Während die Dortmunder Fans enttäuscht das Stadion verließen, versammelte Jürgen Klopp seine Spieler im Mittelkreis. „Wessen Psyche nach einem 1:5 voll in Ordnung ist, der kann ja auch nicht alle Tassen im Schrank haben“, rechtfertigte der Borussen-Trainer die Maßnahme, die er als „erste Hilfestellung“ bezeichnete. Der Kreis sollte aber auch nach außen ein Signal setzen, so Klopp: „Ich finde, wer zusammengehört, der muss es vor allem in den schweren Stunden zeigen.“

Offenbar befürchtet der 42-Jährige, dass sich in seiner Mannschaft nach der Vorführung durch den Rekordmeister Selbstzweifel ausbreiten könnten. Deshalb mahnte er im Kreis auch eine differenzierte Betrachtungsweise an, es sei schließlich nicht alles schlecht gewesen.

„Wir haben uns vorgenommen, die Spielweise der ersten halben Stunde künftig auch über einen längeren Zeitraum und nach Möglichkeit in allen Partien zu zeigen“, erklärte BVB-Torschütze Mats Hummels Klopps Philosophie des positiven Denkens in schwerer Zeit: „Dann kommen Punkte und Siege von ganz allein.“

Eine Meinung, die längst nicht von allen Spielern geteilt wird. „Das Spiel ist gekippt, weil wir schon nach dem 1:1 ein bisschen unruhig geworden sind“, erklärte Torwart Roman Weidenfeller, der nicht glaubt, dass die Höhe der Niederlage ausschließlich mit der Steigerung der Bayern zu tun hat: „Wir arbeiten derzeit defensiv einfach nicht so gut wie in der vergangenen Saison. Wir lassen zu viele Möglichkeiten zu, kommen teilweise einfach zu spät.“

Der Torhüter, am 1:2 durch Schweinsteiger selbst nicht schuldlos, forderte nach nur einem Sieg aus fünf Spielen eine realistische Bestandsaufnahme: „Wir sollten schauen, dass wir die hohen Erwartungen wieder auf unser Niveau herunterschrauben. Vielleicht ist die Mannschaft mit der momentanen Situation überfordert.“

Mit anderen Worten: Nachdem in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag die Teilnahme an der Europa League verspielt worden war, seien die Fans und wohl auch einige Spieler davon ausgegangen, in diesem Jahr die Rückkehr auf die internationale Bühne angehen zu können. „Jeder möchte das gern schaffen, aber dafür brauchen wird natürlich auch gestandenen Spieler“, so Weidenfeller, der damit auf die Verletzung von Kapitän Sebastian Kehl und möglicherweise auch auf den Verkauf des erfahrenen Torjägers Alexander Frei anspielte.