchen aufzuführen pflegt?

In seinem Facebook-Begrüßungsvideo sitzt Büskens nun mit Sakko und Krawatte hinter einem Laptop und spricht betont langsam Sätze wie diese: „Liebe Freunde der Spielvereinigung. Ich freue mich, mich heute über das Sozialwerk Facebook an euch wenden zu können.“ Und dass er – der 43-Jährige – ein älterer Mensch sei, der damit bislang wenig anfangen konnte. „Aber man lernt doch im Alter dazu.“ Dabei rührt er gemächlich in der drapierten Teetasse.

Ein Schelm, wer das Gehabe als Parodie auf Felix Magath wertet, der seit Februar sein eigenes Facebook-Profil – damals noch in Schalke-Blau, mittlerweile in Wolfsburg-Grün – besitzt. Magath und Büskens verbindet eine unromantische Episode. 17 Jahre war Büskens Schalker, erst Spieler, dann Trainer. Als Magath 2009 kam, wurde Interimstrainer Büskens geschasst. Nicht mal als Assistent durfte er bleiben.

Nach 40 Sekunden kommt im Video der Cut. Büskens sitzt dann in Trainingskluft vor einer Limoflasche und philosophiert über das Wichtigste im Leben: „Du musst immer authentisch bleiben.“ Ist das nun eine späte Spitze gegen den einstigen Nachfolger? Mitnichten, sagt Büskens, alles Zufall. Ein amüsanter Farbtupfer aber ist es in jedem Fall.