Berlinerin Eisschenllläuferin

Nada lehnt Langzeittest von Claudia Pechstein ab

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Die Nationale Anti-Doping-Agentur hat eine Langzeit-Dopinguntersuchung von Eisschnellläuferin Claudia Pechstein abgelehnt. Pechstein steht somit weiterhin unter Dpoingverdacht und darf nicht an Wettkämpfen teilnehmen. Konkurrentin Anni Friesinger-Postma geht indes weiter auf Distanz zur Berlinerin.

Die wegen auffälliger Blutwerte für zwei Jahre gesperrte Pechstein muss bei ihrem Kampf um die Rückkehr aufs Wettkampf-Eis einen Rückschlag hinnehmen. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) hat das von ihr gewünschte Konzept einer Langzeitstudie nicht akzeptiert. Wie die Nada erklärte, sei in einem Gespräch mit Pechstein „einvernehmlich festgestellt“ worden, dass sich die Sportlerin einer „vollständigen Quarantäne über mehrere Wochen nicht unterziehen“ könne. Zudem könne die Nada keine lückenlose Überwachung über einen längeren Zeitraum gewährleisten. „Schlussfolgerungen aus einer solchen Testserie würden aber voraussetzen, dass jedwede Manipulation von vornherein absolut ausgeschlossen werden könnte. Die Langzeitstudie ist damit gegenstandslos geworden“, hieß es in der Erklärung.

Die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein hatte gehofft, mit der von der Nada unterstützten Studie ihre schwankenden und erhöhten Retikulozytenwerte erklären zu lassen. Der Eislauf-Weltverband ISU hatte Pechstein wegen auffälliger Blutwerte nur anhand von Indizien und ohne positiven Befund für zwei Jahre gesperrt.

Eisschnelllauf-Weltmeisterin Anni Friesinger-Postma hat ihre Skepsis im Fall Claudia Pechstein bekräftigt. „Ich kann nur sagen, dass ich keine Antworten habe, nur Fragen“, sagte die Wahl-Salzburgerin am Montagabend in der Sendung „Blickpunkt Sport“ des Bayerischen Rundfunks. „Wir sind zwar in einer Mannschaft, aber der Kontakt war nie eng“, sagte Friesinger, die erst seit einigen Wochen mit dem früheren niederländischen Eisschnelllauf-Olympiasieger Ids Postma verheiratet ist. Sie ging damit weiter auf Distanz zu der Berlinerin, die am Dienstagmorgen erstmals über längere Distanzen mit den deutschen Mehrkämpfern in Berlin- Hohenschönhausen trainierte.

Tags zuvor hatte Pechstein erstmals seit 50 Tagen ihr Eis-Comeback gefeiert und gemeinsam mit den deutschen Sprintern ein 35-minütiges Training absolviert. „Die Meldung von ihrer Sperre hat uns alle geschockt“, sagte Friesinger-Postma, die bereits drei Tage nach ihrer standesamtlichen Trauung ins Trainingslager reiste und auf Flitterwochen verzichten musste. Die Bayerin zeigte aber auch Verständnis für den momentanen Weg der Rivalin, mit der sie 2006 in Turin gemeinsam Olympia-Gold im Team-Wettbewerb erkämpfte. „Es gibt Regeln, an die müssen sich alle halten. Es ist somit ihr gutes Recht, Berufung gegen die Sperre einzulegen. Wir werden ja sehen, was der Sportgerichtshof CAS entscheidet“, sagte Friesinger-Postma.

Der CAS nach Pechsteins Eilantrag verfügt, dass die für zwei Jahre gesperrte Athletin wieder an Trainingsmaßnahmen teilnehmen darf, von Wettkämpfen aber weiterhin suspendiert. „Ich habe mich schon gefühlt wie eine Aussätzige: Ich habe nichts getan und werde mit Doping-Sündern in eine Ecke gestellt“, hatte 37-Jährige bei ihrer Rückkehr auf das Berliner Eis gesagt. „Aber das war erst der erste Schritt“, fügte sie hinzu. Die Entscheidung über ihre Zukunft wird erst mit dem CAS-Urteil im Oktober fallen. Zuvor möchte Pechstein unbedingt mit Hilfe einer Langzeitstudie noch ihre erhöhten Retikulozytenwerte erklären, ist dabei aber auf die Zusammenarbeit mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur angewiesen.