++++ Franz Beckenbauer hat wenige Tage vor Beginn der WM in Südafrika Bundestrainer Joachim Löw eine Teilschuld für die geplatzten Vertragsverhandlungen mit dem DFB gegeben . „Für was brauche ich denn als Trainer einen Vertrag? Um mich abfinden zu lassen? Davon haben doch nur die Anwälte etwas“, sagte Beckenbauer dem "Tagesspiegel" und bezeichnete die Verhandlungen zwischen Löw, Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und dem DFB als „unglücklich“. Sportlich traut Beckenbauer der DFB-Auswahl nach dem Ausfall von Kapitän Michael Ballack am Kap der guten Hoffnung trotz des beeindruckenden 3:1 gegen Bosnien-Herzegowina am Donnerstag in Frankfurt/Main offenbar nicht den großen Wurf zu. „Wir müssen hart arbeiten, um überhaupt ins Halbfinale zu kommen. Ohne Michael Ballack wird es schwer. Nun ist unsere Mannschaft geschwächt“, sagte Beckenbauer. Gleichzeitig kritisierte das Fifa-Exekutivmitglied den Kommerz im Fußball und die Gier der Spielervermittler. „Der Fußball ist ein Feld von Gauklern geworden“, sagte der 64-Jährige und nannte als Beispiele: „Spielervermittler, wohin man schaut, Profitmacher.“ ++++

++++ Schock für Nigeria : Mittelfeldstar John Obi Mikel vom englischen Double-Gewinner FC Chelsea fällt für die WM in Südafrika aus . Der 23-Jährige wurde zuletzt am Knöchel operiert und will seine Karriere nicht durch ein verfrühtes Comeback bei der WM gefährden. Nach Michael Ballack (Deutschland), Michael Essien (Ghana) und möglicherweise auch Didier Drogba (Elfenbeinküste) ist Mikel bereits der vierte Chelsea-Profi, der die WM-Teilnahme verletzungsbedingt absagen muss. ++++

++++ Bewaffnete Räuber haben in Johannesburg unweit der WM-Quartiere der Nationalmannschaften von Mexiko und der Elfenbeinküste einen Polizisten erschossen und einen weiteren schwer verletzt. Die Polizisten hatten auf der Autobahn N1 in der Nähe der Ausfahrt Maraisburg zwei Geldtransporter gestoppt, die zuvor von den Kriminellen gestohlen worden waren. „Die Räuber konnten mit der Beute in unbekannter Höhe flüchten, die Ermittlungen laufen“, sagte Polizei-Sprecher Colonel Noxolo Kweza. Die hohe Kriminalitätsrate ist wenige Tage vor Beginn der WM in Südafrika eine der größten Sorgen. Im Land am Kap der guten Hoffnung werden täglich rund 50 Menschen ermordet. Wie dramatisch die Sicherheitslage in Südafrika wirklich ist, lassen auch die Hinweise des Auswärtigen Amtes in Berlin erahnen. Es empfiehlt, die Innenstädte von Johannesburg, Pretoria, Durban und Kapstadt nach Geschäftsschluss ebenso zu meiden wie Fahrten mit Vorortzügen oder Township-Besuche ohne ortskundigen Führer. Auch Polizeichef Bheki Cele warnte wegen der brisanten Sicherheitslage die anreisenden Fans vor unbedachtem Verhalten. „Mein Tipp: Tun Sie nichts, was Sie ihrer Mutter nicht erzählen würden. Südafrika ist kein Gefängnis, bei uns kann man sich frei bewegen“, sagte Cele: „Aber es gibt Gegenden, die gemieden werden sollten, zum Beispiel die Townships und die Rotlichtbezirke der großen Städte.“ Mit Blick auf die WM hat die südafrikanische Polizei in den vergangenen Monaten 40.000 zusätzliche Polizisten geschult. Zudem werden aus jedem der 32 WM-Teilnehmerländer Beamte anreisen, um den Kontakt mit den Fans aus den jeweiligen Nationen zu erleichtern. ++++

++++ Vize-Weltmeister Frankreich hat sich eine Woche vor der WM bis auf die Knochen blamiert . In Saint-Pierre auf der Insel La Reunion verlor das Team um den Bayern-Star Franck Ribery gegen China 0:1 (0:0). Für die Niederlage des Teams von Raymond Domenech, das in Bestbesetzung antrat, sorgte Deng Zhuoxiang in der 68. Minute mit einem direkten Freistoß. Ribery, der einer der besten im französischen Team war, wurde in der 63. Minute durch Andre-Pierre Gignac ersetzt. „Ich bin sehr enttäuscht. Ein Match zu verlieren, auch wenn es nur ein Freundschaftsspiel ist, ist niemals schön“, sagte Domenech: „Wir müssen das Spiel jetzt analysieren. Aber die WM startet nicht jetzt, sie startet am 11. Juni.“In Südafrika trifft die Equipe Tricolore auf Uruguay (11. Juni), Mexiko (17. Juni) und den Gastgeber (22. Juni). ++++

++++ Milivoje Novakovic vom Bundesligisten 1. FC Köln hat der slowenischen Nationalmannschaft mit einem Doppelpack zu einem gelungenen WM-Test verholfen. Der Stürmer erzielte beim 3:1 (3:1)-Erfolg gegen WM-Teilnehmer Neuseeland die Tore zum 1:0 (7.) und 2:1 (30.), Andraz Kim erhöhte noch vor der Pause auf 3:1. Zum zwischenzeitlichen Ausgleich für Neuseeland hatte Rory Fallon (20.) getroffen. Auch Novakovics Kölner Teamkollege Miso Brecko und der Bochumer Zlatko Dedic kamen bei den Slowenen zum Einsatz.Slowenien trifft in der Gruppe C auf England, die USA und Algerien, Neusseland muss in der Gruppe F gegen Weltmeister Italien, die Slowakei und Paraguay antreten. ++++

++++ Knapp eine Woche vor dem Beginn der WM hat die Fifa Kritik mehrerer Gesundheitsorganisationen an seiner angeblich mangelnden Kooperationsbereitschaft im Kampf gegen HIV und Aids zurückgewiesen . Der Verband und das Organisationskomitee hätten keine HIV-Beratungs- und Testkampagnen blockiert , hieß es in einer Mitteilung. Zudem sicherte die FIFA der südafrikanischen Regierung in derem Kampf gegen die Immunschwächekrankheit ihre volle Unterstützung zu und betonte, dass gerade während WM eine erhöhte Verbreitungsgefahr des Virus bestünde. Um dem entgegenzuwirken, würden während der Veranstaltung Millionen von Kondomen und Informationsbroschüren an die Bevölkerung des WM-Gastgeberlandes sowie die angereisten Fans verteilt. Im Rahmen der Fan-Feste bindet die FIFA zudem Aufklärungsmitteilungen in sein Infotainment-Programm ein und gestattet Werbeeinblendungen eines Kondomherstellers. ++++

++++ Das Aus des englischen Nationalmannschaftskapitäns Rio Ferdinand für die WM hat die Urlaubsplanung von Michael Dawson kurzfristig über den Haufen geworfen. Teammanager Fabio Capello nominierte den Verteidiger von Tottenham Hotspur für den am Knie verletzten Ferdinand nach. „Ich war gerade dabei, meinen Urlaub zu buchen, als ich den Anruf erhielt, dass Rio das Training abgebrochen hatte“, sagte der 26-Jährige: „Es war ein verückter Tag.“ Dawson hatte im 30-köpfigen vorläufigen WM-Kader der Three Lions gestanden, war dann aber aus dem endgültigen Aufgebot gestrichen worden. In Südafrika will er die Chance, die sich ihm unverhofft bietet, nutzen. „Ich fahre ohne einen einzigen Länderspieleinsatz zur WM. Eine bessere Gelegenheit für mein erstes Spiel im A-Team gibt es doch nicht.“Bei aller Freude fühlt Dawson mit Unglücksrabe Ferdinand mit. „Es tut mir sehr leid für ihn, dass er als Kapitän das wichtigste Turnier der Welt verpasst.“ ++++

sid/dpa/jr