Zur feierlichen Bekanntgabe des neuen Titelsponsors am Pariser Platz erschien am Montagvormittag sogar der Regierende Bürgermeister. Und Klaus Wowereit, dem Berlin-Marathon seit Jahren nicht nur als traditioneller Startschussgeber eng verbunden, war mit BMW als Nachfolger von Real sehr zufrieden: „Das ist eine super Kombination - wunderbar.“
Nach elf Jahren mit der Warenhauskette im Namen startet am 25. September 2011 also der 38. BMW Berlin-Marathon - zur großen Freude auch von Rüdiger Otto, dem Geschäftsführer des Veranstalters SCC events: „Nach New York sind wir der zweitgrößte Marathon der Welt, und wir wollen uns weiter verbessern.“ Obwohl die Sponsoringsumme nicht stieg und weiter im niedrigen siebenstelligen Euro-Bereich liegt, ist er sicher, dass der neue Titelsponsor „eine Weiterentwicklung“ ist.
Als sich Anfang des Jahres andeutete, dass Real den Vertrag nach elfjähriger Zusammenarbeit nicht mehr verlängern würde, führten die Berliner Gespräche mit drei interessierten Unternehmen und entschieden sich schließlich für die Münchner. „Wir wollten unbedingt ein Dax-Unternehmen als Titelsponsor, das man auf der ganzen Welt kennt und das unsere Bedeutung unterstreicht.“ BMW fungiert außerdem als Mobilitätspartner des Marathons und ist am Wochenende mit 100 Fahrzeugen im Einsatz. Der Vertrag läuft zunächst über drei Jahre, mit einer Option zur Verlängerung der Zusammenarbeit, von der Otto überzeugt ist.
Manfred Bräunl, Leiter Marketing BMW Deutschland, sieht im Berlin-Marathon einen passenden Baustein im Sportsponsoring des Konzerns: „16 Millionen Deutsche laufen, darunter auch viele unserer Kunden. Dabei kommt es auf Strategie, Ausdauer und Effizienz an - wie beim Autobauen.“ Außerdem unterstreiche das Münchner Unternehmen, das sich bisher außer im Motorsport vor allem im Golf und beim Segeln engagierte, damit seine Verbindung zu Berlin. Schließlich werden alle BMW-Motorräder im Spandauer Werk am Juliusturm produziert.
Für die Berliner Organisatoren löst sich mit dem neuen Titelsponsor auch ein sprachliches Problem: Sie wurden in den vergangenen Jahren oft von den irritierten Veranstaltern der anderen World-Marathon-Major-Läufe in Boston, New York, London und Chicago angesprochen, wie sie dazu kämen, ihren Marathon als „real“, also den einzig echten, zu bewerben.
Bei den Teilnehmern haben die Berliner keine Werbung mehr nötig: Obwohl vom Interesse her wahrscheinlich sogar 60000 Läufer möglich wären, liegt das Limit auch 2011 wieder bei 40000 (Otto: „Jeder will ja laufen und nicht stolpern“), das in diesem Jahr bereits Mitte April erreicht war.
Unter www.berlin-marathon.com startete am Montag die Online-Anmeldung. Diesmal orientiert sich die Höhe der Teilnahmegebühr nicht mehr an Zeitfenstern, sondern an Kontingenten: So kosten die ersten 10000 Anmeldungen 60 Euro, bis zum 25000. Teilnehmer beträgt die Gebühr 80, danach schließlich 100 Euro.



