Kiezklub

St. Pauli hat das schönste Bundesliga-Trikot

Besser kann die Saison für Aufsteiger St. Pauli nicht beginnen: Der Kiezklub ist Trikot-Meister. Schlecht sieht es hingegen bei Gladbach und Mainz aus.

Foto: Bongarts/Getty Images/Getty

Auf dem Bundesliga-Rasen ist der FC St. Pauli krasser Außenseiter, dennoch hat der Kultklub vom Hamburger Kiez den Meistertitel bereits sicher. Der Aufsteiger ist Trikot-Meister. Eine Jury der Mediadesign Hochschule in Berlin, München und Düsseldorf wählte den bronzefarbenen Stoff zum besten Trikot, das die Fußball-Bundesliga zu bieten hat. Dagegen leisteten sich der 1. FSV Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach optische Fouls.

„St. Pauli schmeichelt nicht nur mit anschmiegsamem Material“, sagt Modedesign-Professorin Julia Schnitzer. „Mit diesem Trikot sieht man einfach überall gut aus und transportiert seine Zugehörigkeit zu einem ganz besonderen Lebensgefühl.“ Das Stöffchen ist damit nicht nur im Stadion en vogue, sondern auch beim Dinner, in der Disco oder zum Beispiel Sonntags in der Kirche.

Graues Mittelmaß ist die Robe von Doublegewinner Bayern München. „Die sind so gut, da ist es einfach egal, was sie anhaben. Nach diesem Motto scheinen die Trikotverantwortlichen von Bayern München schon länger zu verfahren“, hieß es in der Beurteilung.

Schnitzer und drei weitere Dozenten haben die Trikots der 18 Erstligavereine unter die Lupe genommen und ein Mode-Ranking erstellt. Aufsteiger St. Pauli setzte sich dabei nur knapp vor dem SC Freiburg durch. Im Breisgau habe man begriffen, urteilt die Jury, dass ein Fußballer heute auch Promi und Sexsymbol sei. „In diesem Trikot ist jeder Spieler die reinste Augenweide. Von introvertiert bis raubtierhaft, hier werden alle Klischees in einem Stück Stoff bedient.“

Das bisher in diversen Internetforen kontrovers diskutierte neue Trikot von Werder Bremen schafft es bei der Mode-Jury auf Platz sechs. Dabei sind die wilden Zacken nicht jedermanns Geschmack und brechen optisch mit der Trikottradition der Werderaner in den vergangenen Spielzeiten.

Nicht gerade figurfreundlich ist das neue Leibchen des VfL Wolfsburg. Perfekt für den beleibteren Mann, „dank konvexer Nahtführung im vorderen Bereich“, findet die Jury. „Trägern im Freizeitbereich sei davon dringend abgeraten. Man sieht damit wie alles Mögliche aus, nur nicht sportlich schlank“, sagt Jury-Mitglied Antje Osterburg.

Die Kellerkinder in Sachen modischer Geschmack sind Bayer Leverkusen, Mainz und Mönchengladbach. Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack wird in einem Trikot auflaufen müssen, das aussieht „wie ein Verbotsschild im Straßenverkehr, das jeden Spieler wie durchgestrichen aussehen lässt“.

Ähnlich hart ins Gericht geht die Jury mit dem Mainzer Dress: „Ein roter Sack mit Ärmeln dran.“ Nur Gladbach schneidet schlechter ab. „Kein Schnitt, kein innovatives Material, die pure Abwesenheit jeglichen Designs“, lautet das vernichtende Urteil.

Dass Trikot-Urteil sollte das Team vom Niederrhein nicht auf die leichte Schulter nehmen. Im vergangenen Jahr landete Hertha BSC aufgrund ihrer „Sträflingskleidung“ auf einem Abstiegsplatz. Der Rest ist Geschichte.