Tausende Follower

Fans stürmen Facebook-Seite von Felix Magath

Schalkes Trainer eröffnet sein eigenes Profil. Manche loben: "Sie sind auf dem richtigen Weg." Andere meckern: "So einen Mist habe ich noch nie gesehen."

Foto: Screenshot Welt Online

Felix Magaths erste Schritte in die neue Welt sind etwas unbeholfen. Im braunen Rollkragenpullover sitzt er vor seinem Laptop und philosophiert: „Fußball – da kann jeder mitreden, da ist immer was los. Da wird viel diskutiert. Auch in den neuen Medien. Facebook ist so ein Medium, dass ich mir gern mal ansehen und dort mitmachen möchte. Also: Da melde ich mich doch mal an.“ Schon geht es los, der Maestro greift in die Tasten. Name, Adresse, Passwort, Profilfoto – drin ist er, der Felix. Jetzt hat der Schalker Trainer also auch seine eigene Facebookseite, und ein 46-Sekunden-Video hat er auch gleich reingestellt, das seine ersten Schritte im sozialen Netzwerk dokumentiert.

Am Mittwochnachmittag war das, und seitdem klickt es. In den ersten 16 Stunden drückten über 4300 User auf den „Gefällt-mir“- Button, Donnerstagnachmittag waren es knapp 6000 – Tendenz stark steigend. Und unter Magaths ersten beiden Einträgen sammelten sich mehr als 650 Kommentare. Es ist eine interessante Melange aus kurzen Willkommensgrüßen, Lobhudeleien, kleinen Sticheleien aus dem gelb-schwarzen Lager und ewig langen Traktaten, in denen der neue Facebookfreund dezidiert über die Meinung zu seinen Transfers aufgeklärt wird.

Es ist zum ersten Mal, dass so etwas wie ein demokratisches Meinungsbild über die Person Magath entsteht. Denn während im Worldwideweb jeder zu Wort kommen darf, gibt es im realen Leben gesteuerte Meinungshoheiten, die eher auf dem Machtbewusstsein gewisser Gruppierungen basiert als auf der wahren öffentlichen Meinung. So meldete sich jüngst der „Supporters Club“ per Offenem Brief zu Wort und forderte den Schalker Aufsichtsrat auf, den „Irrsinn der letzten Tage zu stoppen“ – gemeint war Magaths ausufernde Transferpolitik. Außerdem startete ein königsblauer Fan eine Internetseite, auf der er Unterschriften für eine außerordentliche Mitgliederversammlung sammelte, auf der Magath dann seine Papiere bekommen soll.

Ganz so furchtbar unbeliebt scheint Magath allerdings doch nicht zu sein. Die meisten der Kommentare auf seiner Facebookseite zeigen ein anderes Bild. So schreibt Martin Frankenhauser: „Hallo Herr Magath, wir vertrauen ihnen 100%. Bitte machen sie so weiter und stellen den Verein auf gesunde finanzielle Füße. Sie sind auf dem richtigen Weg.“ Markus Shiro postet: „Herr Magath, lassen Sie sich nicht von den Medien und der berühmten „Kleinen Gruppe“ zerquetschen. Die Mehrheit auf Schalke steht voll hinter ihnen und ist sich sicher, dass Schalke bald wieder ganz oben sein wird.“ Aber auch Kritik wird geäußert: „Lieber Herr Magath, warum kaufen Sie sich nicht einfach einen Fussballmanager und befriedigen damit Ihren Transferaktionismus? Ich bin seit über 15 Jahren Schalke-Fan und habe so einen Mist noch nie gesehen“, lässt Adi Bendinger den Trainer wissen.

Und was schreibt Magath? „Unser nächstes Training findet am Donnerstag-Nachmittag nach der Rückkehr der Nationalspieler statt – da werde ich am Vormittag sicher mal online sein können.“ Seine neuen Freunde werden sich freuen…